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Lifestyle | 11.12.2020

Kunst in leeren Räumen

Innsbruck Marketing und die Tiroler Künstler:innenschaft bespielen mit "Kunst im Zwischenraum" leerstehende Gebäude.

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©Innsbruck Tourismus / Mario Webhofer

Unter dem Titel „Kunst im Zwischenraum“ hat es sich die Tiroler Künstler:innenschaft zur Aufgabe gemacht, in leerstehende Räume in Innsbruck Kunstwerke einziehen zu lassen. Im Rahmen einer erstmaligen Kollaboration mit Innsbruck Marketing beherbergt so das Geschäftslokal in der Kiebachgasse 17 ab Samstag, dem 12. Dezember Werke von Katharina Cibulka und Thomas Medicus.

 

Kunstvoll

Die Bespielung von Leerständen in Innsbruck stellt eine der zentralen Interessen der neuen künstlerischen Leitung und Geschäftsleitung der Tiroler Künster:innenschaft, Petra Poelzl, dar. Dementsprechend sollen unter dem Projekt „Kunst im Zwischenraum“ künstlerische Eingriffe in temporär leerstehende Räume und Gebäude vorgenommen werden. Erstmalig arbeitet die Tiroler Künstler:innenschaft dabei mit Innsbruck Marketing zusammen. Ein erstes Ergebnis der Kollaboration wird in der Innsbrucker Altstadt in der Kiebachgasse 17 zu sehen sein, wenn am Samstag, den 12. Dezember um 17 Uhr die erste Installation von „Kunst im Zwischenraum“ präsentiert wird.

Bild Innsbrucks Architektur im Spiegel der Jahrhunderte - 4.jpg
©Innsbruck Tourismus / Christof Lackner

Lichtzeichen

„We certainly don’t do it for the money“ und “Head Instructor” lauten die Titel der beiden Werke, die bei der Premiere von „Kunst im Zwischenraum“ zu sehen sein werden. Beständig leuchten die beiden  Lichtinstallationen aus den Schaufenstern des leerstehenden Geschäftslokals in der Kiebachgasse – und zeigen gemeinsam zwei gewichtige Charakteristika unserer Zeit auf: Zum einen wird das vorherrschende System von Ungleichheiten bestimmt, zum anderen eröffnet sich aber auch die Freiheit, sich neuen Ideen und Vorstellungen hinzugeben und diese zur Diskussion zu stellen.  

 

Neon

Der Leuchtschriftzug „We certainly don’t do it for the money” von Künstlerin Katharina Cibulka übernimmt in der Kiebachgasse eher die kritische Stimme. So lässt sich die Lichtinstallation als klare Absage an die (Selbst-)Ausbeutung im neoliberalen Zeitalter der Gegenwart werten. Das leuchtende Rot in Kombination mit der handschriftlichen Typografie und einem zittrigen Flackern, wirkt dabei sowohl sanft und zynisch als auch programmatisch und mahnend.  Das Kunstwerk aus dem Jahr 2012 reiht sich damit nahtlos in die Arbeiten von Cibulka ein, mit denen sie eine konsequente politische Agenda rund um soziale Gerechtigkeit, Gemeinschaftlichkeit, Feminismus und die Rolle der Kunst selbst verfolgt.

 

Anamorph

Bei dem zweiten Werk, Thomas Medicus‘ „Head Instructor“, handelt es sich um einen Glaswürfel bestehend aus 144 handbemalten Glasstreifen. In der anamorphen Skulptur befinden sich dabei vier stark fragmentierte Bilder eines Kopfes, die je nach einer 90-Grad-Drehung nacheinander sichtbar werden. Damit spielt „Head Instructor“ auf die Verschränkungen zwischen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und subjektiven Erfahrungen an und lädt die Betrachterinnen und Betrachter dazu ein, die Gedanken und Ideen im Kopf wachsen zu lassen.

 

Wer sich von „Kunst im Zwischenraum“ mit Katharina Cibulka und Thomas Medicus selbst ein Bild machen möchte und feststellen möchte, wie wunderbar sich Leerstände als Präsentationsflächen für Kunstwerke eignen, kann dies ab Samstag, den 12. Dezember um 17 Uhr in der Kiebachgasse 17 in Innsbruck tun.