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Lifestyle | 08.04.2021

Dem Stil geschuldet

Wohin sich Architektur und Design 2021 bewegen.

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Im Vergleich zu vielen anderen Bereichen unseres täglichen Lebens ist die Architektur eine äußerst behutsam und bedächtig voranschreitende Sache. Zwar sind einzelne Akteurinnen und Akteure innerhalb der Szene immer wieder für aufregende und avantgardistische Kreationen gut, im Großen und Ganzen ist der architektonische Mainstream allerdings ein eher behäbiges Gefährt, das seine Kurskorrekturen vorsichtig und mit gemächlicher Ruhe umsetzt. Eigentlich kaum verwunderlich, liegen doch Langlebigkeit und Beständigkeit in der Natur der Sache selbst. Dementsprechend gut lassen sich einige der kommenden Trends im Bereich Architektur und Wohnbau ablesen.

Blätterwerk

Natürliche Baustoffe halten sich nun schon sein geraumer Zeit als beständiger Trend sowohl in der Innenarchitektur als auch in der Gestaltung von Außenbereichen. Naturmaterialien wie Stein und Holz, aber auch Textilien wie Loden oder Leinen sind ständige Begleiter der Bauvorhaben der letzten Jahre.

Nachdem besonders die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts von Glas, Stahl und Beton geprägt war, symbolisieren „lebendige“ Stoffe eine Rückkehr und Rückwende zu einem reflektierteren, ganzheitlich gestalteten Denken. Dieses hält auch in der kommenden Zeit weiter an, wird aber nun konsequent weitergedacht. Zusehends mehr werden nun nämlich tatsächlich lebendige Organismen in Baustrukturen eingefügt. Vom kleinen Topfgarten am Balkon bis hin zu komplett begrünten Fassaden an futuristisch wirkenden Hochhäusern – die Natur kehrt in Symbiose wieder in unsere Lebensräume zurück.

 

 

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Recycling im großen Stil

Zunehmend ist auch im behäbigeren Baugewerbe ein unbedingt nachhaltiger Gedanke angekommen. Die Endlichkeit der uns zur Verfügung stehenden Ressourcen hat sich letztendlich im allgemeinen Bewusstsein verankert und führt zu neuen, innovativen Prozessen.

Die Entnahme und Wiederverwertung von Materialien aus bereits bestehenden, aber nicht mehr genutzten Strukturen, „Urban Mining“ genannt, ist hier etwa ein Beispiel. Hier werden etwa ehemalige Fassadenplatten kurzerhand zum Bodenbelag einer Dachterrasse umfunktioniert oder auch komplette Betonstrukturen zermahlen, um später in neuer Form wieder eine tragende Rolle zu übernehmen.

Um diesen Weg zu ermöglichen, mussten teils neuartige Technologien und Logistikverfahren erarbeitet und etabliert werden. Da das Abbauen und Verwerten von diesen Ressourcen direkt in urbanen Gebieten kaum möglich ist, finden sich nun so komplett neue Zugänge zu einem Thema, das wahrlich zukunftsweisend ist und nun auch vermehrt bei Großprojekten zum Einsatz kommt.

 

Fotos © Shutterstock