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Upgrade | 13.04.2022

Tourismus Impulse zum Thema Wellnesstrends

Wir waren im Gespräch mit Thomas Falkner, Marcel Gutheinz und Hannes Eder.

#Wasserwelten

Welche Wellnesstrends werden Hotels in den nächsten zehn Jahren beschäftigen? 

Der Trend zu Kurz- und Zwischenurlauben wird definitiv immer stärker. Dabei wird der Faktor „Erlebnis“ eine besonders wichtige Rolle spielen. Speziell durch die vergangenen zwei Pandemiejahre wird das Bedürfnis nach Urlaub zunehmend größer. Die Menschen sehnen sich immer mehr nach dem Ausbruch aus der stressigen Arbeitswelt und wünschen sich eine Phase des Erholens bzw. des "Refreshings". Ich bin der Auffassung, dass der Gesundheitsurlaub für Körper, Geist und Seele definitiv ein großer Trend in den nächsten zehn Jahren sein wird. Auch Anwendungen, die eine Verjüngung versprechen, werden sicherlich auf hohe Nachfrage stoßen. Abgesehen davon wird es in Zukunft auch größere Unterscheidungen bei den Wasserwelten geben. Ein großes Thema sind hier die gesundheitsorientierten Behandlungspools für Therapien, Unterwassermassagen oder Salzwasser Pools, auf der anderen Seite haben wir die erlebnisorientierten Pools mit Unterwasseranimationen, wobei Raum- und Lichtgestaltung sowie Dufterlebnisse für einen hohen Wohlfühlfaktor sorgen.

Gibt es bestimmte Materialien, die in der Gestaltung des Wellnessbereichs derzeit besonders gefragt sind?

Ich glaube, in Zukunft wird es vor allem darum gehen, die Natur beziehungsweise das Erlebnis in den Raum zu bringen. Räume werden so offen und frei wie möglich gestaltet. In puncto Materialien sind Holz, Stein, Beton, Metalle und Glas ganz klar hoch im Trend.

Wie kann man das Element Wasser erlebbar machen? 

Es gibt viele verschiedene Wege, um das natürliche Element Wasser erlebbar zu machen - der offensichtlichste davon führt wohl über den direkten Kontakt. Vom konventionellen Pool über naturbelassene Schwimmteiche bis hin zum Whirlpool stehen Hotelier:innen hier eine facettenreiche Palette an Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung. Aber auch Trinkwsser lässt sich durchaus erlebbar machen, indem man etwa den Gästen beim Essen zusätzliche Informationen rund um die Herkunft und Qualität des Wassers gibt. Und natürlich gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um die energetische Kraft des Wassers auszuschöpfen.

 

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Thomas Falkner von der Längenfelder Firma Poolstyle unterstützt Betriebe in der Konzeption, Planung und Umsetzung außergewöhnlicher Wasserwelten. © Haid & Falkner

#Cocooning

Welche Wellnesstrends werden Hotels in den nächsten Jahren beschäftigen?
Wasser als Inhalt der Wellness-Experience bleibt auf jeden Fall, und dieser Trend wird sich in Zukunft noch verstärken. Aber auch den Trend des "Cocooning" haben wir früh erkannt und setzen diesen stetig um - beispielsweise in unseren neuen Ruheräumen mit deutlich mehr Plätzen, wo jedem Gast eine Liege, ein Daybed oder eine Hängeschaukel zur Verfügung steht. Er:sie kann sich in vielen separaten Zonen seinen:ihren persönlichen Lieblingsrückzugsort schaffen. Zudem sollte es ein Anspruch sein, Emotionen mithilfe der Architektur erlebbar zu machen. Um immer auf dem aktuellen Stand zu bleiben, ist es uns im Haus besonders wichtig, dass wir gut ausgebildete Therapeut:innen und Kosmetiker:innen haben, die sich stetig weiterbilden. Denn: Es gibt nichts, was man nicht lernen kann, man muss es nur wollen. Als Benefit haben bei uns schon lange nicht mehr nur der Gast, sondern auch die Mitarbeiter:innen bei den Behandlungen Aussicht in die Tannheimer Berge, das war uns sehr wichtig. Gerade in wetterunabhängigen Destinationen sollte man auch danach streben, die vier Jahreszeiten intensiv erlebbar zu machen.

Gibt es bestimmte Materialen die in der Gestaltung des Wellnessbereichs derzeit besonders gefragt sind?
Grundsätzlich gilt es, die Balance zwischen hygienischen Style- und Naturmaterialien zu vereinen. Highlight in unserem Haus ist zum Beispiel ein Erdteich mit eigenem Quellwasser und einen Terrazzopool mit türkisfarbenen Mosaiken, der durch die Spiegelung in der Sonne wie ein Naturteich aussieht. Unsere Jungbrunn-Quelle inszenieren wir mit einem himmelwärts öffnenden Glaszylinder. Rundum stehen Ruhebetten, deren Kopfende mit einer umschließenden Korbmuschel ein Gefühl von Behaglichkeit und Abgeschiedenheit vermittelt.

Wie kann man das Element Wasser erlebbar machen?
Das Quellwasser ist unser höchstes Gut - und das sollte nicht einfach in einen Pool fließen, sondern sichtbar werden. So verwenden wir es beispielsweise auch in unserer hauseigenen Kosmetiklinie. Und schon in unserer Ware-Relax-Lounge zelebrieren wir ein Ritual, welches nicht nur die Hände, sondern auch den Geist reinigt. 

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Marcel Gutheinz ist Geschäftsführer des Hotels Jungbrunn in Tannheim. © Hotel Jungbrunn - Der Gutzeitort

#Biopool

Welche Wellnesstrends werden Hotels in den nächsten zehn Jahren beschäftigen?

Einer der größten Trends ist sicherlich die Nachhaltigkeit. Im Wellnessbereich kommen zunehmend natürliche Materialien zum Einsatz, wobei insbesondere auf eine möglichst hohe Langlebigkeit und Energieeffizienz geachtet wird. Im Bereich der Kosmetik boomen natürliche, nachhaltig produzierte Produkte. Gleichzeitig ist Bio-Wellness hoch im Kurs: Erholung, Wohlbefinden und ein ökologisch reines Gewissen schließen sich nicht mehr aus. Regionalität, Ruhe und auch die Spiritualität gewinnen an Bedeutung. Wellness soll die Sinne ansprechen und etwa durch Düfte und Klänge neue Reize setzen. Aber auch die psychische Gesundheit wird immer wichtiger, man strebt hier nach dem bestmöglichen Zustand und möchte im Urlaub der Hektik des Alltags entfliehen. In puncto "Medical Wellness" liegt der Fokus auf der Behandlung beziehungsweise Therapie des Bewegungsapparates durch Physiotherapie, aber auch die gesunde, individuell abgestimmte Ernährung nimmt eine wichtige Rolle ein. Neben klassischen Aktivitäten erfreuen sich auch Meditationseinheiten und Trendsportarten wie Pilates und Yoga zunehmender Beliebtheit. Statt längerer Aufenthalte werden außerdem vermehrt intensive Kurzurlaube nachgefragt.

Gibt es bestimmte Materialen die in der Gestaltung des Wellnessbereichs derzeit besonders gefragt sind?

Sämtliche Naturmaterialien wie Naturstein, Holz und Pflanzen - aber auch Feuer ist ein spannendes Element in der Raumgestaltung, das gerade neu entdeckt wird. Generell wird der Wohnbereich vermehrt nach außen verlagert, im Beleuchtungskonzept und der Farbgestaltung kann der:die Hotelier:in wiederum auf den Anspruch "Wellness für alle Sinne" reagieren.

Wie kann man das Element Wasser erlebbar machen?

In Hotelgärten sind Biopools im Kommen, aber auch heilsames Thermalwasser, Salzwasserpools und Algenbäder sind nach wie vor im Trend. Spezielle Schwall- und Lichtwassersysteme machen das Duschen zum besonderen Erlebnis. Als Gegenpol zur omnipräsenten Wärme lassen sich im Wellnessbereich auch Schnee und Eis eindrucksvoll inszenieren, beispielsweise mittels eigener Schneeräume zur sanften Abkühlung nach dem Sauna- oder Dampfbadgang. Auch auf akustisch-visueller Ebene lässt sich das vielseitige Element hervorragend einsetzen: Kunstvolle Wasserspiele oder ein leises Plätschern im Hintergrund sorgen für einen besonderen Erholungseffekt. Nicht zu vergessen sind natürlich Klassiker wie Trinkwasserbrunnen und Kneippbecken.

 

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Hannes Eder ist Geschäftsführer des Tiroler Gartenbaubetriebs Garten Eder, der seit 20 Jahren hochwertige Privat- und Hotelgärten plant und gestaltet. © Eder Gartenarchitektur