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Lifestyle | 21.06.2022

Auf allen Ebenen

Der Design Network Idea Hub wartet mit umfassender Kompetenz und prominenter Besetzung auf.

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Foto: David Johansson

Im Jahr 2021 haben Design und Gestaltung in Tirol eine neue Heimat erhalten. In der Innsbrucker Seilergasse treffen im Design Network Idea Hub Menschen, Fragen und Ideen aufeinander, wirbeln miteinander durch Raum und Zeit und eröffnen so neue Perspektiven und Ansätze. Das Team um Lorenz Kilga zieht dafür auch durchaus prominente Verstärkung hinzu. So konnte kürzlich erst Österreichs wahrscheinlich renommiertester Grafiker Stefan Sagmeister für ein Projekt der Osttiroler Tischlerei Lanser gewonnen werden. Im Gespräch zieht Lorenz Kilga ein Resümee, blickt aber auch zuversichtlich in die Zukunft.

TIROLERIN: Seit mehr als einem halben Jahr dient der Design Network Idea Hub in der Seilergasse in der Innsbrucker Altstadt als Treffpunkt für kreative, begeisterungsfähige und innovative Menschen sowie deren Ideen. Sind Sie mit dem Zwischenstand zufrieden?

Lorenz Kilga: Über Erfolg oder Zufriedenheit zu sprechen fällt mir persönlich nicht leicht. Gerne spreche ich aber darüber, dass wir es in sehr kurzer Zeit geschafft haben, ein (noch) kleines, aber sehr kompetentes Team aufzubauen. Mit dem Design Network Idea Hub in der Seilergasse 15 haben wir es geschafft, Kund:innen für unser tägliches Tun zu begeistern, da die Räumlichkeiten zeigen, wie wir denken und arbeiten. Einfach anders. Aber genau dieses Anderssein hilft uns in unserer strategischen und kreativen Arbeit. Gelernt haben wir auch, dass die Räumlichkeiten für unsere Zwecke noch nicht ganz optimal sind. Daher folgt Ende August noch eine Adaption, sodass die Räumlichkeiten den Bedürfnissen unserer Kund:innen noch mehr entgegenkommen. Auch das soll zeigen, dass wir nie aufhören, daran zu denken, besser zu werden. Wir versuchen, scheitern, machen es besser, werfen Fragen auf und finden innovative Lösungen – nicht nur mit unseren Kund:innen. Wir begleiten unsere Kund:innen durch einen Prozess der Veränderung. Dies tun wir sowohl auf strategischer als auch auf kreativer Ebene. Oft stellen wir fest, dass es für unsere Prozessbegleitung sehr wichtig ist, auf Expert:innen zurückzugreifen, die unsere Arbeit hinterfragen. Nur so können wir die besten Lösungen für unsere Kund:innen finden. Daher bauen wir unseren Circle of Competence, ein Netzwerk an Expert:innen, auf, welche wir projektbezogen zu etwaigen Fragestellungen hinzuziehen können. Genau darüber hat sich der Kontakt zu Stefan Sagmeister ergeben. Wir waren einfach so frech und haben beide Seiten gefragt, ob sie Lust haben, die in unserer Prozessbegleitung erarbeiteten Inhalte zu hinterfragen und echtes Expertenwissen aus der Kreativbranche einzubringen. Und siehe da: Frechheit siegt. Unserem Kunden, der Tischlerei Lanser, haben wir Stefan Sagmeister dann also als Sparringpartner gegenübergestellt. Im Rahmen dieses Workshops haben wir von der Wichtigkeit der Tätigkeitsbeschreibung und dem Schaffen eines Claims über die Möglichkeit, den Namen von „Tischlerei Lanser“ auf „Lanser“ zu reduzieren, bis hin zur Notwendigkeit der Kommunikation von Familienunternehmen als Firmenwert viele grundlegende Aspekte neu überdacht und durchgearbeitet.

 

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Lorenz Kilga und Stefan Sagmeister | Foto: David Johansson

Im Rahmen dieses Workshops ging es bei einem Ausfl ug auf den Patscherkofel auch hoch hinaus in die Tiroler Bergwelt. Ist es auch die Einbindung der Umwelt, die Innsbruck zu so einem attraktiven Standort für Designschaffende macht?

Absolut! Wenn man sogar einen Kunden aus Osttirol, der eine der höchst gelegenen Tischlereien in Österreich betreibt, mit einem Workshopteil in der Gondel Richtung Patscherkofel beeindrucken kann, dann kann man sich selber ausmalen, wie man Kund:innen aus Wien, London oder sogar New York mit so etwas begeistern kann. Kurz möchte ich auch anmerken, dass selbst Stefan Sagmeister noch nie einen Workshop in einer Gondel hatte – das zeigt schon, wie „normal“, aber dann doch wieder absurd unsere Ideen sind, mit unseren Kund:innen zu arbeiten. Weiters bin ich fest davon überzeugt, wenn man auf strategischer Ebene über Themen wie Nachhaltigkeit und Natur spricht, dass man auch direkt in die Natur gehen muss, um die Antworten zu finden. Wie kann ich in einem „normalen“ Seminarraum mit Plastikstühlen über Nachhaltigkeit reden? Das unterscheidet uns von anderen beratenden Agenturen. Wir versuchen, die Themen wirklich beim Wort zu nehmen und individuell zu betrachten. Nur so entstehen Lösungen, die wirklich den Unterschied ausmachen. In Tirol haben wir eine Designikone, nämlich die Natur selbst. Von ihr haben wir schon viel und können noch sehr viel mehr lernen. Deshalb möchten wir es auch in Zukunft noch stärker anvisieren, sie in unsere Arbeit miteinzubinden.

Mitte Mai waren auch die Impulstage zur Arbeitswelt Thema in der Seilergasse. Wie wichtig sind solche „fachfremden“ Stimuli im kreativen Prozess?

Wie gesagt, wir dürfen unsere Kund:innen durch einen Prozess der Veränderung begleiten. Sei es auf kreativer oder eben auf strategischer Ebene. Es geht sehr oft um Positionierung oder strukturelle Themen, die eben diese zwei Blickwinkel erfordern. In diesem Prozess stoßen wir dann oftmals an unsere eigenen Grenzen. Genau hier kommt dann unser Circle Of Competence zum Einsatz. Ein Netzwerk an themenspezifischen Expert:innen, die uns mit ihrem Wissen helfen, den Prozess der Veränderung richtig zu begleiten. Wir streben nach den besten fach- und themenspezifischen Expert:innen, denn nur so profitieren unsere Kund:innen. So können wir unsere Kund:innen auf 360 Grad betreuen und viel Zeit und Erklärungsphasen einsparen. Unsere Impulstage zur Arbeitswelt würde ich daher gar nicht als fachfremd bezeichnen, sondern als wichtiges Puzzleteil, um ein Gesamtbild zu komplementieren. Wenn ich heutzutage den Überblick und die Kontinuität nicht habe, dann verliert ein Unternehmen oftmals an Identität und Glaubwürdigkeit. Das gilt sowohl nach innen, in Richtung der Mitarbeiter:innen, als auch kundenseitig nach außen. Was nützt beispielsweise die schönste Website, wenn meine Mitarbeiter:innen nicht verstehen, welche Werte oder Position wir am Markt beziehen?

Momentan sieht es danach aus, als würde das öffentliche Leben tatsächlich wieder langsam zurückkehren. Was hält der Design Network Idea Hub in dieser spannenden Phase bereit?

Die letzte Zeit hat mir persönlich gezeigt, wie wichtig es ist, von Tag zu Tag zu denken. Daher möchte ich nicht zu viel verraten, denn morgen kann schon wieder alles anders sein. Aber so viel sei gesagt: Wir werden nochmals eine Adaption unserer Räumlichkeiten vornehmen. Sobald dieser Umbau fertig ist, möchten wir den Design Network Idea Hub auch endlich mit einer kleinen Feier richtig eröffnen. Ebenso haben wir weitere Impulstage geplant mit lokalen, aber auch internationalen Expert:innen. Auch ist eine Design Network Master Week geplant. Ein Symposium über mehrere Tage, das ganz im Zeichen der Verbindung von kreativen und strategischen Themen steht.

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Roland Lanser, Arnold Lanser und Patrizia Berger | Foto: David Johansson

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