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Lifestyle | 29.11.2019

Kommt Zeit, kommt Brot

Christina Bauer hat sich dem wahrscheinlich grundlegendsten, aber zugleich vielfältigsten Lebensmittel verschrieben, das es gibt: dem Brot.

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(© Nadja Hudovernik)

Alles, was sie macht, macht Christina Bauer mit vollster Leidenschaft. Sie bäckt Brot, führt mit ihrem Mann einen Bauernhof mit Gastwirtschaft, hat zwei Kinder und führt wie nebenbei auch noch einen sehr erfolgreichen Blog. Umso mehr verwundert es, dass die junge Bäuerin so viele verschiedene Berufe überhaupt in einen Tag packen kann. Über ihren Werdegang, ihre Lieblingsrezepte und nicht zuletzt über die Zukunft haben wir mit ihr gesprochen.

TIROLERIN: Das Backen und Bloggen hat sich neben Ihrem „eigentlichen“ Beruf zu einem eigenständigen Erwerbszweig entwickelt. Wie hat sich diese Entwicklung für Sie gestaltet?
Christina Bauer: Das alles hat eigentlich ganz im kleinen Kreis begonnen, und ich hatte auch nie den Traum, Bloggerin und Buchautorin zu werden. Aber durch die viele Nachfrage und viel Glück hat sich ein Ereignis ums nächste ergeben. Ich bin total glücklich, und manchmal kann ich es selbst nicht glauben, wie viele Personen inzwischen auch schon über Österreich hinaus nach meinen Rezepten backen.

Das Bauerndasein alleine gilt schon als zeitaufwändiger Beruf. Wie bringen Sie Ihre Back- und Blogtätigkeiten dazu unter einen Hut, ohne dass das Private darunter leiden muss? 
Meine Familie hat mich von Beginn an immer sehr unterstützt, und ohne sie wäre mein Blog nie zu dem geworden, was er momentan ist. Inzwischen habe ich auch Mitarbeiterinnen, die mich tatkräftig unterstützen. Zeit für die Familie bleibt schon, aber natürlich muss man sich auch in gewissen Situationen einfach einmal rausnehmen und sich die Zeit bewusst nehmen und das Familienleben genießen.

 

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(© Nadja Hudovernik)

Gab es in Ihrem Leben ein Schlüsselerlebnis, das Sie zum Backen gebracht hat? 
Ich habe als Jugendliche schon immer gerne Kuchen gebacken, meine Liebe zum Brot habe ich aber erst durch meine Schwiegermutter entdeckt.

Sind Ihre Kinder auch schon fleißig am Backofen unterwegs oder dürfen sie zumindest schon dabei assistieren? 
Ja, meine Kinder sind schon fleißig mit dabei, wenn es um das Ausprobieren neuer Rezepte geht. Es macht einfach Spaß, wenn man den Kindern beim Backen gewisse Werte mitgeben und nebenbei auch noch Zeit gemeinsam verbringen kann. Aber am allerbesten können die beiden das Verkosten.

Welches ist Ihr Lieblingsbrot? Was schätzen Sie besonders daran? 
Ich habe so viele Lieblingsrezepte, die auch immer gelingen und sehr schnell gemacht sind (zwei meiner wichtigsten Kriterien). Aber eigentlich mag ich das Hausbrot am liebsten. Es ist unser Alltagsbrot und darf eigentlich nie ausgehen. Alle in unserer Familie essen es gerne. Dazwischen brauch ich aber auch Abwechslung durch Vollkorn- oder auch Weißmehlgebäck.

 

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(© Nadja Hudovernik)

Brotbacken hat oftmals den Anschein, eine sehr genaue Wissenschaft zu sein. Gibt es vielleicht doch mehr Raum für Experimente, als man landläufig glaubt?  
Früher, als die Zutaten von der Qualität her nicht so gleichbleibend und gut waren, galt Brotbacken zurecht als Kunst. Heute ist es kinderleicht. Mit der richtigen Planung und Vorbereitung ist Brotbacken im Handumdrehen erledigt und wirklich keine Hexerei. Außerdem gibt es für jeden Typ das richtige Rezept. Wichtig ist nur, dass man alle Zutaten (auch die Flüssigkeiten) genau abwiegt. Und wenn jemand wenig Zeit hat, eignet sich ein Teig, der über Nacht ruht oder den man nicht kneten muss. Hat man mehr Zeit, kann man sich aufwändigeren Broten mit Vollkorn oder sogar Sauerteig widmen. Ich persönlich backe immer gleich einen ganzen Schwung Brote und friere dann ein paar Laibe ein – so habe ich zu jeder Zeit selbst gebackenes Brot im Haus. Experimentieren kann man ganz einfach und gelingsicher, indem man Mehlsorten oder Flüssigkeiten austauscht – dadurch entsteht sofort ein komplett neues Rezept. 

Haben Sie ein paar Tipps für Anfänger im Backgenre? 
Die Zutaten (inklusive Flüssigkeiten in Gramm) immer genau abwiegen und zuerst die Flüssigkeit in die Schüssel geben (damit kein Mehlsatz am Boden bleibt). Darüber hinaus sollten die Flüssigkeiten auch nie mehr als 40 Grad warm sein, da sonst die Germ nicht mehr richtig arbeiten kann. 

Vom Backen zum Bloggen zum Veranstalten von Backkursen zur Buchautorin – wohin geht die Reise in Zukunft?  
Das wüsste ich selbst manchmal gerne! Ich bin einfach schon so überwältigt, wie positiv die Bücher aufgenommen werden (vor allem in Zeiten des Internets, wo man auch alles schnell einmal googeln kann). Aber ich bin jederzeit offen für neue Ideen – in welche Richtung sie auch immer gehen werden.


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BROT BACKEN MIT CHRISTINA

mit Christina Bauer
Löwenzahn Verlag
ISBN: 978-3-7066-2659-0
€ 24,90