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Lifestyle | 07.09.2019

Tut gut!

Yoga ist so viel mehr als die Trendsportart, zu der es sich entwickelt hat. Das TIROLERIN-Team ließ sich die ursprünglich aus Indien stammende Philosophie von Yogatrainerin Sabrina Peer in einer entspannenden, wenn auch schweißtreibenden Yogastunde näherbringen.

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(Foto: Ulrich Ringhofer)

Wir atmen ein. Wir atmen aus. Mit geschlossenen Augen sitzen wir im Sukhasana, dem Schneidersitz, wie die Position in Yogasprache heißt, auf der Yogamatte. Unsere Hände ruhen bequem auf unseren Knien. Die Handflächen zeigen nach oben – um Energie aufzunehmen, wie Sabrina uns erklärt. Mit ruhiger Stimme spricht die ausgebildete Yogatrainerin: „Heute hast du ein Date mit dir. Du nimmst dir Zeit nur für dich.“ Sanfte Klänge im Hintergrund begleiten uns beim Auf-der-Matte-Ankommen und Entspannen. Alltag und Arbeit werden in den nächsten 75 Minuten ausgeblendet, haben keinen Platz im lichtdurchfluteten Yogastudio. Es sind nur wir auf unseren Matten. Und Sabrina, die uns durch die Yogastunde führt.

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(Foto: Ulrich Ringhofer)

Vorurteile und Wahrheiten. Denkt man an Yoga, reichen die klischeehaften Bilder, die einem durch den Kopf schießen, von meditierenden und sich verrenkenden Hippies bei Sonnenuntergang auf Bali über Hausfrauen, die sich mit Esoterik und Naturheilkunde den Tag vertreiben, bis hin zu jungen Frauen in Leggings und mit Faszienrolle, die einen gesundheitsbewussten Lifestyle leben. Zwischen Räucherstäbchen und Lifestyle-Konzept drängt sich der Gedanke, dass Yoga ein reiner Frauensport ist – wenn es überhaupt Sport ist –, auf. Doch: Yoga ist weit mehr als eine alternative Lebensweise und eine gymnastikähnliche Sportart und wird nicht nur von Frauen praktiziert. In der Tat waren es Männer, die vor etwa 4.000 Jahren in Indien Yoga als erstes praktiziert und diese philosophische Lehre begründet haben. „Über die Schweiz ist Yoga zu uns gekommen. Je weiter Richtung Westen, desto mehr ist die klassische, uralte philosophische Lehre der indischen Yogis verloren gegangen und hat sich heute zu einer Trendsportart entwickelt“, erklärt Sabrina Peer, die in der einen Tageshälfte als Moderatorin bei Life Radio Tirol und als professionelle Sprecherin arbeitet und in der anderen Tageshälfte bei Physio 1.0 als Yogalehrerin im Studio steht.

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VIRABHADRASANA – Der „Krieger I“ kräftigt und mobilisiert, erdet und bewegt. (Foto: Ulrich Ringhofer)

Sanft und herausfordernd. Umfasst Yoga in seiner Ursprünglichkeit geistige und physische Praktiken, wird es bei uns vorrangig als körperliche Übungen verstanden. Basis des körperorientierten Teils ist Hatha Yoga, aus dem sich verschiedene Yoga-Richtungen entwickelt haben, wie beispielsweise Vinyasa Yoga. Diese beiden Stile, Hatha und Vinyasa Yoga, sind die zwei gängigsten, wenn auch zwei sehr kontrastreiche Programme, die in den westlichen Studios am öftesten praktiziert werden. Beim Hatha Yoga bleiben die Yogis lange in den einzelnen Asanas, den Stand-, Liege- und Balancehaltungen. Es werden lange und viele Atemzüge in den Positionen genommen, bevor in die nächste übergegangen wird. Vinyasa ist ein Teil des sogenannten Sonnengrußes, einer Abfolge von mehreren Yogahaltungen, die dynamisch miteinander verbunden werden. Dabei wird das One-Breath-One-Movement-Schema angewandt: Mit dem Einatmen wird die erste Bewegung ausgeführt, mit dem Ausatmen wird in die nächste übergegangen.

 

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(Foto: Ulrich Ringhofer)

Experimentierfreudig und ungewöhnlich. Neben den traditionellen Yoga-Stilen haben sich in den letzten Jahren mit dem Yoga-Boom neue, ausgefallenere Varianten entwickelt. Ob SUP-, Ziegen-, Bier- oder Gin-Yoga, den Ideen für das Workout sind keine Grenzen gesetzt. „Yoga vermarktet sich einfach extrem gut“, begründet Sabrina das breite Angebot und ergänzt: „Die Kombination Yoga und Stand-up-Paddling hat beispielsweise absolut seine Berechtigung. Dadurch, dass du auf dem Brett im Wasser schwimmst, musst du lernen, in der Mitte zu bleiben und die Balance zu halten. Die Fußwurzeln, die ohnedies bei jeder Übung, solange man nicht auf den Händen steht, aktiv sein müssen, werden beim SUP-Yoga besonders aktiviert. Alle anderen Formen sind mit einem Augenzwinkern zu genießen und kann man gern mal zur Gaudi machen.“

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UTKATSANA – Mit dem „Stuhl“ wird Energie aus dem Körperzentrum, dem Becken, frei. (Foto: Ulrich Ringhofer)

Aktivierung und Vitalisierung. Weder Ziegen noch Bier und Gin haben wir für unsere exklusive Yogastunde mit Sabrina dabei. Ganz klassisch gestaltet sie unsere Einheit. Nach den ersten paar Minuten, die wir im Schneidersitz mit tiefen, bewussten Atemzügen verbringen, stehen wir am Beginn auf unseren Yogamatten für den ersten Sonnengruß: Von Baum über Vorwärtsbeuge, Brett, Kobra, herabschauendem Hund, Ausfallschritt, Vorwärtsbeuge und Stuhl kommen wir wieder in eine stehende Haltung. Ein weiteres Mal wiederholen wir im Flow den Sonnengruß. Die Bewegungsabfolge geleitet vom Atemfluss energetisiert, kräftigt und dehnt, verbindet Körper und Geist. Mit der Katze-Kuh-Übung mobilisieren wir die Wirbelsäule, mit dem Pflug öffnen und dehnen wir Rücken und Halswirbelsäule und mit der Krähe versuchen wir, uns in eine erste Armbalance zu bringen. Übungen, um die Handgelenke zu entlasten und die Brust zu öffnen, die sich ganz einfach in den Büroalltag integrieren lassen, zeigt uns Sabrina ebenfalls.

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Gemeinsam mit Sabrina „kämpfen“ sich Eva, Bianca, Victoria und Ines durch die Yogastunde. (Foto: Ulrich Ringhofer)

Ausgebildet und erfahren. Seit mittlerweile zehn Jahren betreibt Sabrina Yoga – zuerst privat nur für sich selbst, jetzt auch als Trainerin. Vier bis fünf Yogastunden hält sie in der Woche. Angefangen hat alles in Berlin, als sie mit ihrer Freundin Bianca in der Wohnung ihrer Tante die Yogamatte ausgerollt, eine DVD abgespielt und die Übungen nachgemacht hat. „Einer der ersten Sätze, den der Trainer im Video sagte, war, ‚Yoga ist kein Sport und auch kein esoterischer Humbug, sondern es ist etwas, das dir gut tut.‘ Und genau aus diesem Grund habe ich begonnen, Yoga zu praktizieren – weil es mir gut tut“, erklärt Sabrina ihre Motivation. Ob gedanklich oder körperlich, mit Yoga kann man sich selbst ordnen. Körper, Geist und Seele werden in Einklang gebracht. Um ihre Leidenschaft und dieses „Es tut mir gut“-Gefühl auch an ihre Mitmenschen weitergeben zu können, hat Sabrina vor rund zwei Jahren bei WAY Yoga Deutschland die Ausbildung zur Yogatrainerin gemacht. Der zweiwöchige Intensivkurs in Seefeld umfasste neben dem täglichen mehrstündigen Yogatraining eine anatomische Grundausbildung sowie die Lehre der Yoga-Philosophie und der Yoga-Schrift, der sogenannten Yoga Pradipika. „Das Training war wirklich sehr intensiv und hat mich an meine Grenzen gebracht,“ erinnert sich Sabrina an die Ausbildung und den damaligen Muskelkater gern zurück.

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ADHO MUKHA SVANASANA – Der „herabschauende Hund“ erfordert Kraft und streckt die Wirbelsäule in die ganze Länge.

Zur Ruhe kommen und auspowern. Yoga lässt sich perfekt in den täglichen Trubel einbauen, verrät Sabrina: „Yoga gibt dem Alltag eine Struktur – du gehst davon aus oder arbeitest dorthin. Entweder stehst du auf, machst Yoga und startest voller Energie in den Tag, oder du weißt, dass du dich am Abend mit Yoga abholen und den Tag entspannt abschließen kannst.“ Gerade während des letzten Jahres, als Sabrina bei Life Radio Tirol die Morgen-Show moderierte, wurde Yoga ein wichtiger Bestandteil ihrer täglichen Routine. Der meditative Aspekt von Yoga – im Lotussitz mit den Händen auf den Knien sitzen, die Augen geschlossen halten und einfach nur atmen – hat ihr nach ihrer Sendung geholfen, neue Energie zu tanken und zurück in die Mitte zu kommen. „Oftmals brauche ich aber das genaue Gegenteil und möchte mich so richtig auspowern. Um so richtig ins Schwitzen zu kommen, mache ich eine Vinyasa-Einheit, bei der ich diesen Trance-Effekt spüre. Hier merke ich, dass mein Körper dynamisch und weich, gleichzeitig aber auch kompakt wird und fest arbeitet. Mit diesen Flows komme ich auf eine andere Art und Weise wieder in die Mitte“, erklärt Sabrina.

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Konzentration, Stärke und Durchhaltevermögen: Der „Krieger“ fordert uns nicht nur körperlich, sondern auch mental. (Foto: Ulrich Ringhofer)

Entspannt und gestärkt. Zu unserer inneren Mitte sind auch wir gekommen. Bei unserem Date mit uns selbst haben wir uns für 75 Minuten nur auf uns konzentriert und unserem Körper Achtsamkeit geschenkt. Im sogenannten Savasana, der Endentspannung, liegen wir auf dem Rücken, die Füße sinken nach außen, die Handflächen wenden sich der Decke zu. „Im Yoga sagt man oftmals ‚I do it for the Savasana‘“. erklärt Sabrina die Bedeutung der letzten Yogahaltung. Im Moment des scheinbaren Nichtstuns lassen wir los, kommen zur Ruhe und schaffen Raum für Neues. „Wir beenden das Date mit uns selbst und bedanken uns bei unserem Körper, dass er jeden Tag so viel für uns leistet“, spricht Sabrina abschließende Worte und beendet unsere Yoga-
stunde mit einem Namasté.


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(Foto: Ringhofer)

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Mitmachen unter dem Kennwort „Yogis“ an [email protected]