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Lifestyle | 14.02.2018

Amors Pfeil

Wo fällt die Liebe eigentlich hin und was passiert mit uns, wenn wir verliebt sind? Wir wollten es rausfinden!

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Fotos: Shutterstock

Im Bauch flattern tausend Schmetterlinge, das Herz klopft, an Schlaf ist nicht zu denken und einen klaren Gedanken zu fassen unmöglich. Ganz klar: Wir sind verliebt und die rosarote Brille wird zu unserem Lieblingsaccessoire, das wir am liebsten nie mehr abnehmen würden. Aber in wen verlieben wir uns eigentlich und was passiert in unserem Körper, wenn wir vor unserem Objekt der Begierde stehen? Wir haben uns das genauer angesehen und uns auch zwei Tiroler Paare zur ganz großen Liebe befragt.

Gelegenheit macht Liebe. Gerade, wenn es darum geht, eine längerfristige Beziehung aufzubauen, wählen viele Menschen ein Gegenüber mit ähnlichem sozialen und kulturellen Background. Woran das liegt? Meist ist es gar keine bewusste Entscheidung, dass sich beispielsweise während dem Studium zwei Studenten in einander verlieben. Das kommt unter anderem daher, dass durch Nähe Sympathie entsteht. Es klingt zwar banal, ist aber wissenschaftlich erwiesen, dass Menschen uns sympathischer werden, je öfter wir sie sehen. Hinzu kommt, dass sich die Menschen heutzutage häufig in geschlossenen Zirkeln bewegen und so auch hauptsächlich mit Menschen mit ähnlichem Hintergrund oder ähnlicher Lebensweise in Kontakt kommen. Auch das Internet und das immer mehr verbreitete Online-Dating tragen dazu bei. Schließlich ist das Ziel der Algorithmen, die Basis vieler Partnerbörsen, Gemeinsamkeiten zwischen zwei potentiellen Partnern zu finden.  


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Crazy in Love. Hat uns Amors Pfeil dann getroffen, haben uns die Gefühle komplett im Grif und manchmal benehmen wir uns auch ganz schön seltsam. Wir bekommen das Grinsen nicht aus unserem Gesicht, sprechen nur mehr von einer ganz bestimmten Person und generell scheint die ganze Welt gerade viel schöner zu sein. Schon der griechische Philosoph Platon sagte: „Liebe ist eine Geisteskrankheit.“ Auch wenn das recht drastisch formuliert ist, verändert der Zustand der Verliebtheit tatsächlich etwas in unserem Körper: Wenn wir auf Wolke sieben sind, läuft das Belohnungszentrum unseres Gehirns auf Hochtouren und Dopamin, das sogenannte Glückshormon, wird ausgeschüttet. Unser Zustand ähnelt einem Drogenrausch und von unserer Droge – dem Partner – können wir nicht genug kriegen. Zusätzlich klopft unser Herz schon bei dem kleinsten Gedanken an den Liebsten oder die Liebste so fest es kann – der Grund dafür liegt im Adrenalin und Cortisol. Die beiden Stresshormone machen uns aber nicht nur aktiver und impulsiver, sondern sorgen auch dafür, dass wir uns schlechter konzentrieren können und immer mal wieder abschweifen.

Makellos verliebt. Generell ist unser neuer Partner für uns perfekt. Fehler und  Macken, über die sich Außenstehende beschweren, nehmen wir gerade nicht wahr. Die sogenannte rosarote Brille sorgt für einen verklärten Blick und unser Liebster oder unsere Liebste erscheint nicht nur attraktiver und klüger, sondern auch humorvoller und aufregender als jede andere Person, der wir begegnet sind. Und das ist auch gut so. Würde es uns schon jetzt stören, dass unsere neue Liebe immer recht haben will, den Deckel nicht auf die Zahnpastatube schraubt oder den Geschirrspüler komplett falsch einräumt, würden die meisten Beziehungen scheitern, bevor sie überhaupt angefangen haben.

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Back to Black? Und doch: Mit der Zeit rutscht die rosarote Brille immer weiter von unserer Nase und ganz langsam fällt uns auf, was vorher verborgen blieb. Wir bemerken kleinere Fehler und wahrscheinlich lässt auch der erste Streit nicht mehr lange auf sich warten. Die perfekte Fassade bröckelt und die erste Phase des Verliebtseins ist vorbei. Doch das muss nicht das Ende der Beziehung bedeuten. Jetzt bietet sich die Chance, die Beziehung auf ein neues Niveau zu heben und in eine stabile Partnerschaft zu verwandeln. Wie? Paartherapeuten raten dazu, sich auf die positiven Aspekte der Beziehung zu konzentrieren. Sich klar zu werden, was man besonders mag am Partner und welche schönen Augenblicke man gemeinsam durchlebt. Lachen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner und führen Sie Rituale ein, die nur Ihnen beiden gehören. Schenken Sie Ihrem Partner außerdem immer wieder bewusst Ihre Aufmerksamkeit – lassen Sie abends auch mal den Fernseher aus und sprechen Sie miteinander. Küssen Sie sich am Morgen gleich beim Aufstehen und versüßen Sie Ihren gemeinsamen Alltag mit kleinen Gesten, wie einer liebevollen Notiz am Badezimmerspiegel oder der Lieblingsschokolade, die Sie aus dem Supermarkt mitbringen.

Akzeptiert! Selbstverständlich hilft es auch, nicht allzu kleinlich zu sein, über manche Macken einfach hinwegzusehen und sich stattdessen immer wieder über Gemeinsamkeiten zu freuen. Außerdem darf man nie vergessen: Nobody’s perfect! Auch wir lassen vielleicht gern unsere Kleidung irgendwo in der Wohnung verstreut herumliegen, telefonieren viel zu laut oder schlafen bei jedem Filmabend sofort ein. Nicht nur deshalb: Beim nächsten Mal einfach großzügig beide Augen zudrücken oder rasch in der Tasche nach der rosaroten Brille kramen!

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