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People | 07.09.2018

Idee mit Herz

Das Tiroler Unternehmen und Start-up „Heart Regeneration Technologies“ sagt mit Stoßwellen dem Herzinfarkt den Kampf an.

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Dr. Johannes Holfeld und Universitätsprofessor Michael Grimm (Foto: Martin Vandory)

Herzinfarkt ist in der westlichen Welt noch immer Todesursache Nummer eins. Und auch wenn der Patient einen Herzinfarkt überlebt, bildet sich am Herzen Narbengewebe, die Herzfunktion wird unwiederbringlich geschwächt. Seit vielen Jahren versuchen renommierte Forscher auf der ganzen Welt dem entgegenzuwirken. Doch Versuche mit Gentherapie oder Stammzellen haben bis jetzt noch keine zufriedenstellenden Ergebnisse geliefert.

Herzensangelegenheit. Johannes Holfeld, Herzchirurg an der Universitätsklinik Innsbruck, beschäftigt sich schon lange mit diesem Thema und hat bereits seine Dissertation dazu verfasst. Seine Idee ist es, mittels der Stoßwellentherapie die Herzfunktion wieder zurückzubringen. Bereits seit 25 Jahren werden Stoßwellen in verschiedenen Bereichen der Medizin, beispielsweise der Orthopädie, eingesetzt und damit auch sehr gute Ergebnisse erzielt. Da das Forschungsprojekt Stoßwellentherapie für Herzinfarktspatienten über Förderungen nicht finanzierbar war, hat Holfeld gemeinsam mit dem Physiker Christian Dorfmüller und dem Universitätsprofessor Michael Grimm das Start-up Heart Regeneration Technologies gegründet und Investoren ins Boot geholt. Chemikerin Pinar Kilickiran fungiert als Geschäftsführerin. „Es geht uns dabei aber nicht darum, viel Geld zu verdienen: Für uns steht im Vordergrund, die Entwicklung dieser Methode finanzieren zu können“, erklärt Holfeld.

Erste Erfolge. Die größte Herausforderung war es, den kleinen Schallkopf herzustellen, der die Stoßwellen abgibt und mit dem das Herz bei einer Operation behandelt wird. „Viele haben mir gesagt, dass das nicht möglich sein wird, bis ich auf einem Kongress Christian Dorfmüller kennenlernte“, erzählt Holfeld. Der Physiker fand einen Weg und mittlerweile stecken zehn Jahre Entwicklung in dem Schallkopf. Eine erste Sicherheits- und Machbarkeitsstudie zeigte, dass das Team auf dem richtigen Weg ist und den Patienten keine Nebenwirkung erwarten. Im nächsten Schritt wird nun im Oktober dieses Jahres eine Studie mit Kontrollgruppen durchgeführt. Hier erhalten bestimmte Patienten, ermittelt über einen Zufallsgenerator, die Stoßwellentherapie zusätzlich zum Bypass. Dabei wird der abgestorbene Bereich des Herzens mit dem Stoßwellenschallkopf therapiert. Zehn Minuten lang werden circa drei Impulse pro Sekunde gesetzt. So soll das Gewebe angeregt werden und seine Funktion wieder zurückerlangen. Die Ergebnisse der Anwendung werden dann verglichen mit jenen von Patienten, bei denen die Bypass-OP ohne zusätzliche Behandlung durchgeführt wurde.
Eine vielversprechende Idee, von der die Patienten in Innsbruck als Erste profitieren. Alle Informationen zu diesem Thema finden Sie unter:
www.heart-regeneration.com