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People | 18.06.2018

Starke Tirolerinnen beim Race Across America

Das berühmte „Race Across America“ stellt das jährliche Highlight der Ultra-cycling-Szene dar. Auch ein starkes Team aus Tirol geht für den guten Zweck an den Start.

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Foto: Stefan Zemann, Meinhard Huber, Andreas Zemann

Kaum ein anderes Rennen verlangt seinen Bestreitern mehr ab als dieses. Kein anderes vereint Distanz, Terrain und Naturgewalten herausfordernder. Selten geht es um so viel Gutes: Die Osttirolerinnen Ruth Brandstätter, Irene Mayr-Brunner und Julia Mayr, die Nordtirolerin Susanne Marth und die Südtirolerin Irene Rohregger stellen sich wagemutig dem „Race Across America“ – kurz RAAM –, dem wohl berühmt-berüchtigsten Radrennen der Welt. Und helfen damit, Kinderlähmung zu eliminieren.

 

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Foto: Stefan Zemann, Meinhard Huber, Andreas Zemann

Rennen mit Tradition. Das RAAM ist ein 1982 ins Leben gerufenes Nonstop-Radrennen von der West- zur Ostküste der USA. Auf dem Weg vom Start ins Ziel trifft man am Wegrand nicht selten seinen inneren Schweinehund: Auf einer Distanz von circa 5.000 Kilometern und bei einer Gesamthöhendifferenz von etwa 40.000 Metern sind neben drei Gebirgszügen – die Coastal Range, die Rocky Mountains (mit dem Wolf Creek Pass auf 3.300 Metern) und die Appalachen – auch brennheiße Wüstengegenden mit Temperaturen bis zu 50 Grad und das schier endlose Flachland der Great Plains zu durchqueren. Bekannt wurde das RAAM hauptsächlich dank der Leistungen der Einzelfahrer, die diese Strecke unter extremen Entbehrungen in etwas mehr als einer Woche bestreiten.

 

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Foto: Stefan Zemann, Meinhard Huber, Andreas Zemann

Von Tirol über den großen Teich. Der Südtiroler Kurt Matzler, Ehemann von Ruth, nahm das RAAM schon 2016 in Angriff: in einem Rotary-Viererteam zusammen mit drei US-amerikanischen Rotariern. Das Team „Rotary RAAMs Polio“ (sinngemäß „rammt“ das Team die Kinderlähmung) hat sich nicht nur sportliche Ziele gesetzt, sondern sich dem Sammeln von Spenden für die Aktion „EndPolioNow“ von Rotary International verschrieben. Wenn schon sich selbst quälen, dann wenigstens für den guten Zweck!

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Foto: Stefan Zemann, Meinhard Huber, Andreas Zemann

Schließlich wurde für das RAAM 2017 ein zweiter Tiroler in das Team zitiert: Andreas Zemann, Ehemann von Irene Rohregger. Die beiden Frauen als Crew-Mitglieder ihrer Männer – das wäre der Plan gewesen. Allerdings kam es wie so oft schlussendlich doch ganz anders, denn Andreas’ Gesundheit machte den Plänen einen Strich durch die Rechnung. Nach kurzer Beratung im Team wurde entschieden, Ruth an seiner Stelle als Fahrerin nachzunominieren. Was das Team zu dieser Zeit noch nicht ahnte: Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte! Denn: Ruth war als begeisterte Radsportlerin in einem ausgezeichneten Trainingszustand und diese kurzfristige Nominierung für das härteste Radrennen der Welt bereitete ihr keine nennenswerten Schwierigkeiten. Freundin Susanne Marth aus Landeck hüpfte auch noch an Bord. 

 

 

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Foto: Stefan Zemann, Meinhard Huber, Andreas Zemann

Heuer wird mit dem Osttiroler Markus Mayr ein zusätzlicher Tiroler das Team verstärken. In der Betreuer-Crew helfen seine Frau Irene sowie Tochter Julia und deren Freund mit. Der RAAM-Veteran Bob McKenzie aus Tulsa, Oklahoma, komplettiert die ehrgeizige Truppe. In seiner Crew sind seine rotarischen Freunde Bill und Jack, das Sagen hat allerdings seine Frau Darlene als Crew-Chief des gesamten Teams. Und es wäre wohl kein Rennen durch Amerika ohne eine Portion Patriotismus: Wegen der starken Tiroler Beteiligung startet das Team heuer unter österreichischer Flagge!

 

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Foto: Stefan Zemann, Meinhard Huber, Andreas Zemann

Do it yourself. Die Ernährung des Teams, insbesondere die der Fahrer, stellte eine große Herausforderung dar. Anstatt die ohnehin knapp bemessene Pausenzeit mit der Suche nach guten Lokalen zu verschwenden, fasste man den Entschluss, sich selbst zu versorgen. So wurde ausgerechnet die Mikrowelle zu einem der wichtigsten Begleiter: Lange tüftelte Irene an Nudelrezepten, Dutzende Packungen Kaiser- und Grießschmarren wanderten in die Koffer. 15 Minuten: So lange dauert die Zubereitung – inklusive Nachspeise! Es zählt jede Minute.

 

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Foto: Stefan Zemann, Meinhard Huber, Andreas Zemann

Nichts dem Zufall überlassen. Für die Schlafpausen entlang der Strecke werden Motels beziehungsweise Hotels reserviert – natürlich mit Mikrowellen-Kochgelegenheit. Die von den meisten anderen Teilnehmern des RAAM gewählte Variante mit Wohnmobil wurde verworfen, eine heiße Dusche und ein sauberes Bett in einem klimatisierten Zimmer sind dem Team den minimalen Zeitverlust wert. Die Rennstrategie des Teams besteht darin, jeweils zwei Zweierteams zu bilden und in Schichten von circa zehn Stunden etwa 300 Kilometer zu fahren. Die beiden Fahrer des jeweils aktiven Zweierteams lösen einander nach intensiven Einheiten von 45 bis 60 Minuten ab, während das andere Zweierteam zum Motel fährt und dort essen, duschen und drei bis vier Stunden schlafen kann. Um die minutiöse Zeiteinteilung kommt das Team nicht herum.

 

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Foto: Stefan Zemann, Meinhard Huber, Andreas Zemann

RAAM 2018. Am 12. Juni ist es so weit: Die österreichische Mann- und Frauschaft des Teams 2018 tritt die Reise nach Oceanside in Kalifornien an. Am 16. Juni wird es dann ernst. Die Ziele sind bereits klar formuliert: gesund im Ziel in Annapolis, Maryland, ankommen. Und das idealerweise in einer Zeit unter sieben Tagen. Als Antrieb dient das Spendenziel von einer Million Dollar zur Ausrottung der Kinderlähmung.

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Foto: Stefan Zemann, Meinhard Huber, Andreas Zemann

Gutes tun. Sie können das Team unterstützen: entweder durch eine Spende (kein Betrag ist zu klein!) an „Cycling to Serve“ unter IBAN AT59 2032 0322 0228 5619 (Stichwort „RAAM 2018“) oder Sie verfolgen das Team ab 16. Juni live unter  www.raceacrossamerica.org/live-tracking.com. Oder beides.