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Lifestyle | 10.01.2023

In guten Händen

Die Geschäftsführerin von Frauen* im Brennpunkt Claudia Birnbaum berichtet über die Vorteile von betrieblicher Kinderbetreuung.

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Foto: CURA Marketing-GmbH

Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, ist für viele Menschen eine Herausforderung. Gerade mit kleinen Kindern stehen berufstätige Eltern immer wieder vor der Frage, wie sie die Doppelbelastung meistern sollen. Wer passt auf das Kind auf, wenn Mama und Papa arbeiten gehen? Um Angestellten die Betreuungsaufgabe für ihren Nachwuchs zu erleichtern, greifen viele Unternehmen auf betriebliche Kinderbetreuung zurück. Der Tiroler Verein Frauen* im Brennpunkt (FIB) bildet betriebliche Tageseltern aus und hilft bei deren Einbindung. Wie das genau funktioniert und welche Vorteile sich daraus für Unternehmen ergeben, berichtet FIB-Geschäftsführerin Claudia Birnbaum. Hilfe in allen Lebenslagen. FIB wurde 1986 als gemeinnütziger und unabhängiger Verein gegründet. Mit Sitzen in Innsbruck, Reutte, Wörgl, Schwaz, Landeck, Kitzbühel und Imst ist FIB fast in ganz Tirol vertreten und unterstützt mit Angeboten in den Bereichen Kinderbetreuung , Frauenberatung sowie Gleichstellung. So wollen sie Familien entlasten und Sensibilisierungsarbeit in gleichstellungspolitischen Fragen leisten. „Leider sind es oft die Mütter, die daheim bleiben, wenn es um die Kinderbetreuung geht“, weiß Claudia Birnbaum. „Wenn Unternehmen eine betriebliche Kinderbetreuung einführen, ermöglichen sie die Erwerbstätigkeit für Frauen, das ist ein wichtiger Schritt.“ Rund 40 Tageseltern sind momentan über den Verein beschäftigt, drei davon in Betrieben.

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Frauen* im Brennpunkt

Professionelle Ausbildung.

Die Tageseltern werden dabei vom Verein ausgebildet: „Dort lernen die Auszubildenden alles, was den verantwortungsvollen Beruf ausmacht – wie pädagogische, psychologische und rechtliche Grundlagen sowie Informationen zur gesunden Ernährung und Bewegung“, so die Geschäftsführerin. Die Ausbildung ist dabei mit einem Gütesiegel vom Ministerium zertifiziert und dauert 300 Übungseinheiten. Auch laufende Fortbildungen und Reflexionen der Tageseltern übernimmt der Verein. Sobald die Ausbildung abgeschlossen ist, geht es auch schon ins Unternehmen. Familienkonforme Räumlichkeiten. FIB unterstützt die Firmen auch bei der Realisierung und der Bewilligung geeigneter Räumlichkeiten für die Kinderbetreuung. Dabei müssen ein Badezimmer und mindestens zwei Räume zur Verfügung gestellt werden, die zusammenhängen: ein Raum zum Spielen und ein Raum zum Zurückziehen. Außerdem braucht es eine voll ausgestattete Küche, wenn das Tageselternteil kochen muss. „Wenn es in der Firma die Möglichkeit gibt, Catering zu nutzen, geht das auch, jedoch braucht das Tageselternteil zumindest eine kleine Teeküche“, berichtet sie. Der Verein schaut sich potenzielle Räumlichkeiten auch gerne gemeinsam mit den Unternehmen an, um sie so noch mehr zu unterstützen.

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„Mit einer betrieblichen Kinderbetreuung können Unternehmen sich als innovative Arbeitgeber präsentieren und einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten.“ -Claudia Birnbaum, Geschäftsführerin Frauen* im Brennpunkt | Foto: Birgit Pichler

Unterstützung.

Die Kosten seien pro Unternehmen recht individuell: „Der Aufwand zur Adaptierung der Räumlichkeiten ist natürlich pro Firma unterschiedlich. Pro Stunde kostet ein Tageselternteil 12,24 Euro. In dieser Stunde können ein bis vier Kinder bis zum Alter von 14 Jahren betreut werden“, so Claudia Birnbaum. „Dabei können Unternehmen natürlich selbst entscheiden, ob sie diese Kosten selbst tragen oder ob das die jeweiligen Mitarbeiter:innen zahlen.“ Hinzu kommt, dass Betriebe eine Investitionsförderung für die eigene räumliche Infrastruktur ansuchen können, um eine betriebliche Kinderbetreuung durch Tageseltern umzusetzen. Auch bei der Beantragung dieser Förderungen hilft der Verein. „Wir nehmen den Firmen die eigentliche Arbeit ab, diese können mit Anliegen immer auf uns zukommen“, erzählt sie.

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Foto: CURA Marketing-GmbH

Imagegewinn als Arbeitgeber:in.

Diese Form der Kinderbetreuung bietet ihre gesamtgesellschaftliche Verantwortung unter Beweis stellen können und zeigen, dass sie ihre Mitarbeiter: innen familienfreundlich unterstützen möchten. Vereinbarkeit ermöglichen. Von Firmen, die die betriebliche Kinderbetreuung bereits nutzen, bekommt der Verein nur positives Feedback: „Wir haben auch schon die Rückmeldung bekommen, dass die Firmen so einiges an Geld einsparen können. Teilweise fallen Eltern nach der Geburt eines Kindes lange Zeit aus, und es kostet die Firmen mehr, diese danach auf den neuesten Stand zu bringen“, so Birnbaum. Auch das Innsbrucker Unternehmen CURA Cosmetics verwendet die betriebliche Kinderbetreuung durch FIB. Hier gehen Eltern mit ihren Kindern morgens ins selbe Gebäude, bringen das Kind zur Tagesmutter in die „Curalino“-Räumlichkeiten und essen mittags gemeinsam in der Kantine. „Wir möchten den Eltern bei uns in der CURA die Möglichkeit geben, schnell in ihren Job zurückzukehren und ihre Kinder in der Nähe und bestens versorgt zu wissen. Kinder und Karriere dürfen kein Widerspruch sein“, berichtet CURA-Corporate-Communications- Managerin Anna Danzer. Genau diese Wichtigkeit betont auch Claudia Birnbaum noch einmal abschließend: „Unternehmen können mit betrieblicher Kinderbetreuung einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten.“