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People | 30.11.2019

Ballköniginnen

Frauenfußball soll in Tirol zukünftig keine Nebensächlichkeit mehr sein! Wir haben nachgefragt, warum das Spiel mit dem Ball ab 2020 vermehrt Damensache wird.

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(Foto: Martin Vandory)

Lange reine Männerdomäne, heute auch Frauensache: Gerade in den letzten Jahren hat das Massenphänomen Fußball sein wandelbares Gesicht gezeigt. Der Sport, der jahrzehntelang für das vermeintlich stärkere Geschlecht reserviert war, hat heute an weiblichen Facetten zugelegt. „Eine Entwicklung, die nötig war“, wie uns Josef Geisler, Präsident des Tiroler Fußballverbandes, versichert, als wir ihn gemeinsam mit den Frauenreferatsvertreterinnen Jennifer Giebl und Katharina Margreiter zum Gespräch treffen. Alle drei gelten als Hauptverantwortliche für die Förderung von Frauenfußball in Tirol. Im Zuge eines neuen Projektes soll das Spiel um den Ball für Mädchen und Frauen nun noch attraktiver werden, wie wir im Interview erfahren.

 

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Katharina Margreiter setzt sich für junge Ballvirtuosinnen ein. (Foto: Martin Vandory)

Tirolerin: Wie kam es zur Idee, Frauenfußball vermehrt zu fördern? 
Josef Geisler: Im Tiroler Fußballverband gibt es schon länger die Bestrebung, den Mädchen- und Frauenfußball in der Gesellschaft besser zu verankern, zum Besipiel durch Mädchenstützpunkte oder den Kerschdorfer Euregio-Cup. Konkret wurde die Sache im Juni 2019, als wir Jennifer Giebl als Frauenfußballleiterin im höchsten Gremium des TFV verankerten. Damit wollten wir neue Impulse setzen. Mädchen und Frauen sollen einen größeren Ansporn erhalten, sich aktiv im Fußball zu beteiligen.

Ist die Nachfrage nach Frauenfußball momentan bereits da? 
Jennifer Giebl: Auf jeden Fall – Tendenz steigend, wohlgemerkt. Besonderes Interesse wurde durch Großevents wie die Frauenfußballweltmeisterschaft in Frankreich ausgelöst. Events wie diese haben dazu beigetragen, den Sport auch für Mädchen salonfähig zu 
machen.

 

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Für Josef Geisler ist es wichtig, Mädchen im Fußball zu fördern. (Foto: Martin Vandory)

Sieht sich der Frauenfußball heute noch mit vielen Klischees konfrontiert?
Jennifer Giebl: Es gibt mit Sicherheit ein Umdenken – Vorurteilen begegnet man immer seltener. Fußball ist längst nicht mehr nur Männersache. Das sehen die Menschen auch. 
Josef Geisler: Obwohl man trotzdem realistisch bleiben muss. Ich glaube, der Tiroler Frauenfußball ringt nach wie vor um mehr Anerkennung. Was sich auf jeden Fall feststellen lässt, ist eine Entwicklung in die richtige Richtung. Frauenfußball wird qualitativ immer besser. Wenn man ihn mit dem Männerfußball vergleicht, lassen sich besonders im Bereich der Technik und Taktik kaum mehr Unterschiede ausmachen. Das stößt natürlich auf Beachtung.

 

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Jennifer Giebl stand selbst Jahre lang auf dem Feld. (Foto: Martin Vandory)

Ab kommendem Jahr soll es einen eigenen Hallencup im Frauenfußball geben. Wie haben Sie den Ball dafür ins Rollen gebracht? 
Jennifer Giebl: Zuerst stellten wir uns die Frage, warum es in unserer Region keinen offiziellen Hallencup für Frauen gibt. Wir erkannten die Lücke, entschlossen dagegen zu handeln. Nach einigen Absprachen bekamen wir grünes Licht, um das Projekt ins Leben zu rufen. Bis heute haben 24 Damenmannschaften eine Einladung zum Cup erhalten – unsere Idee, die klein begonnen hat, hat sich mittlerweile also zu einem riesen Projekt entwickelt. 
Katharina Margreiter: Einem Projekt mit unglaublicher Breitenwirkung! Die Teams kommen aus den verschiedensten Teilen Nordtirols. Das setzt ein klares Statement: Frauenfußball in Tirol existiert, und man sollte ihn nicht unterschätzen.

 

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Welche Ziele verfolgt das Projekt?
Jennifer Giebl: In erster Linie wollen wir Zuschauern unter geballter Ladung beweisen, was alles möglich ist. Es steckt sehr viel Potenzial, Können und Niveau im Frauenfußball. Der Hallencup bietet Spielerinnen eine Bühne, um ihr Talent nach außen zu tragen. 
Katharina Margreiter: Diese Chance wird auch von den Vereinen sehr geschätzt. Nachdem wir unser Vorhaben angekündigt haben, bekamen wir unglaublich positives Feedback. Die Mannschaften freuen sich schon jetzt sehr über die Möglichkeit.

Man darf in nächster Zeit also einiges vom Tiroler Frauenfußball erwarten?
Josef Geisler: Auf jeden Fall! Die Projekte, an denen wir momentan arbeiten, sind für eine Laufzeit von drei Jahren geplant – man wird also auch in Zukunft viel von uns hören!


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Diana Langes-Swarovski (Foto: Gerda Eichholzer)

RAN AN DEN BALL!
Diana Langes-Swarovski gilt als eine der größten Unterstützerinnen, wenn es darum geht, Fußball an die Frau zu bringen.


„Wir leben in einer modernen Zeit, in der es nicht mehr die klassischen Frauen- und Männerberufe gibt. Das gleiche gilt für den Sport. Frauen können auf dem Rasen die gleiche Begeisterung auslösen, die Stimmung im Stadion anheizen, die Medien für sich einnehmen und natürlich auch hinter den Kulissen managen und die Fäden ziehen. Dass Frauenfußball in dem Maße gefördert wird, zeigt, dass im Sport viel in Bewegung ist. Völlig vorurteilsfrei.“