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People | 13.01.2020

Künstliches Sonnenlicht

Nachhaltige Beleuchtungssysteme für Pflanzen.

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Florian Ablinger, Filippo Brighenti, Raphael Hass, Florian Kapferer und Stefan Hübl sind die Köpfe hinter EtaGrow (Foto: EtaGrow / Raphael Haas)

Gemüse und Kräuter, die auch im Winter wachsen? Ein Tiroler Start-up hat es sich zum Ziel gesetzt, das effizienteste Beleuchtungssystem für Pflanzen zu entwickeln. Bereits jetzt zählen die wassergekühlten LED-Systeme von EtaGrow zu den Top-Lösungen weltweit. Was normalerweise draußen die Sonne erledigt, dafür muss in Innenräumen auf die geeignete Beleuchtung zurückgegriffen werden. Bisher galt die Natrium-Dampf-Lampe (NDL) als klassische Lösung, doch diese produziert im Endeffekt mehr Wärme als Licht. Dies stellten auch Florian Ablinger und Stefan Hübel fest, als sie sich über mögliche Selbstversorgungsszenarien Gedanken machten. Daraus erwuchs schließlich die Idee hinter EtaGrow.

Effizient. Eigenes Tüfteln und Probieren zeigte den heutigen Unternehmensgründern schnell, dass Pflanzenbeleuchtungssysteme noch über großes Optimierungspotenzial verfügen. Heute bietet das im Februar 2018 gegründete Start-up LED-Panele an, die mit einer Wasserkühlung ausgestattet sind. Das System ermöglicht nicht nur schnelles Pflanzenwachstum bei geringem Stromverbrauch, sondern sorgt auch dafür, dass überschüssige Energie recycelt wird. Während bei der NDL zwei Drittel des Stroms in Wärme und nur ein Drittel in Licht umgewandelt wird, ist es bei den effizientesten momentan erhältlichen LEDs von EtaGrow umgekehrt.

 

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(Foto: EtaGrow / Raphael Haas)

Ganzheitlich. In das Beleuchtungssystem von EtaGrow sind Wasserrohrleitungen integriert. Diese dienen einerseits der Kühlung der LEDs, wodurch sich deren Effizienz verbessert und die Lebensdauer verlängert. Andererseits nimmt das Wasser die Abwärme der Leuchten auf, sodass diese an anderer Stelle verwertet werden kann. So können etwa Fußbodenheizungen gespeist oder das Gießwasser richtig temperiert werden. Außerdem wärmen sich die beleuchteten Räumlichkeiten durch den Abtransport der Abwärme weniger auf, weshalb weniger Energie für die Klimatisierung benötigt wird.

Ertragreich. Dass die Produktidee funktioniert, zeigt auch ein Pilotprojekt in Hall, bei dem das System sowohl bessere Qualität als auch mehr Ertrag mit sich bringt. Im kommenden Jahr soll die erste Großanlage ausgestattet werden. Außerdem soll bis Ende 2020 das ganze Team von der Unternehmensidee leben können. Dieses setzt sich aus fünf Freunden zusammen. Sie alle verbindet ihr großes Herz für Pflanzen. Daneben verfügen alle über eine technische oder naturwissenschaftliche Vorbildung. „Die Technik ist unser Steckenpferd und die Pflanzen unsere Leidenschaft“, meint Ablinger.

Idealistisch. Hinter dem Konzept von EtaGrow steckt nicht zuletzt eine gute Portion Idealismus. „Unsere Produkte sind effizienter als momentan vom Markt nachgefragt, aber uns liegt der ökologische Gedanke am Herzen“, erklärt Ablinger. Natürlich könnte man mehr Geld verdienen, würde damit aber auch der Umwelt größeren Schaden zufügen. „Wir sind kein Start-up, das in einem Jahr in den Himmel schießt, wir machen das eher wie die Pflanzen mit organischem, nachhaltigem Wachstum.“