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People | 28.07.2018

L.A., ich komme!

Die World Championships of Performing Arts, die im Juli in Los Angeles über die Bühne gehen, gelten als die Olympischen Spiele der darstellenden Künste. Mit dabei: die 21-jährige Bianca Reisigl aus Volders.

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Foto: Jugendland

An Auftritte ist Bianca Reisigl gewöhnt. Was bei den World Championships of Performing Arts in Los Angeles aber auf sie zukommt, wird vermutlich alles bisher Erlebte bei Weitem toppen. Am 3. Juli steigt die 21-Jährige in den Flieger in Richtung L.A. „Ich war noch nie in Amerika und freue mich sehr. So eine Chance muss man nutzen“, freut sich die stimmgewaltige Kindergärtnerin auf das Abenteuer. 

 

 

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Foto: Jugendland, privat

Harte Konkurrenz. Bei den World Championships of Performing Arts treten die weltweit besten darstellenden Künstler gegeneinander an und werden von Profis bewertet. 1000 Kandidaten aus 52 Nationen nehmen teil. Für Bianca Reisigl steht die Erfahrung im Vordergrund. „Ich freue mich auf die Auftritte und darauf, viele neue Menschen kennen zu lernen. Sollte ich erfolgreich sein, nehme ich das natürlich auch gerne an“, schmunzelt die Sängerin. Der Sieger darf sich über eine groß angelegte Werbekampagne, eine Plattenproduktion und eine Ausbildung an einem Konservatorium freuen. Neben dem Hauptpreis werden Medaillen und kleinere Stipendien vergeben.

Gut vorbereitet. Die Vorbereitungen hatten es für die 21-Jährige jedenfalls in sich. „Ich trete in vier Kategorien an, singe also vier Lieder, die jeweils nur eine Minute dauern dürfen. Wird diese Vorgabe nicht eingehalten, werden Punkte abgezogen. Gemeinsam mit meinem Gesangslehrer schneide ich die Songs bestmöglich auf diese Länge zusammen“, erklärt Reisigl. Auch in Sachen Outfit musste sie sich einiges überlegen: „Die Auftritte müssen auf ganzer Linie überzeugen. Idealerweise sollte man für jeden Song ein anderes Kleid tragen. Ich hatte aber eigentlich nur ein schönes Kleid vom Maturaball. Ich habe inzwischen noch zwei andere bestellt und eines ausgeliehen. So langsam habe ich alles beisammen.“

 

 

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Foto: privat

The Voice of Schwaz. Wer an den World Championships of Performing Arts teilnehmen möchte, zeigt in Vorcastings sein Können. Eigentlich. Bei Reisigl führte ein Zufall zur Teilnahme. „Ich habe beim Karaokebewerb The Voice of Schwaz mitgemacht, und die Teamleiterin für Österreich hat mir nach meinem Auftritt ihre Karte gegeben“, sagt die Sängerin. Das war vor rund vier Monaten. „Ich habe schon überlegt, ob ich mitfahren soll. Das Ganze ist natürlich auch sehr teuer. Schlussendlich war für mich aber klar, dass ich mir diese Möglichkeit nicht entgehen lassen kann.“  Insgesamt bleibt Reisigl für zwei Wochen in Los Angeles. „Die ersten beiden Tage können wir für Sightseeing nutzen. Auch darauf freue ich mich sehr“, betont die Sängerin. Dann stehen die Vorbereitungen und Teammeetings für den Bewerb auf dem Programm. Ein weiteres Highlight sind Workshops, welche die Teilnehmer belegen. „Wir können uns bei verschiedenen Kursen eintragen und sicher von den Profis und deren Erfahrung profitieren“, freut sich Reisigl. 

Von klein auf. Dass die talentierte Tirolerin irgendwann auf der Bühne stehen wird, war früh klar. „Ich habe von klein auf schon immer gesungen. Wenn mir das Essen geschmeckt hat, habe ich losgesungen. Ich hatte auch ein Mikrofon, mit dem ich allen auf die Nerven gegangen bin. Aber das hat sich ja alles ausgezahlt“,  schmunzelt die Kindergärtnerin. Nervös sei sie vor Auftritten nicht. „Ich habe schon seit rund sechs Jahren regelmäßig Auftritte. Im PORG Volders, in verschiedenen Bands, jetzt mit dem Jugendland Performing Art Center und auch immer wieder vor Familie und Freunden.“ Auch die Angst, den Text zu vergessen, hält sich bei der 21-Jährigen in Grenzen: „Bei deutschen Texten weiß ich, dass ich nichts vergesse. Und bei englischen ist es nicht ganz so tragisch, weil bei uns nicht immer alles so gut verstanden wird und ich das dann überspielen kann. Das schaut beim Bewerb  in Los Angeles wohl anders aus“, lacht Reisigl. Egal, wie weit die Künstlerin in L.A. bei den World Championships of Performing Arts kommt, Singen bleibt ihre größte Leidenschaft: „Wenn ich eine Stunde Zeit für mich habe, dann singe ich zumindest eine halbe.“