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People | 04.04.2019

Ein lebender Showroom

Klumaier x Tanner realisieren bereits seit über elf Jahren Projekte in der Gastrotechnik. Egal, ob es sich um eine einzelne Kochzelle, Baranlagen oder eine ganzheitliche Gewerbeküche handelt: Mit zeitgemäßem und individuellem Design erhält jedes Projekt seine ganz persönliche Umsetzung.

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Foto: girlwithamind.com

Mario Klumaier und Patrick Tanner sehen sich selbst als Realisatoren und technische Umsetzer zeitgemäßer Architektur, um die Gastrotechnik zu optimieren. Dass der Slogan „No vision impossible“ dabei mit viel Arbeit und vollem Einsatz verbunden ist, haben die beiden in all den Jahren am eigenen Leib erfahren. Mit Patrick Tanner haben wir über Work-Life-Balance, das Erlebnis Showroom und Ziele für die Zukunft gesprochen.

TIROLERIN: Wie lautet eure Firmenphilosophie?
Klumaier x Tanner: Unsere Firmenphilosophie lautet „Nichts ist unmöglich“. Gastrotechnik ist eigentlich nichts Neues. Küchen, Bars, Buffets und Weinschränke gibt es wie Sand am Meer. Viele können in Italien zu horrenden Preisen bestellt werden. Allerdings sind diese nicht individuell, sofern Maßgeschneidertes gewünscht ist. Unsere Philosophie verspricht: maßgeschneidert, hochwertig und leistbar.

 

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Mario Klumaier weiß, dass nichts unmöglich ist. (Foto: girlwithamind.com)

Euer Slogan lautet „No vision impossible“. Kriegt ihr von Kunden oft Anfragen, die im ersten Augenblick unmöglich erscheinen?
Ja, gerade heute wieder. Eine runde Küchenvitrine, schräg, mit mehreren Etagen und allen möglichen Ideen, wie eine Torte präsentiert werden könnte. Es kann manchmal nicht zu 100 Prozent nach Vorstellung der Kunden realisiert werden. Aber wir finden eine Lösung, die bei Design und Funktion den Ansprüchen und Wünschen entspricht. Wir finden immer einen Kompromiss. Wenn es so nicht geht, dann geht es anders. So wird ein Weg gefunden, Unmögliches umzusetzen. Auch wenn es im ersten Moment organisatorisch oder zeitlich unmöglich erscheint, prüfen wir die Gegebenheiten. Bis jetzt war die Umsetzung aller Projekte mit den unterschiedlichsten Ansprüchen aber immer noch möglich.

 

Warum funktioniert die Marke Klumaier x Tanner so gut?
Mario und ich sind trotz Jahren im Business nicht müde oder abgehoben. Wir sind der Meinung, dass Feuer, Leidenschaft und persönlicher Einsatz nötig sind. Wir setzen uns seit der ersten Stunde für Kunden in Bewegung und suchen Menschen, mit denen es möglich ist, eine Vision umzusetzen. Viele bilden wir dabei selbst aus, damit sie unsere Philosophie verstehen und Überdurchschnittliches leisten. Mit vollem Einsatz hält man einige Jahre durch, muss aber die Akkus immer wieder aufladen, eine Work-Life-Balance finden. Dies ist nur durch genügend Unterstützung möglich, die wir bereit sind zu bieten.

 

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Patrick Tanner liebt den Freiraum, den seine Arbeit bietet. (Foto: girlwithamind.com)

In wie weit muss man in der Branche Vordenker und am Puls der Zeit sein?
Küchen bauen viele. Man kann sich selbstständig über Trends und Möglichkeiten informieren. Aber Einrichtungen selbst zu erleben, in Miami oder New York live zu sehen, zu fühlen und direkt mit den Menschen, die dort arbeiten, in Kontakt zu treten, macht den Unterschied. Wir prüfen, ob neue Gewerbetechnik nicht nur schick, sondern auch funktionell, belastbar und hygienisch ist. Informiert zu sein und Produkte live zu erleben, ist der große Vorsprung.

 

Ihr startet gerade ein neues Projekt in Kitzbühel namens „Lebensraum“. Worum geht es dabei genau?
„Lebensraum“ ist ein Konsortium von Fachfirmen, die sich unter einem Dach vereinen. Es gibt den Wohnraumspezialisten, einen Spezialisten für Bäder, Saunas und Wellness, Bau- und Interiorspezialisten und dann noch uns. Für die Gewerbetechnik, aber speziell für den gehobenen Haushalts- und Restaurantbereich geht es um sichtbare Gastrotechnik. Wir präsentieren eine voll funktionsfähige Edelstahlküche, eine Baranlage mit offener Showküche und eine begehbare Weinglaszelle mit zwei Klimas, für Rot- sowie für Weiß- und Schaumwein. Das Tolle und Besondere daran ist, dass wir diesen Showroom betreiben. Der „Lebensraum“ wird wie ein kleines Restaurant auch von einem Gastronom und einem Koch bespielt. Die Mitarbeiter sowie Firmen rundum können morgens wie mittags dort essen. Zweimal in der Woche gibt es einen After-Work-Business-Abend. Für Gäste und Kunden besteht die Möglichkeit, direkt mit den Geräten zu arbeiten, sich Pasta mit dem professionellen Pastakocher selbst zuzubereiten, mit dem Wok asiatisch zu kochen oder bei 300 Grad ein Steak direkt auf dem Grill zu braten. Das ist direktes Erleben einer Profiküche, ein lebender Showroom, in dem Gäste, Kunden und Interessenten alles selbst benutzen und erleben können.

 

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Foto: girlwithamind.com

Was kann bzw. soll Architektur leisten?
Architektur im Segment Gastronomie soll mittlerweile nichts vor dem Gast verstecken. Es ist nicht mehr zeitgemäß, die Küchencrew zu hintermauern. Mit Architektur kann die Gewerbeküche in Szene gesetzt werden. Die Arbeit in der Gastronomie soll populär vor dem Gast gezeigt werden. Das Handwerk aus Küche, Bar oder Weinkeller wird zelebriert. Hier ist die architektonische Gestaltung ausschlaggebend. Wenn das Design passt, dann stört es niemanden, gewerbliche Lebensmittelartikel zu sehen.

 

Welche Projekte machen euch bei der Umsetzung am meisten Spaß?
Jedes Projekt, bei dem unser Kunde das Gefühl hat, dass genau das gebaut wird, was besprochen wurde. Denn das spiegelt sich in den Produkten wider. Sobald man es nicht schafft, mit einer Vision sofort zu begeistern, ist man selbst enttäuscht und arbeitet solange daran, bis man zufrieden ist. In vielen Fällen ist das von Anfang an so, in einigen mit Nacharbeit verbunden. Wenn etwas so wird wie geplant, dann macht die kleine Bar genauso viel Spaß wie die Showküche im Themenhotel.

 

Wie viele Projekte habt ihr bis jetzt insgesamt schon realisiert?
Wir rechnen mit ungefähr 200 Projekten im Jahr in unterschiedlichstem Ausmaß. Insgesamt sollten wir nun – nach elf Jahren – bei 1.800 bis 2.000 eigenständigen Projekten sein.

Was gefällt euch an eurer Arbeit am besten?
Am besten gefällt uns der Freiraum, den wir in der Beratung und Realisierung erleben dürfen. Wir sind keinen Standards unterworfen. Das heißt, es gibt bei uns keine fix vorgegebene Preisliste. Der Kunde kommt, erklärt uns, was er will, und lässt uns dann freie Hand.

 

Sind weitere Projekte wie in Kitzbühel in Planung? 
Das Projekt „Lebensraum“ in Kitzbühel ist mit seinem Showroom und Restaurant einzigartig. Aber wir haben auch in Bludenz bei Wohnfloor, einem großen Vorarlberger Raum- und Innenausstatter, eine Baranlage inszeniert. Auch hier können Kunden und Interessierte Produkte wieder direkt erleben. Darüber hinaus ist jedes Projekt, das wir realisiert haben, ein lebender Showroom. Denn wir können nach Anmeldung bei jedem Kunden hinter die Kulissen schauen. Auch in Hinsicht Nachhaltigkeit, umfassender Wartung und Sieben-Tage-Service erhalten wir nur positive Rückmeldungen. Dies wollen wir weiter so handhaben und in Schwaz, Dornbirn und München ausbauen.

 

Was sind Visionen und Ziele für die Zukunft?
Für die Zukunft ist uns nach wie vor wichtig, Trends aufzuschnappen, unterwegs und mit Partnern weltweit vernetzt zu sein. Die Mitarbeiter weiter auszubilden und zu begeistern, mehr zu leisten als andere, ihnen aber dementsprechend Wertschätzung zu geben. Darüber hinaus neue Märkte zu erschließen. Wir sind weiterhin dynamisch und in Bewegung.