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People | 14.02.2020

TIROLERIN Männerdomäne – Seilbahntechnikerin

Eva Schulze sorgt als Seilbahntechnikerin dafür, dass die Gondeln am Stubaier Gletscher die Gäste sicher auf den Berg und ins Tal bringen.

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Der Computer ist ein wichtiges Hilfsmittel, damit bei der Gondelbahn alles rund läuft. (Foto: Birigt Pichler)

Den Start in die Berufswelt wagte Eva Schulze über eine Ausbildung zur Konditorin und Köchin. Dann hat es sie von der Küche an die Liftstation verschlagen. So ist die 31-Jährige seit knapp zehn Jahren als Seilbahntechnikerin tätig und dafür verantwortlich, dass an der längsten Dreiseilumlaufbahn der Alpen am Stubaier Gletscher alles wie am Schnürchen – oder besser gesagt, wie am Stahlseil – läuft.

 

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(Foto: Birigt Pichler)

Der Berg ruft. Nach der Lehre und Anstellung im Gastgewerbe sehnte sich Eva Schulze nach einem beruflichen Tapetenwechsel. „Ein Freund von mir, der auch an der Bahn arbeitet, meinte: ‚Bewirb dich, weil wir suchen sowieso immer Mitarbeiter.‘“, erzählt die junge Frau. Übergangsweise nahm sie eine saisonale Stelle an der Sesselbahn an, darauf folgte direkt eine Vollzeitanstellung. Nach dem Abschluss der Maschinistenausbildung trat Schulze schließlich über den zweiten Bildungsweg die Lehre zur Seilbahntechnikerin an. „Mir hat die Arbeit einfach wirklich gefallen. Hinter dem Beruf steckt viel mehr, als man im ersten Moment annehmen könnte“, ist sich die bereits erfahrene Mitarbeiterin sicher.

 

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Wenn es hoch hinaus geht, kommt die entsprechende Sicherheitsausrüstung zum Einsatz. (Foto: Birigt Pichler)

Balanceakt. Ein typischer Arbeitstag beginnt für die Seilbahnangestellten um 7.20 Uhr und endet am frühen Abend. Zum Ausgleich der Arbeitszeit wird stets ein Rhythmus von drei Arbeitstagen und zwei Tagen frei eingehalten. In der Früh geht es mit der ersten Gondel auf den Berg zur Mittelstation, wo Schulze im Einsatz ist. Die junge Frau kennt die Anlage, die eine der schwersten Bahnen in Betrieb ist, wie ihre Westentasche, denn sie war nicht nur beim Bau mit im Einsatz, sondern kontrolliert auch täglich die technischen Abläufe und ist bei den jährlichen Revisions- und Wartungsarbeiten zur Stelle. Am Lift kommen aber auch Technik und Dienstleistung zusammen, denn der Fahrgastbetrieb muss laufend überwacht werden.

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An der Mittelstation überwacht Schulze den Liftbetrieb. (Foto: Birigt Pichler)

Runde Sache. Als Frau in einem Team mit 38 Männern an der Seilbahn zu arbeiten stellte für Eva Schulze nie ein Hindernis dar. „Man muss sich natürlich beweisen, aber wenn man Interesse zeigt, ist das alles kein Problem und die Leute begegnen einem viel offener.“ Zwar erfordere der Beruf technisches Geschick und handwerkliche Fähigkeiten, daneben sei aber vor allem auch Flexibilität gefragt. Gerade während der Ausbildung werde man sowohl in der Werkstatt als auch zur Beaufsichtigung des Fahrgastbetriebs sowie zum Schneeschippen oder zu Arbeiten an der Liftstütze eingeteilt. Für genügend Abwechslung ist auch im Berufsalltag an der Mittelstation gesorgt. „Bei der Bahn kommt viel zusammen“, erzählt Eva Schulze. Außerdem biete der Job einen flexiblen, aber sicheren Arbeitsplatz, denn man könne beispielsweise saisonal den Berg oder das Skigebiet wechseln und Liftpersonal werde ohnehin ständig gesucht.


Infos zur Ausbildung

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(Foto: Franz Oss)

Franz Hörl Spartenobmann

Bei der Ausbildung zur Seilbahntechnikerin und zum Seilbahntechniker steht nicht allein die Technik im Mittelpunkt. Auch auf die Bereiche Umwelt, Natur und Menschen kommt es an. Damit bieten sich Jugendlichen neben einem abwechslungsreichen und modernen Lehrberuf attraktive Karriereoptionen und Aufstiegschancen für die Zukunft. Der Aufgabenbereich der Fachkräfte für Seilbahntechnik umfasst die Bedienung, Wartung und Instandhaltung von Seilbahnanlagen unterschiedlicher Art. Daneben spielen die Pistenplanung und -pflege, betriebswirtschaftliche Zusammenhänge sowie technische Prozesse und der Kontakt mit Kundinnen und Kunden eine wichtige Rolle. Für das erfolgreiche Absolvieren der Lehre sollte man über technisches Verständnis sowie eine prozess- und lösungsorientierte Denkweise verfügen. Verantwortungsbewusstsein und Eigenverantwortung zählen genauso zu den wichtigsten Eigenschaften wie ein guter Umgang mit Menschen und Freude an der Arbeit im Freien.

Dauer der Lehre: 3,5 Jahre
Einstiegsgehalt lAUT KV:
Lehrlingsentschädigung im 1. Lj.: € 815,–
Lehrlingsentschädigung im 2. Lj.: € 977,–
Lehrlingsentschädigung im 3. Lj.: € 1.140,–
Lehrlingsentschädigung im 4. Lj.: € 1.629,–


In der nächsten Ausgabe:

Malerin