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Lifestyle | 28.12.2016

Deutsche Unternehmer: Zigaretten werden bleiben

Produkte wie die E-Zigarette sind auf dem Vormarsch, aber hat der herkömmliche Glimmstängel deswegen bald ausgedient? Von wegen, sind sich deutsche Zigarettenunternehmer sicher.

Deutsche Unternehmer: Zigaretten werden bleiben (© Cover Media)
Deutsche Unternehmer: Zigaretten werden bleiben (© Cover Media)

Seit 2007 wird die sogenannte E-Zigarette weltweit hergestellt und vertrieben. Anfangs wurden die elektronischen Geräte, bei denen eine Flüssigkeit verdampft und daraufhin inhaliert wird, von großen Tabakkonzernen nur belächelt - doch mittlerweile ist der Siegeszug des oft als schick empfundenen Accessoires unaufhaltsam. Viele sehen in den Geräten sogar eine gesunde Alternative, soll der Konsum von elektrischen Zigaretten laut britischem Gesundheitsministerium sogar zu etwa 95 Prozent weniger schädlich als Tabakrauchen sein.

Wenig erstaunlich war also die Aussage vom Vorstandschef der weltweit größten Tabakkonzerns weltweit: "Ich glaube, dass schon bald der Zeitpunkt kommen wird, an dem wir das Ende der Zigaretten-Ära einläuten werden", erklärte Philip-Morris-Chef André Calantzopoulos vor Kurzem in einem 'BBC'-Interview.

Macht sich also nun auch Panik unter deutschen Unternehmen breit? Weit gefehlt. "Die Zigarette bleibt auch in Zukunft das beliebteste Tabakprodukt der Deutschen", war sich Jan Mücke, seines Zeichens Geschäftsführer des Deutschen Zigarettenverband (DZV), in einer Pressemitteilung der 'Neuen Osnabrücker Zeitung' sicher.

"Für viele Genießer ist das Rauchen mehr als die reine Nikotinaufnahme. Der ursprüngliche Genuss von frischem Tabak oder einer guten Zigarre ist nicht zu ersetzen", meinte auch Michael von Foerster, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Rauchtabakindustrie. Er stünde wie viele andere Vertreter seine Branche "der Aussage von Philip Morris zum Ende der Zigarette gelassen gegenüber."

Für Doreen Neuendorf, Presseprecherin von Reemstma Cigarettenfabriken GmbH, seien "E-Zigaretten im deutschen Markt ein Nischenprodukt mit einem Verwenderanteil auf geringem Niveau."

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jährlich etwa sechs Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums, insgesamt rauchen etwa eine Milliarde Menschen weltweit. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Melanie Mortler, würde sich angesichts dieser Zahlen freuen, wenn das Ende der Zigaretten-Ära kommen würde - doch auch sie sieht das realistisch. "Solange bei uns jeder Vierte raucht und jedes Jahr über 120.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums sterben, sind wir von einem Ende der Ära des Rauchens weit entfernt - leider!" Und selbst wenn die E-Zigarette ihren Siegeszug weiter fortführt: die bessere Alternative scheint sie laut der CSU-Politikerin nicht gerade zu sein. "Betrachtet man die heutigen Wirkstoffe der E-Zigaretten können wir mit Sicherheit sagen: Sie sind alles andere als unbedenklich."

© covermg.com

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