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People | 25.07.2022

Neue Ziele unter alten Gleisen

Mit dem Ziel ein kulturelles Angebot mit hoher Qualität für Innsbruck zu schaffen, eröffneten Krista Sommer und Anders Linder im März diesen Jahres den Kulturbogen 55 in den Viaduktbögen Innsbruck.

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© Birgit Pichler

RAUM FÜR INSPIRATION.
TIROLERIN: Der Kulturbogen 55 in den Innsbrucker Bogenmeile soll ein einzigartiger Raum für Kunst, Kultur und Inspiration sein. Was genau kann man sich darunter vorstellen?

Krista Sommer: Mit dem Kulturbogen 55 wollten wir in Innsbruck einen Raum von und für Innsbrucker:innen schaffen, an dem Kunst und Kultur für wirklich jede:n ohne viele Grenzen erlebbar gemacht werden können. Es soll eine Location sein, die neue Formen der Kultur miteinbringt und alte Formen wieder aufleben lässt – wie ein Stadtsalon. Eine Location in der man sich trifft um gemeinsam zu philosophieren, zu visionieren und Kunst zu erleben und mitzugestalten.

Anders Linder: Innerhalb des bereits Etablierten gibt es in Innsbruck – zumindest für eine Universitätsstadt – leider nicht viel Raum für Kunst und Kultur. Mit dem Kulturbogen 55 wollten wir bereichernd dafür sorgen, dass die vier Untergruppen Galerie, Literatur, Performance und Musik einen etablierten Raum bekommen, in dem verschiedenste Veranstaltungen abgehalten werden können.

Wer steckt hinter dem Kulturbogen 55?

Anders Linder: Ich bin Schauspieler und Regisseur und habe immer mal wieder mit Krista Seminare zum Thema Kommunikation und Körpersprache abgehalten. Wir haben dann gemerkt wie gerne wir eigentlich zusammenarbeiten und haben uns deswegen beruflich zusammen getan. Seit vier Jahren leiten wir nun gemeinsam die Kommunikationsagentur Linder-Sommer. Unsere Seminare haben wir meistens in Hotels gehalten, das war dann jedoch aufgrund der Pandemie leider nicht mehr möglich. Wir haben uns dann auf die Suche nach einer Location gemacht, in der wir ein bisschen autarker sein können. In dem Kulturbogen 55 haben wir tagsüber unser Büro, die dann abends für Kultur zur Verfügung gestellt wird.

Krista Sommer: Es gibt so viel Kreativität um uns herum und uns war es wichtig einen Raum zu schaffen, in dem man sich kreativ ausleben kann. Momentan hängen beispielsweise Bilder der Künstlerin Andrea Bischof aus, die man auch tagsüber während unserer Seminare bewundern kann. Wir wollten beides gerne miteinander verbinden.

 

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© Birgit Pichler

Die Innsbrucker Bogenmeile ist eine bunte Mischung aus verschiedensten Branchen. Welchen Stellenwert hat der Standort für Sie?

Anders Linder: Die Viaduktbögen sind natürlich als Bau an sich einfach unglaublich interessant. Wir haben versucht dem Bauwerk gerecht zu werden und die Konstruktion – bis auf die Versorgungseinheit von Toilette und kleiner Küche – in der ursprünglichen Form zu lassen. Der Standort ist auch etwas ganz besonderes, vor allem mit der neuen Begegnungszone und der neuen Haltestelle. Wir sehen, dass sich da momentan viel bewegt und hoffen, dass diese Vielfalt auch weiter Einzug hält und viele verschiedene künstlerische Branchen dazu kommen.

Krista Sommer: Ich lebe schon seit 20 Jahren in Dreiheiligen und was ich an den Bögen so toll finde ist, dass sie auch eine etwas andere Seite von Innsbruck zeigen. Ich nenne das gerne etwas weg vom "Postkarten-Feeling" rein in das Städtische und Urbane. Die Bogenmeile hat ja auch verschiedenste Zonen und uns war es da wirklich wichtig einen Raum für unterschiedliche Generationen zu bieten.

Wie kann man Kunst und Künstler:innen im Raum Tirol besser fördern?

Anders Linder: Es müsste ein Programm ausgearbeitet werden, um die Szene richtig zu fördern und um das Thema transparenter zu machen. Wir sind mit dem Kulturbogen 55 sehr weit davon entfernt nur Tiroler Künstler:innen zu fördern, aber generell ist es wichtig, Künstler:innen die hier tätig sind und hier leben mehr Raum zu geben. Während der Pandemie haben wir ja gemerkt was passiert wenn die Kultur wegbricht und was dann fehlt. Es braucht Künstler:innen ganz massiv und das hat uns auch in unserem Tun bestätigt, Kunst wieder sichtbarer zu machen.

Krista Sommer: Indem wir Künstler:innen unsere Räumlichkeiten zur Verfügung stellen, können sie sich hier kreativ ausleben. Beispielsweise können Menschen ihre Bilder ausstellen, die dann während unserer Seminare auch hier hängen und die dann von neuen Menschen entdeckt werden. Eine weitere große Vision von uns ist der Kulturbogen 55 Preis.

Anders Linder: Die Idee wäre, dass wir drei jungen Künstler:innen die Möglichkeit geben ihre Dinge auszustellen. Da sind wir grade dabei das zusammenzustellen und da Sponsor:innen zu finden.

 

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© Birgit Pichler

Auf welche Ausstellungen und Projekte können sich Besucher:innen freuen?

Anders Linder: Wir wollen auf jeden Fall einmal im Monat fix einen Jazzabend veranstalten, das ist uns ein wichtiges Anliegen. Die Jazzmusik bekommt nämlich leider noch zu wenig Raum in Innsbruck. Neben weiteren musikalischen Veranstaltungen wird es außerdem Ausstellungen, Literaturveranstaltungen sowie Diskussionsabende zum Thema Kulturförderung in Innsbruck geben. Wir lassen uns dabei auch von Menschen aus verschiedensten Generationen inspirieren, ein Abend im Zeichen der Rapmusik soll es auch bald geben.

Krista Sommer: Die Hip-Hop und Rap-Szene in Tirol ist ja auch recht groß. Diesen jungen Menschen einen tollen Ort zu bieten, ist uns ein wichtiges Anliegen. Vielleicht auch für Videodrehs oder zum Fotografieren – einfach die Möglichkeit einer erweiternden Bühne.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Krista Sommer: Ich wünsche mir sehr diese gemeinsame Salonkultur in Innsbruck wieder ins Laufen zu bringen.

Anders Linder: Wir wünschen uns natürlich ein spannendes Kulturjahr, das der Pandemie hoffentlich nicht wieder zum Opfer fällt. Und was wir uns vor allem wünschen – was auch unsere Intention mit den Räumlichkeiten ist – sind viele Begegnungen. Die Begegnung von Wirtschaft und Kultur, bei dem alle Respekt voreinander haben und voneinander lernen können, ist uns wichtig. Besonders jene Menschen, die gerade ihre ersten künstlerischen Schritte machen brauchen unsere Unterstützung. Die Vielfalt der Menschen macht eine Landeshauptstadt aus und wir sehen uns als eine Bereicherung dafür. 

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© Birgit Pichler

Mehr Informationen zum Kulturbogen55 finden Sie HIER.