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People | 01.06.2022 Entgeltliche Einschaltung

„Wir arbeiten mit den Rohstoffen der Zukunft“

Vor 50 Jahren wurde DAKA gegründet. Heute ist das Schwazer Familienunternehmen der erfolgreichste Tiroler Anbieter in puncto Entsorgung und Recycling. Ein Gespräch über Wachstum, Mut und Familie.

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Starke Familienbande: Barbara Zitterbart steht ihrem Sohn Matthias mit Rat und Tat zur Seite. Foto: Martin Vandory

Vor 50 Jahren wurde DAKA gegründet, seither hat sich viel getan. Wie ist es gelungen, das Unternehmen in den letzten Jahren so breit aufzustellen?

Barbara Zitterbart: Angefangen hat bei uns alles mit der Kanalreinigung. Mein Vater Josef Danler hat 1972 gemeinsam mit seinem Kompagnon Herbert Kandler Daka gegründet – daher stammt auch der Name DAKA. Im Laufe der Jahre kamen viele neue Bereiche dazu, aber erst Mitte der Achtziger hat sich die Firma richtig weiterentwickelt. Damals kam ja das erste Abfallwirtschaftsgesetz. Ich glaube, wir waren einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Und natürlich die richtigen Entscheidungen – zum Beispiel bei Firmenzukäufen. Dadurch sind wir ja überhaupt erst zur Müllentsorgung gekommen, die wir vorher überhaupt nicht angedacht haben. Mittlerweile machen wir in über 80 Gemeinden die Müllabfuhr. Man kann nicht alles vorausplanen, aber muss die Chancen, die sich ergeben, aufnehmen und versuchen, das Beste draus zu machen. 

Herr Zitterbart, wie war es für Sie, im Familienunternehmen aufzuwachsen?

Matthias Zitterbart: Es war eine sehr wertvolle und lehrreiche Zeit, im Familienunternehmen aufzuwachsen, weil man schon recht früh mit den Werten des Unternehmens in Verbindung kommt. Man lernt, was es heißt, so einen Betrieb zu führen und vor allem Verantwortung zu übernehmen – für Mitarbeiter:innen, für Kund:innen oder für Lieferant:innen. Aber auch Werte wie Handschlagqualität, Empathie und Problemlösungskompetenz. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, verlässliche Menschen an der Seite zu haben und langjährige Mitarbeiter:innen, auf die man bauen kann. In meiner ersten Tätigkeit bei DAKA war ich Ferialpraktikant, damals noch in der Kanalreinigung. In den folgenden Jahren habe ich sämtliche Stationen im Unternehmen durchlaufen, bis hin zur Geschäftsleitung. Für mich ist es eine der spannendsten Branchen, die es gibt – so voller Innovationen, Umweltgedanken und Zukunftsdenken.

 

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Foto: Martin Vandory

Frau Zitterbart, was möchten Sie Ihrem Sohn für die Zukunft mitgeben?

Barbara Zitterbart: Ich möchte ihm den Mut und die Freude mitgeben, täglich etwas zu unternehmen und zu gestalten. Ich glaube, das ist das Wichtigste. Und was er natürlich auch braucht: Glück mit der Personalauswahl. Bei mir war es immer so: Wenn ich von Vornherein ein gutes Bauchgefühl hatte, hat es meistens gut funktioniert. Ich bin froh, dass Matthias dieses Bauchgefühl auch hat, ebenso wie unternehmerisches Denken. Es ist eine schöne Aufgabe, etwas gestalten zu können und jemandem das Aufgebaute mitgeben zu können.

Wohin wird sich die Abfallwirtschaft in den nächsten Jahren entwickeln?

Matthias Zitterbart: Die Abfallwirtschaft bewegt sich weg vom Abfall und hin zum Rohstoff. Global gesehen ist die Abhängigkeit von Rohstoff aus anderen Ländern eine der großen Herausforderungen der Zukunft – das erfahren wir ja gerade hautnah in Bezug auf primäre Rohstoffe, Gas, Öl und so weiter. Die Abfallwirtschaft leistet hier einen wesentlichen Beitrag, Ressourcen einzusparen, die Umwelt zu schonen, aber auch die Wertschöpfung im eigenen Land zu behalten. Das Thema Kreislaufwirtschaft wird uns in den kommenden Jahren besonders beschäftigen: Es geht darum, den Abfall nicht einfach nur zu entsorgen, sondern zu überlegen, wie man daraus neue Rohstoffe gewinnen und diese wieder in den Produktionskreislauf zurückführen kann.

Wie digital ist die Branche bereits?

Matthias Zitterbart: In puncto Digitalisierung sind wir schon recht weit – von digitalen Chips an den Müllbehältern, die dessen Füllgrad anzeigen und die entsprechenden Wegstrecken bemessen bis hin zum Einsatz von Robotik in der Sortiertechnik. Wir jagen nicht jedem digitalen Trend hinterher, aber sind sehr aufgeschlossen und nutzen die Werkzeuge gezielt da, wo es wirklich Sinn macht.

 

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Foto: Martin Vandory

Was sind Ihrer Erfahrung nach die häufigsten Fehler bei der Entsorgung von Haushaltsabfällen?

Matthias Zitterbart: Plastik ist nicht gleich Plastik. Alles, was kein lizensierter Kunststoff ist – etwa eine Gummiente oder ein Spielzeugtraktor – gehört in den Restmüll. Lizensiert sind vor allem Verpackungsmaterialien. Es gibt inzwischen Bestrebungen der EU unter dem Schlagwort „Design to recycle“, wonach Produkte aus einem möglichst homogenen Stoff gefertigt werden sollen, um deren Recycling zu erleichtern. Denn das Problem von Verbundstoffen – also wenn der Stöpsel der Trinkflasche beispielsweise aus einem anderen Plastik gefertigt ist als der Hohlkörper – ist, dass diese im Nachhinein nur schwer wieder auseinander zu sortieren sind.

Sie bilden in Ihrem Betrieb auch junge Menschen zu Entsorgungs- und Recyclingfachpersonen aus. Wie gelingt es, diesen wichtigen Beruf auch in Zukunft für junge Menschen attraktiv zu machen?

Matthias Zitterbart: Man muss sagen, es ist ein wirklich lässiger, moderner und vor allem abwechslungsreicher Lehrberuf. Das Aufgabenspektrum reicht von der Abfallklassifizierung und -einordnung über Anlagentechnik und chemisches Wissen bis hin zur Kund:innenbetreuung. Gerade die menschliche Komponente ist nicht zu unterschätzen, denn die Beratung ist einer unserer Schwerpunkte. Zudem ist der Job absolut krisensicher und zukunftsreich. Wir haben verschiedene Standorte, vom Kompostwerk über chemisch-physikalische Anlagen bis hin zu Sortieranlagen. In ihrer Ausbildungszeit bekommen unsere Lehrlinge Einblick in die verschiedensten Bereiche, um die Stärken und Interessen auszuloten und ihnen dann entsprechende Spezialisierungen zu ermöglichen. Als ausgebildeter Lehrling kann man mit dem Stapler fahren und die Abfälle bewegen, im Labor arbeiten oder sich auf das sogenannte Stoffstrommanagement spezialisieren, also durchaus auch im Verwaltungsbereich. Da gibt es viele Möglichkeiten.

Worauf dürfen sich Mitarbeiter:innen bei Ihnen freuen? Was zeichnet Ihr Team aus?

Matthias Zitterbart: Das Miteinander spielt bei uns eine wichtige Rolle. Wir veranstalten immer wieder Feste, gehen Kegeln oder Go-Kart-Fahren, wo man die Möglichkeit hat, die Kolleg:innen besser kennenzulernen und miteinander Spaß zu haben.

 

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Foto: Martin Vandory

Was ist Ihnen in der Mitarbeiter:innenführung besonders wichtig?

Matthias Zitterbart: Uns ist wichtig, dass sich die Menschen mit dem Unternehmen und dem Berufsbild identifizieren. Wir legen großen Wert darauf, die individuellen Stärken hervorzukehren, auf die Personen zuzugehen und sie auf ihrem Weg bestmöglich zu unterstützen. Wir treffen unsere Entscheidungen immer konsequent und transparent und setzen in der Zusammenarbeit stark auf Vertrauen. Wir führen unsere Mitarbeiter:innen dahingehend, dass sie möglichst eigenständig agieren können, wir achten auf eine wertschätzende Haltung und darauf, immer auch den Menschen hinter dem:r Mitarbeiter:in zu sehen. Und natürlich ist es auch unsere Aufgabe, Konflikte zu erkennen und zu lösen.

Barbara Zitterbart: Wir geben aber auch jedem, der einen guten Hausverstand hat und gerne eigenständig arbeitet, Raum zur persönlichen Weiterentwicklung. Wir können und wollen nicht jede:n einzelne:n Mitarbeiter:in in der täglichen Arbeit kontrollieren, sondern arbeiten viel lieber auf Vertrauensbasis und auf Augenhöhe, wie Matthias schon gesagt hat.

Matthias Zitterbart: Ich denke, das ist auch ein wichtiger Grund für unser stetiges Wachstum. Weil wir unseren Mitarbeiter:innen über die Jahre immer schon sehr viel zugetraut haben. Das kommt zurück – beispielsweise, indem sie bestimmte Unternehmensbereiche selbstständig weiterentwickelt und zu neuer Größe geführt haben.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft von DAKA?

Matthias Zitterbart: Ich wünsche mir, dass dieses besondere Klima erhalten bleibt, das wir auch bei unserer Jubiläumsfeier so stark gespürt haben – dass sich Menschen auch noch nach 40 Jahren bei uns zugehörig fühlen. Dass wir uns stetig entwickeln werden, gesund und qualitativ, gemeinsam mit tollen Menschen, die uns dabei begleiten.

Barbara Zitterbart: Ich für meinen Teil hoffe natürlich, dass wir noch lange mit Rat und Tat dabei sein dürfen. Für mich war es nie so, dass ich mir gedacht habe „Jetzt bin ich alt genug, um in Pension zu gehen“ – sondern wir dürfen den Unternehmensweg mitgestalten. Solange wir gesund sind, hoffen wir, dass wir noch lange mitwirken können.

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Foto: Martin Vandory

Mehr Informationen finden Sie hier: www.daka.tirol