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Lifestyle | 29.03.2017

Einfach mal abtauchen!

Ferne Destinationen locken nicht nur mit kulinarischen Herausforderungen, fremdartigen Kulturen und geheimnisvollen Sprachen – sondern auch mit einer faszinierend skurrilen Unterwasserwelt. Holen Sie ruhig nochmal tief Luft, bevor es Ihnen den Atem verschlägt.

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Fotos: Werner Thiele

Früher habe ich mich oft gefragt, woher die Illustratoren von Science-Fiction-Filmen wohl ihre Inspiration nehmen. Ich denke da nicht nur an die eher gruseligen Versionen von Aliens (man denke nur an „Alien“ oder „Independence Day“), sondern auch die (teilweise) etwas schöner anzusehenden Außerirdischen von „Star Trek“ oder auch „Star Wars“. Vielarmige Gestalten, fremdartige Kreaturen und bizarre Gesichter bevölkern die Welt der Science-Fiction. Faszinierend. Derartige Vielfalt und auch Schönheit muss aber nicht außerirdisch sein. Manchmal findet sich diese skurrile Schönheit ganz einfach unterirdisch. Unter der Wasseroberfläche unseres Planeten befindet sich nämlich eine tierische Welt voller seltsamer, beeindruckender Wesen. Und es herrschen weiterhin Geheimnisse in den Tiefen des Meeres: In regelmäßigen Abständen werden immer wieder neue, skurrile Kreaturen in den Tiefen unserer Ozeane entdeckt. Glaubt man den Wissenschaftlern, so sind weltweit über und unter Wasser noch bis zu zehn Millionen Tierarten unentdeckt! Ein Grund mehr, sich in die (zum Glück meist angenehm warmen) Fluten der Ozeane zu stürzen und die Augen beim Tauchen offenzuhalten.

 

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Neue Welten entdecken. Mit etwa 100.000 Flugkilometern allein im letzten Jahr bin ich zwar ordentlich auf der Welt herumgekommen, aber das Glück, eine neue Tierart zu entdecken, hatte ich bisher noch nicht. Dafür habe ich während zahlreicher Tauchgänge in den Meeren dieser Welt viele Kreaturen gesehen, die mich an die Existenz von Aliens glauben lassen. Und manche davon sind gar nicht einmal so selten oder so schwer zu finden, wenn man nur weiß, wo man nach ihnen suchen muss: Marmorrochen zum Beispiel findet man zwar hauptsächlich entlang Afrikas Ostküste und generell im Indopazifik, aber auch ein verstecktes Inselchen im Ostpazifik namens Cocos Island beheimatet die scheibenartigen Wesen, die sich anmutig wellend im Wasser fortbewegen. Wer sich aber derartig inspiriert auf Cocos Island ein Hotel buchen will, den muss ich leider enttäuschen. Die gesamte Insel ist Nationalparkgebiet und bis auf ein paar Park Ranger hat hier niemand Zutritt. Es gibt keinen Flughafen und nur wer auf der etwa 30-stündigen Überfahrt per Schiff von Costa Rica der Seekrankheit mutig und unbeeindruckt getrotzt hat, der kommt in den Genuss der üppig von Dschungel überwucherten und mit zahllosen Wasserfällen übersäten Tropeninsel. Quasi einen Katzensprung weiter, ebenfalls im Ostpazifik, leben die riesigen pazifischen Mantas. Adlergleich schweben die Ozeanriesen mit ihren bis zu sieben Metern Spannweite lautlos durch die Tiefen. Die verspielten Tiere nehmen gerne Kontakt zu Tauchern auf und suchen aktiv deren Nähe – quasi Delphine für Fortgeschrittene.

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Bunte Vielfalt. Wechselt man über die mittelamerikanischen Länder auf die karibische Seite, so locken die seichten Gewässer rund um die Bahamas mit Unterwasserattraktionen. Hier ist der große Hammerhai der unangefochtene Herrscher – und wenn das Tier mit der charakteristischen Kopfform und der typischen Haifisch-Rückenflosse durchs Wasser pflügt, stockt auch erfahrenen Tauchern gerne mal der Atem. Kein Wunder, dass das vielen Meeresliebhabern dann doch zu viel Aufregung ist und sie lieber die bunte Kleintierwelt Indonesiens bestaunen.  Hier kann man stundenlang bunte Riffe beobachten und eine nicht enden wollende Vielfalt an Nacktschnecken bestaunen. Bitte rümpfen Sie nicht gleich die Nase – was an Land schleimig, braun und ein kleines bisschen eklig aussieht, verblüfft in der Unterwasser-Version mit erstaunlicher Vielfältigkeit und einem faszinierenden Farbenrausch. Von leuchtend gelb über intensives Violett bis zu Signalrot ist alles möglich. Geht nicht gibt’s nicht.

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Große Haie, kleine Fische. Fast überall in den tropischen Gewässern dieser Welt zu finden ist der majestätische Walhai. Auch wenn das bis zu 14 Meter lange Tier zur Familie der Haie gehört, hat es trotz seiner Größe nichts Furchteinflößendes an sich. Der Hai ernährt sich von Plankton, Krill und kleinen Fischen – Menschen gehören nicht zu seinem bevorzugten Abendmenü. Die weißen Punkte auf der grauen Haut scheinen im Wasser regelrecht zu leuchten. Eine derartige Begegnung prägt fürs ganze (Taucher-)Leben und Sie wären nicht die erste, die verblüfft die Augenbraue hebt und ein andächtiges „Faszinierend“ ganz à la Mister Spock murmelt. Deshalb probieren Sie es aus: Einfach mal abtauchen in unterirdische Welten und staunen.

Hier noch einige bunte Unterwasser-Impressionen:
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