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People | 21.08.2019

Eine Idee auf Tauchstation

HyFish aus Innsbruck will mit einem Seilrechen Fische von den gefährlichen Turbinen der Wasserkraftanlagen fernhalten.

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Das Team rund um Markus Aufleger, Barbara Brinkmeier und Ruben Tutzer gewann  den ersten Platz beim „Adventure X“. (Foto: HyFish)

Dem Schutz von Fischen widmet sich das Start-up HyFish. Gemeinsam haben die drei Innsbrucker Barbara Brinkmeier, Markus Aufleger und Ruben Tutzer den sogenannten FishProtector entwickelt. Dieser soll in Wasserkraftanlagen zur Anwendung kommen, um zu verhindern, dass Fische in die Turbinen gelangen und dort verletzt oder sogar getötet werden. Die effiziente und kostengünstige Technologie hinter der Idee kann, vereinfacht gesagt, mit einem Weidezaun verglichen werden. Im Einlaufbereich der Turbinen halten horizontal gespannte Seile die Fische davon ab weiterzuschwimmen und leiten sie stattdessen in den für den Fischabstieg vorgesehenen „Bypass“. Um die Schutz- und Leitwirkung weiter zu verstärken, wird an den Seilen elektrische Spannung im Niedrigvoltbereich angelegt. Bei ersten erfolgreichen Versuchen wurden heimische Fischarten in einer Versuchsrinne mit dem Rechen konfrontiert und ihr Verhalten wurde per Videoüberwachung und Telemetrie aufgezeichnet.

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Gespannte Seile sorgen dafür, dass die Fische nicht in die Turbinen schwimmen. (Foto: HyFish)

Eine Idee, die ankommt. Heuer gewann das Team aus Innsbruck bereits den Geschäftsmodell-Wettbewerb „adventure X 2019“ im Rahmen des Interreg-Projektes „Startup.Euregio“ und sicherte sich den zweiten Platz beim Neptun Wasserpreis 2019. Mittlerweile ist die Technologie auch mit einem Patent in Europa und den USA geschützt. „Es macht uns stolz, dass wir mit unserer Arbeit einen sinnvollen Beitrag zum Gewässerschutz leisten können“, erklärt Barbara Brinkmeier, die mit ihren Kollegen an der Universität Innsbruck tätig ist. „Bisher haben wir sehr viel positives Feedback von allen Seiten erhalten. Dennoch ist die Suche nach einem geeigneten Pilotstandort aufwändiger als gedacht.“ Auch wären manche Wasserkraftbetreiber noch nicht bereit, Neues auszuprobieren. Aktuell verbringen die Teammitglieder neben Forschung und Entwicklung viel Zeit damit, geeignete Standorte im In- und Ausland zu besuchen und an Konferenzen und Fachmessen teilzunehmen. Auch für die Zukunft wurden bereits ehrgeizige Pläne geschmiedet. Nach der offiziellen Unternehmensgründung, die für den Sommer 2020 ansteht, wollen die drei Innsbrucker bis 2025 rund zehn Mitarbeiter anstellen, mehr als 20 Anlagen mit ihrem FishProtector ausstatten und so auch tausenden Fischen das Leben retten.