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People | 14.07.2021

Women for Women - Chimamanda Ngozi Adichie

Unsere Reihe widmet sich den Pionierinnen, die sich im Großen oder Kleinen für die Rechte der Frau starkgemacht haben.

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(c) Shutterstock

Chimamanda Ngozi Adichie wird am 15. September 1977 in Enugu, Nigeria geboren. Ihr Vater ist Mathematikprofessor, ihre Mutter Universitätsangestellte. Bereits mit vier Jahren kann Adichie lesen, mit sieben beginnt sie ihre ersten eigenen Geschichten zu schreiben. Heute kämpft die Autorin mit ihren Büchern für Feminismus und gegen Sexismus auf der ganzen Welt, weshalb sie in unsere Reihe „Women for Women“ aufgenommen wird.

Betroffen. Als junges Mädchen wird Adichie geprägt von den westlichen Geschichten ihrer Kinderbücher – die Hauptfiguren haben allesamt helle Haut und blaue Augen, spielen im Schnee anstatt in der Sonne und essen Äpfel anstatt Mangos. Nachdem sie die ersten Bücher von afrikanischen Autorinnen und Autoren liest, beginnt sie über ihr eigenes Leben zu schreiben. Im Alter von neun Jahren wird ihr bewusst, dass sie als Mädchen nicht die gleichen Chancen hat wie Jungen. In ihrer Klasse soll die beste Schularbeit mit dem Klassensprecheramt ausgezeichnet werden. Obwohl Adichie die beste Arbeit schreibt, bekommt der zweitplatzierte Junge das Amt – denn laut der Lehrerin kommt sie als Mädchen gar nicht für den Posten infrage.

Begabt. Nach ihrem Schulabschluss beginnt Adichie auf Wunsch ihrer Eltern ein Medizin- und Pharmaziestudium in Nigeria. Sie bricht dieses jedoch nach einiger Zeit ab und zieht mit 19 Jahren in die USA, um dort Politik- und Kommunikationswissenschaften zu studieren. Dort schließt sie ihr Studium mit summa cum laude ab und beginnt danach ein Masterstudium in Kreativem Schreiben. Aufgrund ihrer Erfolge erhält sie 2005 ein Stipendium an der angesehenen Princeton University. Im Jahr 2008 fügt die Autorin ihrer akademischen Laufbahn noch einen Abschluss in Afrikanistik an der Yale University hinzu. In diesen Jahren pendelt sie zwischen den USA und ihrem Heimatland Nigeria, auch heute teilt die Schriftstellerin ihre Zeit zwischen den beiden Ländern auf.

Begeistert. Schon 2003 ergattert Adichies Debütroman „Purpe Hibiscus“ viele Preise. Ihren großen Durchbruch hat sie jedoch im Jahr 2013, als sie in ihrem TED Talk „We should all be feminists“ davon berichtet, welche Ungleichheiten sie zwischen Männern und Frauen erlebt. Die Rede wird legendär, Millionen Menschen sehen sie sich im Internet an. Und auch Popstar Beyoncé ist ein großer Fan: In ihrem Song „Flawless“ zitiert sie kurze Passagen aus Adichies Rede. Auf Basis dieser Gespräche veröffentlicht Adichie außerdem ein Buch, das international ein Bestseller wird. Viele ihrer Romane werden in mehrere Sprachen übersetzt, darunter Deutsch, Niederländisch und Spanisch. Am Landestheater Salzburg wird das Buch außerdem als Stück inszeniert.

Beharrlich. Auch heute führt Adichie mit viel Entschiedenheit einen Kampf gegen Stereotype, Sexismus und Diskriminierung. Als Mutter einer Tochter schreibt sie außerdem Bücher darüber, „wie unsere Töchter selbstbestimmte Frauen werden können“. In ihrem Werk „Liebe Ijaeweke“ von 2017 macht sieVorschläge für eine feministische Erziehung. Gemeinsam mir ihrem Verleger gründete sie außerdem eine Non-Profit-Organisation, die das Lesen und Schreiben junger Nigerianerinnen fördern soll.