Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 14.04.2017

Karrierefrau mit Weitblick

Bundesratspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann ist ständig zwischen Wien und Tirol. In ihrem Heim im Bezirk Reutte erzählt uns die Karrierefrau vom Alltag in der Politik und Schwerpunkten, die sie setzen möchte.

Bild 08.jpg
Fotos: Birgit Pichler

Blickt die aktuelle Bundesratspräsidentin  Sonja Ledl-Rossmann auf das junge Jahr 2017 zurück, so schaut sie auf einige Höhepunkte ihrer politischen Karriere: Die Übergabe des Vorsitzes im Bundesrat an das Land Tirol und allen voran natürlich die Angelobung des neuen Bundespräsidenten durch die sympathische Außerfernerin. Die Sensation war am 26. Jänner perfekt: Eine Tirolerin gelobt einen Tiroler an. Dass Tirol und ihr Bezirk, auch wenn die Karrierefrau heute zwischen Wien, Innsbruck und Reutte pendelt, immer an oberster Stelle stehen, verrät uns die Vollblutpolitikerin in ihrem Heim im schönen Außerfern. Hier kann sich die Tirolerin vom stressigen Alltag erholen und neue Kraft schöpfen.

In der Heimat verwurzelt. Mit dem Außerfern ist die diplomierte Krankenschwester bereits ihr ganzes Leben verbunden. Hier wurde sie geboren, hier war sie beruflich tätig und hier begann ihre politische Laufbahn. Bis heute ist ihr Lebensmittelpunkt im Bezirk Reutte geblieben, auch wenn sie nicht mehr ihre ganze Zeit in Tirol verbringen kann. Ihr Einsatz im österreichischen Bundesrat, dessen Vorsitz sie seit Jänner 2017 für ein halbes Jahr innehat, verlangt immer wieder auch längere Aufenthalte in der Bundeshauptstadt. „Dafür ist das Zurückkommen umso schöner“, beschreibt die Karrierefrau ihr Leben zwischen Wien und Tirol. Gern kehrt Sonja Ledl-Rossmann in ihr Haus zurück, das sie mit ihrem Mann seit 2010 bewohnt. Geplant wurde der moderne Baukörper vom Schwager, Architekt Dietmar Rossmann, der sich mit einer schwieriger Hanglage und ungewöhnlichen Grundstücksgrenzen auseinandersetzen musste. „Ich erinnere mich noch daran, als wir das erste Mal den Grund besichtigten. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie man hier ein Haus bauen könne. Aber es ist meinem Schwager wirklich außerordentlich gut gelungen. Er hat es geschafft, genau jene Sichtachsen einzubringen, die wir haben wollten“, verrät Ledl-Rossmann.

Bild 02.jpg

Leicht und offen. Das Paar konnte sich voll und ganz auf das Talent des Schwagers verlassen, der die Bedürfnisse der beiden bestens verstand. „Im Grunde hat Dietmar alles bestens umgesetzt, das einzige Detail, über das wir uns lange unterhalten haben, war die Treppe“, erzählt die Außerfernerin. Obwohl das Konstrukt außerordentlich leicht aussieht, wurden für die Treppe etwa 1,5 Tonnen Stahl verbaut. Die offene Gestaltung fügt sich jetzt perfekt in das Raumkonzept ein. Offen bedeutet auch ein Spiel von Außen und Innen, während im oberen Stock ein Bibliothekszimmer und die Dachterrasse zum Träumen einladen, wird im untersten Bereich wirklich geträumt: Sowohl Schlafzimmer als auch Bad befinden sich dort. Und immer geht der Blick ins Licht. Große Glasfronten brechen den kompakten Baukörper auf und sorgen dafür, dass der Ausblick auf das umliegende Bergpanorama den Besuch im Haus wie einen Aufenthalt im Freien anmuten lassen.

Zuhause im Bezirk. Auch privat schätzt die Bundesratspräsidentin die Natur, die ihr Haus überall umgibt. „Mein Mann und ich sind sehr sportlich und verbringen in unserer Freizeit viel Zeit im Freien. Dazu habe hier großartige Möglichkeiten, die ich ebenso schätze wie die Ruhe, die hier herrscht. Jeden Morgen erfreue ich mich an diesem umwerfenden Panorama“, meint die Politikerin.

Bild 03.jpg

Ambitioniert. Diesen Weitblick, den Sonja Ledl-Rossmann von ihrer Dachterrasse oder auch der Küche aus schätzt, ist ebenso in ihrem Beruf unablässig. In die Politik kam die diplomierte Krankenschwester und spätere Heimleiterin eigentlich per Zufall. „Das Interesse, etwas zu bewegen und mitgestalten zu können, entstand während meiner Arbeit. Ich habe anfangs, als ich im Landestag vertreten war, noch versucht, beide Aufgaben unter einen Hut zu bringen, verstand aber bald, dass ich mich auf eine Sache konzentrieren muss, für die ich mit voller Leidenschaft eintreten kann. Ich habe mich für die Politik entschieden“, erklärt die Tirolerin. Die Schwerpunkte, die die einstige Heimleiterin auch in Wien setzen möchte, liegen eindeutig im sozialen Bereich. „Wir müssen über Zukunftsmodelle der Pflege nachdenken und zwar mit allen Bundesländern gemeinsam. In der Zukunft muss Pflege sowohl schaffbar, sichtbar als auch leistbar werden. Auch wenn das Gesundheitssystem zurzeit funktioniert, müssen wir bereits jetzt an die Zukunft denken. Pflege ist außerdem meiner Meinung nach nach wie vor eine Art Tabuthema. Ich möchte das ändern“, erläutert die Bundesratspräsidentin.

Bild 10.jpg

Selbstbewusst. Als höchste Frau im Bundesrat ist es ihr auch ein Anliegen, Frauen und junge Leute für die Politik zu begeistern „Man sollte in der Politik eine gewisse Grunddiplomatie haben und in jedem Fall für ein Thema brennen,“ rät Ledl-Rossmann. Das gebe schließlich den Ansporn für das persönliche Engagement. Dass die selbstbewusste Außerfernerin neben der Politik auch für  etwas Anderes brennt, zeigt auch ihr Heim. „Die Küche ist mein Revier. Auf diesen Raum habe ich beim Bau großen Wert gelegt, weil mir das Kochen Spaß bereitet und ich hier entspannen und Neues ausprobieren kann.“ Das Heim im Außerfern ist also zugleich Rückszugsort und eine Station, um neue Kraft zu tanken. Und die braucht die ambitionierte Politikerin im Bundesrat: „Ich habe jetzt die Möglichkeit, etwas zu bewegen. Diese Zeit möchte ich nutzen.“ Mehr als ein Beruf ist das politische Mandat bei Ledl-Rossmann Berufung. Eine Berufung, die viel abverlangt: Der Aufenthalt für das Interview in Tirol bleibt wiederrum ein kurzer. Bald gehe es weiter nach Innsbruck und auch nach Wien. Im Hinterkopf bleibe allerdings stets der Bezirk – der Natur und des schönen Zuhause wegen.

Bild 16.jpg