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Lifestyle | 11.01.2017

Deshalb lassen sich Frauen mit dem Nachwuchs immer mehr Zeit

Mütter werden immer älter - doch das liegt nicht nur an den äußeren Umständen.

Deshalb lassen sich Frauen mit dem Nachwuchs immer mehr Zeit (© Cover Media)
Deshalb lassen sich Frauen mit dem Nachwuchs immer mehr Zeit (© Cover Media)

Seit Jahrzehnten heißt es, dass der Grund für das immer spätere Mütter-Dasein alleine bei den Frauen selbst liegt. Immerhin wollen sich viele erst mal verwirklichen, gehen dank Studium erst spät einem Beruf nach oder wollen sich ganz einfach Zeit mit der Familienplanung lassen. Doch neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass diese Entscheidung gar nicht wirklich bewusst getätigt, sondern vielmehr von Genen beeinflusst wird.

Laut Forschern der Universitäten von Oxford, Groningen und Wageningen spielt Bildung eine weitaus kleinere Rolle dabei, ob Frauen früher Kinder bekommen oder nicht. "Wie wir herausgefunden haben, werden Bildung und Nachwuchspläne am meisten vom Familienhintergrund beeinflusst. Bildung hat dagegen keine direkte Auswirkung auf diese Pläne", erklärte Dr. Felix Tropf in einem Statement, welches in dem Magazin 'Demography' veröffentlicht wurde. "So bilden Familien zum Beispiel einen sozialen und finanziellen Hintergrund und geben das Fortpflanzungsverhalten in ihren Genen weiter. Ein großer Teil der beobachteten Verbindung zwischen Bildung und Alter bei der ersten Geburt kann tatsächlich durch das familiäre Umfeld erklärt werden. Betrachtet man die Bildung isoliert, hat diese einen weitaus geringeren Effekt."

Für ihre Untersuchungen haben die Forscher die Daten von Frauen aus Großbritannien verglichen, die zwischen 1944 und 1967 geboren wurden. Dabei legten sie ihr Augenmerk darauf, wie sich ihre akademische Laufbahn auf ihre Fortpflanzungsverhalten auswirkte. Sie stellten fest, dass Frauen ab dem Alter von 12 Jahren für jedes Jahr ihrer Ausbildung das Mutterwerden um etwa sechs Monate nach hinten hinauszögerten. Dabei spielte aber der Familienhintergrund, das heißt, eine Kombination aus sozialen, ökonomischen und genetischen Faktoren, die größte Rolle - die Bildung trug nur zu etwa 1,5 Monaten dieser sechsmonatigen Verzögerung bei.

"Wir hoffen, dass dieses wichtige Ergebnis, das zeigt, dass die Verbindung zwischen schulischer Bildung und das Hinauszögern einer Schwangerschaft nicht kausal, sondern falsch ist, bei zukünftigen Fruchtbarkeitsvoraussagen von nutzen ist", so Dr. Tropf.

© covermg.com

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