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Lifestyle | 25.09.2017

Ideenschmiede Tirol

In Tirol tut sich was: Große Einfälle gibt es nicht nur in großen Städten, auch hier bei uns werden jedes Jahr viele spannende Projekte aus der Taufe gehoben. Wir haben in diesem Monat den Gründern der Start-ups „ALMUT von Wildheim“ und „PowUnity“ über die Schulter geschaut.

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Foto: Powunity

Angefangen hat bei PowUnity alles am Arkadenfest in Innsbruck vor drei Jahren. Christian Strassl (37) und Stefan Sinnegger (31) lernten sich dort kennen und trafen sich am nächsten Tag gleich um sechs Uhr morgens zum Skifahren am Stubaier Gletscher. „Uns wurde klar, dass Sportequipment immer teurer wird und digitale Lösungen gleichzeitig immer greifbarer. Diese Erkenntnis gepaart mit unserer Leidenschaft für beides, Sport und Technik, brachte uns am Gletscher dann auf die zündende Idee“, erinnert sich Sinnegger. Zusammen mit Maximilian Loy (34), der sie zuerst als Freelancer unterstützte, wurde PowUnity ins Leben gerufen: ein Start-up für die digitale Diebstahlsicherung von teurem Sportequipment.


Und so funktioniert’s. Die von PowUnity entwickelten Produkte können ganz einfach und unkompliziert in wenigen Minuten am Rad angebracht und über eine App am Smartphone aktiviert werden. Sollte dann jemand am Rad rütteln, wird nicht nur über ein Audiosignal mit 107 Dezibeln, also so laut wie die Alarmanlage eines Autos, gewarnt, der Nutzer bekommt auch eine Benachrichtigung auf sein Smartphone – sogar bis zu einer Entfernung von 5.000 Kilometern. Zusätzlich kann der Nutzer auch über GPS-Koordinaten den Standort des Fahrrads ganz einfach überprüfen und nachverfolgen.

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Stefan Sinnegger, Christian Strassl und Maximilian Loy geben Dieben keine Chance. Sie stellen digitale Diebstahlsicherungen für Sportequipment wie Räder, Ski oder Snowboards her.

 Aller Anfang. Bevor die Idee von PowUnity auch im Handel ankam, war es ein weiter Weg: „Wir haben unsere Diebstahlsicherung für Ski bei der ISPO in München vorgestellt, bevor wir das überhaupt durften, da wir noch kein offizielles Unternehmen waren, und sind von Sportgeschäft zu Sportgeschäft gelaufen, um unsere Produktidee zu pitchen“, erinnert sich Strassl. Schlussendlich den großen Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, fiel den kreativen Köpfen nicht schwer: „Wir brennen für die Sache und für das Unternehmertum. Die Herausforderungen sind riesig, aber die Freude an der Sache ist genauso groß“, erklärt Sinnegger.


Daily Business. Auch heute noch gibt es keinen typischen Arbeitstag. „Unser zentraler Gedanke ist es, jeden Tag PowUnity ein ordentliches Stück voranzubringen“, erklärt Loy. Dazu gehören auch kontinuierliches Troubleshooting und Ausdauer – unausweichliche Kernkompetenzen eines Unternehmers.

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Foto: ALMUT von WIldheim

Ganz natürlich. Auch beim Start-up „ALMUT von Wildheim“ ist von Routine noch keine Spur. „Jeder Tag bringt etwas Neues und ist wie ein Überraschungsei Ω man weiß einfach nicht, was sich darin verbirgt. Das Unerwartete ist die Konstante, das macht es zwar nicht immer einfach, aber dafür spannend“, erzählt Clemens Pfefferkorn (36). Gemeinsam mit den ehemaligen Arbeitskollegen Ulrich Huber (35) und Stefanie Graber (30) ist die Idee zu „ALMUT von Wildheim“ entstanden. Das Label produziert Leuchten aus natürlichen Materialien wie Holz, Gräsern oder Blüten, also aus natürlich nachwachsenden Rohstoffen, vorzugsweise aus dem Alpenraum. Durch einen ganz speziellen Produktionsprozess bleiben die Eigenschaften der Materialien zu 100 Prozent erhalten – das sieht, fühlt und riecht man auch in den eigenen vier Wänden.


Tirol geht ein Licht auf. Der Einfall dazu kam ganz spontan, als ein Nussbaum gefällt werden musste, dessen Stamm komplett hohl war. „Um diesen vor dem Feuertod zu bewahren, kam die Idee auf, daraus eine Stehleuchte zu bauen. Vom Lampenbau derart fasziniert, folgten etliche weitere Leuchten – und aus dem Hobby wurde eine leidenschaftliche Profession“, erinnert sich Huber. Es folgte eine anfängliche Recherche- und Konzeptionsphase, bevor dann das erste aufregende Jahr begann und die Leuchtenfamilie „2610“ geboren wurde. Eine Reise, die für die drei Gründer mit vielen Höhen und Tiefen verbunden war. So gab es Lieferanten, die nicht lieferten, Prototypen, die ohne Erfolg blieben, und auch unvorhersehbare Kosten. Doch davon entmutigen ließ sich „ALMUT von Wildheim“ zu keiner Zeit: „Ein Motto, das unserer Meinung nach voll zutrifft, ist: „Fail. Fail again. Fail better. Rückschläge können eigentlich nur Positives bewirken und zwar, dass man dazulernt“, so Graber. Und die ersten Erfolge geben den Gründern Recht! Die Leuchtenfamilie „2610“ wird bereits in Serie produziert und ist auf der eigenen Website im Online-Shop erhältlich.

 

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Die drei Innsbrucker Ulrich Huber, Stefanie Graber und Clemens Pfefferkorn stellen Leuchten aus natürlichen Materialien wie Heu, Gräser oder Blüten her.

Teamwork. Das Beste an „ALMUT von Wildheim“ sei das Team, sind sich Stefanie Graber, Ulrich Huber und Clemens Pfefferkorn einig: „Die etlichen gemeinsamen Stunden, das blinde Vertrauen, der Elan, die Neugier, Neues zu probieren und Neues zu lernen, die Motivation, sich auch mit Dingen zu beschäftigen, die das ein oder andere Mal gar nicht so viel Freude machen, das Interesse, selbst Hand anzulegen, und die Grundeinstellung, ein klares Ziel zu verfolgen und auch bei Rückschlägen ‚aufzustehen, Krönchen zu richten und weiterzumachen‘ – das macht uns aus.“ Anderen, die auch da-von träumen, sich selbst zu verwirklichen, raten die drei, mutig zu sein, trotz Euphorie strukturiert vorzugehen und über die Idee zu sprechen, so viel wie möglich – auch mit Externen!

Bild ALMUT_2610 Stehleuchte_Metall (1)__(c) ALMUT von Wildheim.jpg
Foto: ALMUT von Wildheim