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People | 26.07.2022

Die laute Stimme des Feminismus

Margarete Stokowski macht keinen Halt vor feministischen Tabuthemen.

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Foto: Rosanna Graf

Unsere Reihe „Women for Women“ widmet sich den Pionierinnen, die sich im Großen oder Kleinen für die Rechte der Frauen stark gemacht haben. Mit ihren Texten gelingt es der Schriftstellerin und Feministin Margarete Stokowski immer wieder, bewusst zu provozieren und relevante gesellschaftliche Themen auf eine direkte Art und Weise anzusprechen. Trotz ihres jungen Alters gilt sie schon heute als eine der wichtigsten Stimmen des deutschsprachigen Feminismus.

 

Wissbegierig

Margarete Stokowski wird am 14. April 1986 in Zabrze, im Süden Polens, geboren. Als sie zwei Jahre alt ist, zieht ihre Familie nach Deutschland, in den Berliner Stadtteil Neukölln. Bereits im jungen Alter ist sie fasziniert von den Geschichten erfolgreicher Frauen. Ein Buch über die Biografie von Marie Curie sowie auch der Beruf ihres Vaters, der als Physiker arbeitet, wecken in ihr den Traum, Physik zu studieren. Jedoch entscheidet sich Stokowski schließlich für das Studium der Philosophie und der Sozialwissenschaften an der Humboldt- Universität zu Berlin, welches sie im Jahr 2014 mit einer Arbeit über die französische Schriftstellerin Simone de Beauvoir beendet. In einem Interview berichtet Stokowski später, dass die Notwendigkeit, sich als Frau in der männerdominierten Wissenschaftsdisziplin einen Weg bahnen zu müssen, sie davon abgehalten habe, Physik zu studieren: „Entweder man muss stark genug sein, um Klischees und Widerstände einfach zu ignorieren, oder man muss aktiv gegen sie ankämpfen – beides kostet Kraft.“

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Scharfsinnig

Seit 2009 ist Stokowski als Autorin feministischer Kolumnen, Essays und Debattenbeiträgen in den Medien präsent – wie etwa im „Missy Magazine“, in der „taz“, auf „Zeit Online“ oder seit 2015 als Kolumnistin in der „Spiegel Online“-Redaktion. Große Popularität erreicht sie 2016, als ihr Roman „Untenrum frei“ erscheint. In diesem definiert sie auch, was sie unter dem Begriff des Feminismus versteht: „Für mich bedeutet Feminismus, dass alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Sexualität und ihrem Körper dieselben Rechte und Freiheiten haben sollten.“

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Unverblümt

Seit Erscheinen gilt „Untenrum frei“ als Standardwerk des modernen Feminismus. Anhand persönlicher Geschichten aus ihrem Alltag kritisiert Stokowski darin die Machtverhältnisse in unserer Gesellschaft, weist auf Mängel in der Sexualerziehung hin, spricht über Schönheitsideale und Schamgefühle, die junge Kinder begleiten. Um etwas gegen diese Missstände zu tun, plädiert die Autorin für eine „Poesie des Fuck you“, welche helfen soll, gegebene Zustände nicht einfach nur mehr hinzunehmen, sondern sich von diesen abzuwenden.

Pointiert

In ihren Beiträgen widmet sich die Schriftstellerin nicht nur eindeutig feministischen Themen, sie geht auch immer wieder auf Probleme sozialer Ungleichheiten, den Klimawandel, Rassismus oder Rechtspopulismus ein. Für ihre Werke wird Stokowski 2019 mit dem Kurt-Tucholsky-Preis für „engagierte und sprachlich prägnante Werke der literarischen Publizistik“ ausgezeichnet. Außerdem erhält sie im selben Jahr den Luise-Büchner-Preis für Publizistik, mit dem Werke ausgezeichnet werden, die Geschlechterungleichheiten aufdecken und Wege zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft aufzeigen.