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People | 25.02.2020

Tirolerin Hallencup

Der erste TIROLERIN Hallencup macht die Tiroler Fußball-Landschaft um einen weiteren Höhepunkt reicher.

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Maya Holme und Sarah Serra (Foto: Birgit Pichler)

Lange war Fußball ein vermeintlicher Männersport. Vermeintlich deshalb, weil er zwar zumeist im langen Schatten der Männerwettbewerbe stand, gerade über die erfolgreichen Weltmeisterschaften der letzten Jahre hinweg aber nun immer mehr aus diesem hervortritt. Die ersten Frauenmannschaften formierten sich in England schon bald nach der Gründung des ersten offiziellen Fußballverbands im Jahr 1863, und nur wenig später waren bei den Spielen schon bis zu 10.000 Zuschauerinnen und Zuschauer in den Stadien zugegen. Auch in Tirol findet nun in diesem Bereich eine rasante Professionalisierung statt. Der erste TIROLERIN Hallencup etwa wird vom 29. Februar bis zum 1. März erstmals ausgetragen und gibt den heimischen Frauenteams die Möglichkeit, auch in der kalten Jahreszeit um Tore und Siege zu ringen. Wir haben uns im Innsbrucker Haus der Musik mit Maya Holme Pedersen und Sara Serra, zwei Spielerinnen des heurigen Gastgebervereins SPG FC Stubai/Matrei, getroffen und mit ihnen über ihren Werdegang und ihre Begeisterung für die schönste Nebensache der Welt gesprochen.

 

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Mittelfeldspielerin und Außenverteidigerin Maya Holme Pedersen beweist auch abseits des Spielfelds großes Balltalent. Im Blick auf den TIROLERIN Hallencup zeigt sie einen unbändigen Siegeswillen. (Foto: Birgit Pichler)

TIROLERIN: Was macht für euch eigentlich die Faszination am Fußball aus?
Maya Holme Pedersen: Meine Lehrerin, die jetzt auch mit mir in der Mannschaft spielt, hat mich dazu motiviert, Fußball zu spielen. Später hat sie mich dann auch zum Damentraining mitgenommen, und seitdem bin ich dabei. Das war vor sechs Jahren. Ich mag es, dass ich einmal in der Woche meinen Fixtermin habe, an dem ich meine Sportlichkeit ausleben kann.
Sara Serra: Ich habe schon mit fünf Jahren begonnen, Fußball zu spielen. Ich war eigentlich schon immer hauptsächlich mit Burschen befreundet, da hat sich das dann einfach ergeben. Was mich dabei fasziniert, ist das Teamgefühl. Man macht alles gemeinsam durch, egal ob Sieg oder Niederlage. Auch dass ich Menschen damit überrascht habe, als Frau Fußball zu spielen, hat mir immer gut gefallen.

Eine Besonderheit am Mannschaftssport ist der Teamgeist, der sich dabei entwickelt. Glaubt ihr, dass es hier Unterschiede zwischen Männer- und Frauenteams gibt?
Maya Holme Pedersen: Wir haben einen sehr starken Zusammenhalt in der Mannschaft, Neid unter uns Spielerinnen gibt es kaum – im Gegenteil, man freut sich sehr für die anderen. Männer sind da, denke ich, auch untereinander ein wenig kompetitiver.
Sara Serra: Das glaube ich eigentlich nicht. Ganz egal ob Männer oder Frauen, alle haben grundlegend das gleiche Ziel. Gewinnen und insbesondere dabei Spaß haben wollen alle. Was ich mir schon vorstellen kann, ist, dass man in Männermannschaften viel direkter auf die eigenen Fehler hingewiesen wird. Wir versuchen, das immer auch mit einem Schuss Motivation zu verbinden und nicht einfach nur Kritik ohne Lösungen anzubringen.

 

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Sowohl ihren Kampf- als auch ihren Teamgeist kann Sara Serra beim Fußball perfekt zum Einsatz bringen. In ihrer Position als Stürmerin kommt der Sterzingerin ihr italienisches Temperament genau recht. (Foto: Birgit Pichler)

Lernt man auf dem Spielfeld eigentlich auch fürs Leben?
Maya Holme Pedersen: Ich habe auf jeden Fall gelernt, mit dem Verlieren umzugehen. Auch die Arbeit in einem Team, gemeinsam zu kämpfen, zu gewinnen, aber auch zu verlieren, habe ich durch den Verein gelernt.
Sara Serra: Bei manchen Schiedsrichterentscheidungen habe ich früher oft sehr aufbrausend reagiert. Da habe ich inzwischen gelernt, mein italienisches Temperament zu zügeln und mich diplomatischer auszudrücken.

Was macht es mit euch, wenn ihr ein ganzes Spiel über auf der Ersatzbank sitzt? Kann das zu Konflikten innerhalb der Mannschaft führen?
Maya Holme Pedersen: Zwischendurch taucht zwar schon auch mal der Gedanke„Warum darf sie jetzt und ich nicht? “ auf, generell können wir es uns aber gegenseitig gönnen, auf dem Spielfeld zu stehen.
Sara Serra: Wie in jeder Mannschaft gibt es auch bei uns bessere und weniger gute Spielerinnen. Es ist trotzdem wichtig, alles zu geben. Nach meiner Verletzung musste ich auch eine Zeit lang aussetzen, habe mich dann aber aufgerappelt und bin wieder in die Stammspielerschaft aufgenommen worden.

 

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Die Damen vom SPG FC Stubai/Matrei freuen sich schon auf ihre Gastgeber- und Favoritenrolle beim TIROLERIN Hallencup. (Foto: Seesick Visuals)

Wie geht ihr mit Rückschlägen und Niederlagen um? Gebt ihr euch gegenseitig Unterstützung und Rückhalt?
Maya Holme Pedersen: Natürlich nehmen sich manche eine Niederlage mehr zu Herzen als andere. Wir spenden uns aber gegenseitig Trost, und jede von uns weiß, dass es immer ein nächstes Mal geben wird.
Sara Serra: Wir nutzen das einfach als Motivation – als Motivation, noch besser zu trainieren, sich die gemachten Fehler anzuschauen, auszubügeln und beim nächsten Mal alles zu geben.

Welche Rolle spielt Sport generell in eurem Leben? Habt ihr überhaupt noch Zeit für andere Hobbys?
Maya Holme Pedersen: Früher bin ich sehr viel Ski gefahren. Neben der Schule und dem Fußball war das aber zeitlich nicht mehr machbar. Ich habe mich dann fürs Fußballspielen entschieden, weil es sich durch die abendlichen Trainings besser mit meinem restlichen Leben vereinbaren lässt.
Sara Serra: Neben dem Fußball habe ich auch noch getanzt. In der Oberschule war aber auch bei mir dann das Zeitproblem da. Weil Fußball aber einfach meine große Leidenschaft ist, habe ich mich dann dafür entschieden. Tanzen kann ich auch in der Disco!

 

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Sarah Serra und Maya Holme (Foto: Birgit Pichler)

Welche Ratschläge würdet ihr jungen Mädchen geben, die auch Interesse an Fußball haben, sich aber vielleicht nicht trauen, das in Angriff zu nehmen?
Maya Holme Pedersen: Am besten wäre es wahrscheinlich, an Schnuppertrainings teilzunehmen. Damit kann man sich ganz einfach die Angst vor dem Neuen nehmen. Für mich persönlich war es eine Art Herausstellungsmerkmal, dass ich damals das einzige Mädchen am Feld war.
Sara Serra: In genau der Situation war ich schon. Eine Freundin wollte mit dem Fußball anfangen, traute sich aber nicht so ganz, weil der Leistungsunterschied zu uns ihrer Meinung nach zu groß war. Sie war dann schließlich doch bei Trainings dabei, wo ich mir dann die Zeit genommen habe, mich um sie zu kümmern. Letztendlich war sie dann fast drei Jahre bei uns in der Mannschaft. Wichtig ist, es einfach auszuprobieren.

Der TIROLERIN-Hallencup bietet jetzt eine neue Spielfläche für euch. Was sind eure Erwartungen?
Maya Holme Pedersen: Bei den zwei Tagen des Hallencups möchten wir auf jeden Fall ganz vorne mitspielen. Wir freuen uns schon sehr darauf!
Sara Serra: Ich freue mich schon auf die vielen Mannschaften und die Herausforderung, in so einem Turnier um den Sieg zu kämpfen.


Rückendeckung

Elisabeth Mayr und Stephanie Jicha übernehmen den Ehrenschutz des TIROLERIN Hallencups.

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Elisabeth Mayr und Stephanie Jicha (Foto: Birgit Pichler)

Elisabeth Mayr

Stadträtin für Bildung, Sport und Frauen

„Besonders freue ich mich, dass wir in Innsbruck das Projekt Fußball-Kindergarten auf die Beine gestellt haben, eine Kooperation zwischen städtischen Kindergärten und dem SK Wilten. 2019 haben wir außerdem das erste Mal das Frauenfußball-WM-Finale als Public Viewing live im Treibhaus übertragen. Diese „Premieren“ sind kleine Meilensteine, und wir können stolz drauf sein. Es geht um Ermutigung, Stärkung und Sichtbarkeit von Anfang an bis in die professionelle Ebene. Ganzjähriges Training und der TIROLERIN Hallencup als Krönung sind ein weiterer wichtiger Schritt für den aktiven Frauenfußball in Tirol.“

Stephanie Jicha

2. Vizepräsidentin des Tiroler Landtages

„Für die Mädels ist der TIROLERIN Hallencup gerade im Winter äußerst wichtig. Nach der Intensivphase im Frühjahr und der darauffolgenden Sommerpause gibt er die Motivation, ein ernsthaftes Hallentraining zu betreiben. Der Frauenfußball hat gerade bei der letzten Weltmeisterschaft gezeigt, dass er eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Ich freue mich schon, selbst mit meiner Mannschaft, dem FC Vomp, beim TIROLERIN Hallencup mitzuspielen!“


TIROLERIN Hallencup 2020

  • 19 Teams
  • Ski Mittelschule Neustift
  • Beginn der Vorrundenspiele: Samstag, 29. Februar 2020, 10 Uhr
  • Zwischenrunde und Platzierungsspiele: Sonntag, 1. März 2020, 12 Uhr
  • Finalspiel: Sonntag, 1. März 2020, 17 Uhr
  • EINTRITT FREI
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