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People | 24.05.2018

Im Nest des Goldkehlchens

Ob bei The Voice of Germany oder als Finalistin für das Ticket zum Eurovision Song Contest: Sara Koell singt mit Leib und Seele. Die TIROLERIN hat die 27-Jährige dort besucht, wo einst alles begann: daheim in Matrei in Osttirol.

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Foto: Philipp Steiner

Wie viele Musiker erinnert sich Sara Koell (Sara de Blue) gerne daran, wie sie schon als Kind immer gern auf der Bühne stand. Da gab es zum Beispiel einmal ein Kindergarten-Musical – die erste Feuerprobe sozusagen. Die Frage nach dem Ursprung ihres Talents ist recht schnell geklärt: Die Genetik ist schuld. Beide Eltern sind begeisterte Sänger und haben ihrer Tochter die Liebe zur Musik in die Wiege gelegt.

 

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Foto: Philipp Steiner

Singen soll gelernt sein. Die 27-jährige Wunderstimme führte der Wunsch, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen, schließlich nach Innsbruck. An der PHT studierte sie Musik und Englisch auf Lehramt, bevor sie ans Tiroler Landeskonservatorium wechselte und dort Gesang, improvisierte Musik, Tanz und Schauspiel zu ihren Hauptfächern machte. Gleich nach ihrem Studienabschluss an der PHT, im Jahr 2011, bewarb sie sich zum ersten Mal bei The Voice – und kam auch direkt in die Blind Auditions. Ironischerweise machte ihr gerade der Blinddarm wenige Tage vor dem Vorsingen den metaphorischen Strich durch die Rechnung. Trotz Operation stand Sara aber am nächsten Tag auf der Bühne und sang um das Ticket für die Live-Shows. Obwohl es beim ersten Versuch – geschwächt von der Operation – nicht ganz reichte,  ermutigten  sie  die Coaches, im darauffolgenden Jahr noch einen Versuch zu wagen. Und tatsächlich: Sara schaffte es bis in die Live-Shows. Seitdem ist viel Zeit vergangen, Sara zog es noch einmal zurück auf die Uni: Im Moment studiert sie Jazz-Gesang in Linz, „weil diese Ausbildung nur an drei Standorten in Österreich angeboten wird“. Nebenher arbeitet sie als Musiklehrerin im Raum Innsbruck und schlägt somit geschickt den Spagat zwischen Lernen und Lehren.

 

 

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Foto: Philipp Steiner

Mal hier, mal da. Sara scheint sich mit dem Stress wohlzufühlen oder sich zumindest damit abgefunden zu haben. Auftritte, Arbeit, Studium –  momentan pendelt sie zwischen Innsbruck, Linz, Wien und Matrei. „Gut, dass ich die Österreichcard habe“, lacht die 27-Jährige. Ab und zu geht es aber auch über die Grenzen hinaus: In Kooperation mit ProSieben trat sie bei den ProSiebenSat.1-Changers am 19. April neben namhaften Künstlern wie Julian Le Play und Rea Garvey auf. Zu Hause in Matrei genießt sie dann vor allem die unberührte Natur: „Nicht weit von unserem Haus gibt es eine kleine Sandbucht, an die ich mich gerne zurückziehe, wenn ich mich entspannen will.“ Der Wunsch nach Erholung liegt nahe: Sara hat viel am Tisch. Und so zählt neben der Stimme auch Organisationstalent zu ihren Stärken. Ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit ist zwar nicht leicht, aber machbar. „Man braucht auch mal Pausen“, das hat sie über die letzten Jahre gelernt.

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Foto: Philipp Steiner

Blick nach vorn. Die obligatorische Frage nach dem größten Traum als Musikerin beantwortet sie, ohne lange nachzudenken: einmal Festivalluft bei den zuschauerreichsten Megaevents der Welt wie Glastonbury oder Tomorrowland schnuppern. Was nicht ist, kann ja noch werden. 

Der zweitgrößte Traum – einmal auf der großen Eurovision-Bühne zu stehen – war dafür schon einmal zum Greifen nah: Sara nahm den langen und schleppenden Bewerbungsprozess für die Teilnahme am Eurovision Song Contest für San Marino auf sich und wurde immerhin Zweite – von über 1.000 Bewerbern! In nächster Zeit trifft man die Künstlerin unter anderem bei den Miss-Vienna-Wahlen, den Amadeus Music Awards in Wien, am New Orleans Festival in Innsbruck, im Zuge der Sould-Meets-Classic-Tour mit Mano Michael in München und in Kombination mit der erfolgreichsten Swingband Tirols – Flo’s Jazz Casino – an.

 

 

 

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Foto: Philipp Steiner

Blick zurück. Die Zeit bei The Voice will sie vor allem wegen der Coaches nicht missen. „Mit Xavier Naidoo und den Jungs von BossHoss habe ich mich besonders gut verstanden. Das sind einfach coole Jungs.“ Was hat sie die Erfahrung bei The Voice gelehrt? „Vor allem den Umgang mit Medien – wie sie funktionieren, arbeiten, worauf man bei Interviews achten muss, solche Dinge.“ Dieses Lehrstück, das wird auch bei unserem Besuch unmissverständlich klar, hat sich ausgezahlt.

 

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Foto: Philipp Steiner