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People | 28.06.2021

Women for Women - Scarlett Curtis

Unsere Reihe widmet sich den Pionierinnen, die sich im Großen oder Kleinen für die Rechte der Frau starkgemacht haben.

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Wortgewandt. Neben ihrem Einsatz für den Feminismus schreibt Curtis für verschiedene Zeitungen und Magazine. (c) Shutterstock

Scarlett Curtis hatte als Achtjährige einen kurzen Auftritt im Weihnachtsklassiker „Tatsächlich Liebe“ als unscheinbares Mädchen im Hummerkostüm bei der Schultheateraufführung. 18 Jahre später nehmen wir sie in die Reihe unserer „Women for Women“ auf.

Aktiviert. Am 21. Juni 1995 wird Scarlett Kate Freud Curtis als Tochter der  Moderatorin Emma Freud und des   Drehbuchautors Richard Curtis in London geboren. Als Jugendliche ist sie auf den Rollstuhl angewiesen und ans Bett gefesselt, da sie an chronischen Rückenschmerzen leidet. In dieser Zeit beginnt Curtis auf einem eigenen Blog zu veröffentlichen, wodurch sie ihre Leidenschaft zum Schreiben entdeckt. Während die Krankheit ihren Alltag einschränkt, beginnt sie, sich mit feministischen Themen zu beschäftigen, und liest zahlreiche Bücher von Pionierinnen wie Gloria Steinem und Bell Hooks. Ihre Interessen vereint Curtis schließlich im Studium Medien und Feministische Soziale Bewegungen. Mit 19 zieht sie nach New York, wo sie in akademischen Kreisen mit extrem feministischen Ansichten verkehrt. Außerdem engagiert sie sich in politischen Kampagnen und arbeitet für verschiedene NGOs. Seither lässt der Aktivismus die junge Engländerin nicht mehr los.

Erfolgreich. 2017 gründet Curtis gemeinsam mit der Autorin Grace Campbell, Drehbuchautorin Honey Ross und Illustratorin Alice Skinner das feministische Kollektiv The Pink Protest. Gemeinsam wollen sie Aktivismus für junge Menschen neu definieren und ihn ihnen zugänglich machen.  Vor allem aber soll der Einsatz  Spaß machen. So wird etwa per Instagram wöchentlich eine Mission veröffentlicht, an der sich jede und jeder einzelne unkompliziert beteiligen kann. Durch das internationale Netzwerk sollen kleinere Bewegungen unterstützt werden, um gemeinsam die Welt zu verändern. Mit Kampagnen für kostenlose Menstruationsartikel an Schulen und  gegen weibliche Genitalverstümmelung bewirkte The Pink Protest bereits zwei Gesetzesänderungen.

Vielseitig. Auf Zusammenarbeit setzt Curtis auch in ihrem Buch „Feministinnen tragen kein Pink (und andere Lügen)“. In der Kollektion aus 52 Essays erzählen Frauen, was Feminismus für sie bedeutet. Für Curtis ist es dabei entscheidend, die Vielschichtigkeit des Feminismus zu zeigen und jungen Mädchen ein Buch an die Hand zu geben, in dem sie sich möglicherweise wiederfinden. Die Einnahmen des Buches wurden an die UN-Hilfsorganisation Girl Up gespendet.   

Zeitgemäß. Viele der Pionierinnen, die wir hier vorstellen, haben mit ihren wissenschaftlichen Theorien den feministischen Diskurs geprägt, mit ihrem politischen Engagement für die Rechte von Frauen gekämpft und Generationen von Menschen mit ihren Gedanken für eine gleichberechtigte Welt inspiriert: große Taten von großen Frauen. In ihre Fußstapfen zu treten scheint heute unmöglich. Scarlett Curtis dagegen beweist: Feminismus im 21. Jahrhundert kann auch anders aussehen. Dank eigener Erfahrungen und Erlebnisse kann quasi jedes Mädchen und jede Frau zur feministischen Debatte ihren Teil beitragen. Gemeinsam lässt sich auch im Kleinen viel bewegen.