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People | 24.03.2017

Guten Morgen Freiheit!

Wir trafen Ausnahmetalent Yvonne Catterfeld zum Interview.

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Fotos: Christopher Köstlin

Bekannt wurde Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld, als sie vor rund 15 Jahren jeden Abend in der Erfolgsserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ als Julia Blum über den Fernsehschirm flimmerte. Mit dem Hit „Für Dich“ machte sie sich wenig später auch mit ihrer Musik einen Namen. Der Soap hat sie längst den Rücken gekehrt, und auch musikalisch steht sie seit letztem Jahr mit ihrem Label auf eigenen Beinen. Aber Catterfeld ist nicht nur als Musikerin auf der Bühne und als Schauspielerin in diversen Filmen und Serien zu sehen. Die attraktive 37-Jährige bewies in der Vox-Show „Sing meinen Song“ ihre Stimmgewalt und sitzt seit letztem Jahr neben Andreas Bourani oder den Fantastischen Vier als Jurorin auf einem der begehrten Stühle der ProSieben- Show „The Voice of Germany“. – Uns verriet das Multitalent ihre persönliche Lieblingsmusik, welche Castingteilnehmer sie verzaubern und wer sie immer wieder inspiriert.

TIROLERIN: Sie haben Ihr eigenes Plattenlabel gegründet, und auch Ihr neues Album heißt „Guten Morgen Freiheit“. Wie fühlt es sich an, unabhängig zu sein?
Yvonne Catterfeld: Sehr, sehr gut. Ich folge so mehr meinen Impulsen, entscheide schnell und spontan und lasse mich nicht ablenken von anderen Impulsen und Interessen. Auf die Meinung anderer bin ich trotzdem nun sehr gespannt.


War es schon immer ein Traum, mit Ihrer Musik eigenständig und frei zu sein?
Nein, der Gedanke war mir fremd, weil ich gar nicht gewusst hätte wie. Ich war 15 Jahre bei einer Plattenfirma. Wenn der Vertrag nicht ausgelaufen wäre, hätte ich mir die Frage vielleicht auch gar nicht gestellt. Schnell aber fühlte es sich so gut frei an, ohne Druck. Und der Gedanke, machen zu können, worauf ich gerade Lust habe, reizte mich. Zudem habe ich einen sehr guten Partner an meiner Seite gefunden, ohne den ich ein Label nicht hätte gründen können. Ganz allein ist auch schwierig. Man braucht Menschen, die dieselben Visionen haben.


Haben Sie auf dem neuen Album einen Lieblingssong?
„Was bleibt?“ Mit dieser Frage fing die Idee für mein Album an. Fast hätte ich es so genannt.


Bei dem TV-Format „Sing meinen Song“ und „The Voice of Germany“ kommen Sie mit vielen anderen bekannten und unbekannten Künstlern in Kontakt. Kann man da etwas für seine eigene Musik mitnehmen?
Vielleicht wie sehr sie dafür brennen und wie frisch sie an die Sache rangehen.


Sie sind nicht nur mit Ihrer Musik erfolgreich, sondern immer wieder auf der Leinwand und im Fernsehen zu sehen und als Synchronsprecherin tätig. Wie bringt man all das unter einen Hut?
Ich habe durch das Drehen viele längere Pausen, manchmal Monate, auch zwischen den „The Voice“-Drehs. Parallel Musik und Film ist allerdings schwierig. Ich brauche den Fokus auf das jeweilige, Synchronisieren mache ich nur sehr selten und dann Animationsfilme. Ich liebe es, meine Stimme zu verstellen und einer Figur anzupassen.


Sind für die Zukunft Projekte in neue Richtungen geplant?
Ich konzentriere mich voll und ganz auf die nächsten Monate. Wie ich schon in „Irgendwas“ singe, weiß
ich nicht, ob das Streben nach mehr glücklich macht. Ich habe alles, was ich brauche. Vor allem eine tolle Familie. Und kann inzwischen auswählen, was mich überzeugt. Das Glück liegt für mich im Ankommen. Und angekommen bin ich längst.

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Sie sind bekannt für Ihr Gefühl, schreiben viele Ihrer Songs auch selbst. Hat man da manchmal Angst, dass man zu viel preisgibt und sich verletzlich macht?
Dafür ist Kunst ja da. Wenn nicht da, wann dann? Und Gedanken offenbaren und Gefühle ist ja auch eine Stärke (lacht).


Wo finden Sie Ihre Inspiration?
Tatsächlich hat mich mein Mann viel inspiriert, aber auch viele Gespräche, Beobachtungen.


Ihr Mann ist Schauspieler, Kreativität liegt also bei Ihnen in der Familie. Glauben Sie, wird Ihr Sohn später in Ihre Fußstapfen treten bzw. würden Sie ihm empfehlen, einen kreativen Beruf zu ergreifen?
Das kann und soll er selbst entscheiden. Ich habe mich auch den Vorstellungen meiner Eltern widersetzt, heute sind sie froh darüber ...


Sie sind auch als Juror bei der ProSieben-Show „The Voice of Germany“ mit dabei. Ist Ihnen die Entscheidung mitzumachen leicht gefallen?
Nein. Das war eine meiner größten und wichtigsten Entscheidungen. Ich habe lange überlegt, ob ich einen dieser beliebten Stühle einnehmen und mich einem solch breiten Publikum stellen sollte. Es war die beste Entscheidung. Wie auch „Sing meinen Song“.


Welchen Rat geben Sie Talenten, die mitmachen wollen?
Sich zu bewerben (lacht). Wir bereuen meist die Dinge, die wir nicht getan haben.


Was muss ein Sänger haben, damit Sie sich umdrehen?
Erst einmal eine besondere Stimmfarbe, Ausdrucksfähigkeit und Potenzial, was meine Aufgabe ist einzuschätzen.


Welche Musik hören Sie privat gern?
Von Künstlern im Stil wie Ed Sheeran, James Arthur, viele Singer-Songwriter, Beyoncé, Alicia Keys bis zu unbekannteren Künstlerinnen wie Lianne la Havas.


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Am 10. März erschien das neue Album „Guten Morgen, Freiheit“ von Yvonne Catterfeld. Ihr mittlerweile siebtes Studioalbum wurde bei Veritable Records, dem eigenen Label der beliebten Sängerin, veröffentlicht. Die 14 eingängigen Tracks behandeln Themen wie Befreiung, Aufbruch oder auch Entfremdung mit gewohntem Feingefühl.