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People | 07.04.2019

#Online mit Barbara Thaler

Mit ihrer Agentur digithaler zeigt Barbara Thaler Unternehmen, was im World Wide Web möglich ist, als WK-Vizepräsidentin steht sie Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite. Nun will die 37-Jährige auch politisch etwas bewegen und kandidiert für das EU-Parlament. Wir haben die Karrierefrau zum Interview gebeten.

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Foto: Julian Angerer

TIROLERIN: Sie sind Vize-Präsidentin der WKT, mit Ihrer Agentur selbstständig und in der Politik aktiv. Wie bringen Sie dies alles unter einen Hut?

Barbara Thaler: Tolle Mitarbeiter, gutes Zeitmanagement und der Wille etwas zu bewegen. Meine Firma läuft dank meines Teams sehr erfolgreich, deshalb kann ich mir es erlauben, politisch aktiv zu sein. Als Tiroler Spitzenkandidatin für die Europawahl bin ich viel unterwegs, da muss ich als Unternehmerin flexibel sein. Allein schafft man sowas aber nicht.

 

Wie sieht ein typischer Tag für Sie aus?

Ich bin eine Frühaufsteherin  und arbeite schon von zu Hause aus, dann geht’s ab ins Büro zur Besprechung mit meinen Mitarbeitern und dann hinaus in die Bezirke zu Terminen. Zurück geht’s dann meist spätabends. Klingt anstrengender, als es ist. ist. Ich mag Wahlkämpfe.

 

Wie schalten Sie ab?  

Einmal im Jahr verbringe ich meinen Urlaub weit abgelegen auf einer Hütte in Osttirol. Ohne Handyempfang. Das mag für eine IT-Unternehmerin ungewöhnlich sein, aber so kann ich richtig entspannen. Im Alltag finde ich meine Ruhe beim joggen (kommt momentan zu kurz) und bei meiner Arbeit: Wenn ich selbst eine Website programmiere, kann mich nichts aus der Ruhe bringen.

 

Was bedeutet für Sie Erfolg? 

Ich glaube, Erfolg muss man an seinen eigenen Zielen messen. Jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen, wo man im Leben stehen will. Für mich ist Erfolg im Unternehmen, wenn sich Kunde und Mitarbeiter gemeinsam freuen, dass ein Projekt gelungen ist, und mit einem Lachen im Gesicht die neue Website online geht.  Ich freue mich als Vizepräsidentin zum Beispiel jedes Mal, wenn ich einem Unternehmer bei einer konkreten Frage weiterhelfen kann. Da passiert Erfolg, wo es gar keiner mitbekommt. 

 

Sie haben in jungen Jahren schon viel erreicht. Wo sehen Sie sich selbst in zehn Jahren?

Ich will in zehn Jahren immer noch Unternehmerin und politisch aktiv sein. Ich freue mich, wenn ich innovative Unternehmen besuche oder mir Menschen leidenschaftlich von ihrem Engagement erzählen. Ich hoffe, dass das nie aufhört. 

 

Was zeichnet eine gute Unternehmerin aus?

Fleiß, Motivation, gute Ideen für die Bedürfnisse der Kunden und die notwendige Portion Glück. 

 

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Foto: Julian Angerer

Welche Tipps haben Sie für junge Frauen, die noch am Anfang der Karriereleiter stehen? 

Hartnäckig bleiben! Und keine Angst vor neuen Aufgaben haben. Ihr werdet daran wachsen. Mit Ratschlägen bin ich sonst eher sparsam, denn jeder muss seinen eigenen Weg finden.  

 

Wie wichtig ist es, ein gutes Netzwerk zu haben, um erfolgreich zu sein? 

Mit Menschen in Kontakt zu bleiben, ist wichtig. Ein gutes Netzwerk hilft, im richtigen Moment den richtigen Ansprechpartner zu haben. Als Unternehmer arbeitet man am liebsten mit Geschäftspartnern zusammen, auf die man sich verlassen kann. Im Gegenzug kann man sich auch auf mich verlassen. Mein Netzwerk hilft mir, auch den notwendigen Blick über den Tellerrand zu haben. 

 

Mit Ihrer Agentur digithaler unterstützen Sie Unternehmen im Bereich Digitalisierung. Wie ist Ihre Agentur entstanden?

Ich habe mich vor zwölf Jahren selbstständig gemacht, um für mein Studium zeitlich flexibler zu sein.  Mit der Zeit bin ich von einer selbstständigen Programmiererin zu einer leidenschaftlichen IT-Unternehmerin geworden. Zwischendurch durfte ich ein erfolgreiches Internet-Start-up gründen (Anm.: urlauburlaub.at) und weiterverkaufen. Seitdem ist meine Agentur um Kunden und Mitarbeiter gewachsen und betreut KMU bei ihrem digitalen Werbeauftritt. 

 

Wie können Sie als Agentur Unternehmen hier unter die Arme greifen bzw. wo besteht Ihrer Ansicht nach der größte Handlungsbedarf?

Mit meiner Agentur habe ich in den letzten Jahren einen Prozess entwickelt, der es uns ermöglicht, in kurzer Zeit die digitalen Potenziale für unsere Kunden zu analysieren. Der Rest ist Handarbeit. Der Blick auf die Zahlen ist für mich ganz wichtig, das machen viel zu wenige. „Rechnet“ sich der Relaunch? Was „bringen“ die Facebook-Werbeanzeigen? Wer das nicht beantworten kann, fliegt blind. 

 

Sie sind seit über 18 Jahren in der IT-Branche tätig. Ist diese Branche nach wie vor eine Männerdomäne?

Im Bereich der Software-Entwicklung zum Beispiel, ja. Das Gute ist, dass die IT-Branche in den letzten Jahren differenzierter und offener geworden ist. Gerade durch den Siegeszug der Social-Media- Netzwerke und deren Einsatz im Firmenumfeld verschwimmen die Grenzen. Heute arbeiten wir mehr an Schnittstellen, und ich habe viele tolle Frauen kennengelernt.