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People | 17.07.2017

Stars & Straps

Marina Hoermanseders Kollektionen werden auf den großen Laufstegen gezeigt. Wie sie soweit kam und was es mit der Schnalle auf sich hat – wir haben nachgefragt.

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Die Designer bei ihrem Besuch in Wattens (Foto: Swarovksi KG)

Durchforstet man ihren Instagram-Account, dann trifft man die junge Designerin in den Armen von von Jean Paul Gaultier oder Wolfgang Joop. Marina Hoer-
manseder hat es vom Küchenboden ihrer Wiener Wohnung, wo sie erste Stücke geschneidert hat, bis ganz nach oben geschafft auf die glitzernden Laufstege der internationalen Modemetropolen. Wir haben die junge Modeschöpferin in den nicht minder glitzernden Swarovski Kristallwelten zum Gespräch über Mode, Anfänge und das harte Business gesprochen.


TIROLERIN: Was war Ihr erstes Aha-Erlebnis nach der Gründung des eigenen Modelabels?
Marina Hoermanseder: Das Aha-Erlebnis ist, dass wenn man ein Modelabel gründet, man nicht den ganzen Tag vor der Staffelei mit dem Pinsel sitzt und entwirft, sondern mit knallharter Planung, Administration und Business konfrontiert wird. Trotzdem gibt mir diese Selbstständigkeit die Möglichkeit, das zu machen, was mir Spaß macht. Dann fühlt es sich nicht an wie Arbeiten, sondern ist eine Passion. Das Feedback, das ich zurzeit bekomme, ölt die Maschine natürlich noch zusätzlich. Dass den Menschen meine Entwürfe gefallen, ja, dass Österreich auch stolz auf mich ist, ist im Moment wichtiger als Schlaf.


Was war Ihr erstes selbstgemachtes Stück?
Eine furchtbar hässliche Puppe. In der Nacht, als meine Mutter mir das Nähen beigebracht hat, habe ich diese einarmige Puppe aus Stoff genäht. Meine Mutter hat sie sicher noch irgendwo, aber ich habe ihr verboten, diese jemals herzuzeigen. Das war aber mein erstes Stück und das erste Mal, dass ich beim Nähen dieses Blut gerochen habe, als ich mit meinen Händen ein Output, etwas Greifbares geschaffen habe.
Das ist jetzt auch das, was mich an meinem Job am Leben hält. Wenn ich nicht Mode machen würde, hätte ich eine Tischlerlehre gemacht. Ich wollte immer etwas schaffen, das Menschen emotional trifft.

Von welchem Designer würden Sie sich gerne ein Kleid nähen lassen?
Mein Vorbild ist natürlich Alexander McQueen, von ihm würde ich mir gerne ein Kleid entwerfen lassen, aber das ist ja leider nicht mehr möglich. Nur durch ihn und die Arbeit bei ihm habe ich gelernt, was Arbeiten eigentlich heißt und was es heißt, bei Null anzufangen. Er hat seine ersten Kollektionen in einer Garage in East London mit Hilfe von Freunden geschaffen. Auch ich habe die ersten Stücke am Küchenboden in meiner Wohnung geschneidert. Schon mein Vater hat mir beigebracht: Der Meister brilliert in der Knappheit der Ressourcen.

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Das Korsett wird Ihnen meist als typisches Motiv angedichtet. Sind Sie damit einverstanden?
Mein Motiv ist vor allem die Schnalle, daran interessiert mich besonders das Handwerkliche. Auch beim Leder ist das Material ideal, es von einer harten, unflexiblen Beschaffenheit in ein weiblich geformtes, filigranes Objekt zu verwandeln. Viele Designer suchen jahrelang nach diesem Motiv, einem Alleinstellungsmerkmal. Karl Lagerfeld hat einmal gesagt, ein Label braucht zwei Dinge, um erfolgreich zu sein: ein Wiedererkennungsmerkmal und ein gutes Logo. Ich habe beides eher zufällig entdeckt.


Welches Statement gibt Mode in der heutigen Zeit ab?
Zwei Ansichten: Man darf Mode nicht überbewerten. Mode bedeckt schließlich in erster Linie den Körper. Mode berührt aber auch, trifft eine Aussage und kommt damit in die Nähe der Kunst. Die beiden Ansichten sollte man allerdings nicht verwechseln. Auch jene, die nicht Couture machen, haben die Berechtigung, jemanden einzukleiden. Es ist heute wichtig, dass schöne Mode, auch bezahlbar ist.


Würde Sie also eine Modekette anfragen, würden Sie eine Kooperation eingehen?
Wenn ich eine H&M-Kollektion by Marina Hoermanseder gestalten soll, wäre ich die letzte, die das ausschlagen würde.


Wie sieht Ihre aktuelle Zusammenarbeit mit Swarovski aus?
Meine Zusammenarbeit hat vor zwei Jahren mit dem Vogue-Salon begonnen. Ich habe dafür Materialien bekommen und durfte entwerfen. Anfangs habe ich mir noch gedacht: „Marina, der Stil deines Labels ist doch gar nicht Glitzer, sondern steht für Härte“. Aber als ich nach Tirol kam und das wundervolle Archiv besichtigen durfte, hat mich das total gefangen. So entstand mein Strapskirt aus Swarovski-Kristallen.


Wen würden Sie gerne in Ihren Stücken brillieren lassen?
Momentan, Frau Marcon.

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