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Lifestyle | 20.07.2020

Kaiserliches Kulturerbe

Die Hofburg Innsbruck stellt einen bedeutenden Teil des baukulturellen Erbes der Republik Österreich dar. Im Herzen der Tiroler Landeshauptstadt gelegen, sah sie viele Herrscherinnen und Herrscher kommen und gehen, wobei sie besonders Maximilian, Maria Theresia und Sisi prägten.

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(Foto: sternenkaiserin.com/BHÖ)

Kaiser Maximilian I. zählt zu den schillerndsten Persönlichkeiten des Hauses Habsburg. Mit einer erfolgreichen Heiratspolitik legte er den Grundstein für den Aufstieg seiner Familie zur mächtigsten Dynastie Europas. Die Hofburg Innsbruck war dabei das Zentrum seiner Macht und wurde als Zentrum des höfischen Lebens ausgebaut und erweitert.

Der Vorgänger Maximilians als Landesfürst von Tirol, Erzherzog Sigmund der Münzreiche, hatte auf dem Areal der heutigen Hofburg eine mittelalterliche Burg errichtet. Als Maximilian an die Macht kam, war er bestrebt, seine Residenz zu erweitern. Nach seinen Vorstellungen wurde der Wappenturm errichtet, das Paradeis angelegt und der Goldene Saal eingerichtet. Mit dem Harnaschhaus entstand ein weiterer Zubau zur Hofburg, in dem sich heute das von Maria Theresia gegründete Damenstift befindet

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(Foto: Tirol Werbung / Aichner Bernhard)

Nach dem Ausbau unter Kaiser Maximilian I. galt die Hofburg als schönstes Bauwerk der Spätgotik. Sie besaß schon damals Denkmalcharakter. Weitere bauliche Veränderungen ließ Maria Theresia zwischen 1750 und 1770 vornehmen, wobei sie die Hofburg Innsbruck in eine barocke Anlage umgestalten ließ. Die inneren Appartements wurden im 19. Jahrhundert für Kaiserin Elisabeth neu und aufwändig eingerichtet. Mit dem Ende der Habsburger Monarchie endete auch die Geschichte der Hofburg als kaiserlicher Repräsentationsbau. Die Kaiserappartements, heute Museum, wurden schon vor dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) an bestimmten Tagen zur Besichtigung freigegeben. Das Gesamtkonzept einer neuen Vitalisierung wurde 1992 unter der Leitung von Tirols führendem Architekten Hubert und Michael Prachensky in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und dem Landeskonservatorat für Tirol, dem Wirtschaftsministerium und der damaligen Bundesgebäudeverwaltung II erstellt. Es sah eine klare Trennung zwischen dem Historischen und dem Neuen vor. Das Foyer bildet mit dem offenen Kassa-/ Shopbereich und der dahinter liegenden Ausstellungshalle einen Mehrfach-Funktionsbereich, der durch architektonische Akzente optisch, aber nicht räumlich getrennt ist. Dafür wurde die Kaiserliche Hofburg  zu Innsbruck im Jahr 2000 für den Staatspreis „Revitalisierung“ nominiert, der für Vitalisierungskonzepte sowie Umbauten historischer Gebäude vorgesehen ist. Die letzte Generalsanierung erfolgte schlussendlich in den Jahren 2006 bis 2010, die eine Gesamtnutzfläche von 3.126 Quadratmetern umfasste.

Maximilian hautnah. Im Rahmen des Maximilianjahres 2019 widmete die Burghauptmannschaft Österreich dem Kaiser eine Jubiläumsausstellung, die sich nicht nur seinem Leben, sondern auch intensiv mit seinem Wirken in Tirol befasste. Diese multimedial inszenierte und mit dramaturgischen Elementen sowie beeindruckenden Digitalisaten ausgestattete Ausstellung wurde in eine Dauerausstellung umgewandelt, die im Juli dieses Jahres nochmals erweitert wurde.

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(Foto: BHÖ)

Eine eigens für diese Ausstellung entwickelte App ermöglicht es, Besucherinnen und Besuchern eine zusätzliche virtuelle Ausstellungsebene zu entdecken. Durch eine bildgesteuerte Aktivierung der App werden Hintergrundinformationen zu Ausstellungsmobiliar und ausgestellten Objekten geladen und digitale Ausstellungskomponenten präsentiert, die sonst nicht sichtbar sind.

Zusätzlich zu diesem Angebot wird ein neuer Ausstellungsraum eröffnet, der sich detailliert den Tänzen und „Mummereien“ am Hofe Maximilians widmet. Die „Mummereien“ waren Kostümfeste, die der Kaiser in Burgund, der Heimat seiner ersten Frau Maria, kennenlernte. Er selbst trat bei den Festen stets als Zeremonienmeister oder Fackelträger in Erscheinung. Was sich hinter dieser künstlichen, aufwändigen Kostümierung verbirgt und welche politische Bedeutung diese „Mummereinen“ hatten, wird in der Ausstellung näher beleuchtet.

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(Foto: BHÖ)

Weitere Informationen zur Ausstellung sowie zu den Preisen und Öffnungszeiten sind online unter www.hofburg-innsbruck.at zu finden. An jedem Sonntag ist Familientag in der Hofburg Innsbruck. An diesem Tag haben Familien freien Eintritt und um 14 Uhr wird eine spezielle Familienführung angeboten.