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Lifestyle | 17.07.2019

Das umgedachte Glashaus

Schnittblumen sind out. Lebende, gedeihende Gewächse, die ihre Standplätze noch lange mit ihrem freundlichen Grün erhellen, sind schön, praktisch und nachhaltig.

Bild GF_Sedum_006.jpg
Foto: Rebecca Genet

Einen Garten zu besitzen, ihn zu hegen und zu pflegen und sich dann an der grünen Pracht zu erfreuen ist wohl eines der schönsten und erfüllendsten Hobbys, dem man nachgehen kann. Nun ist leider nicht jeder mit dem nötigen Grund oder den nötigen finanziellen Mitteln ausgestattet, um sich diesen Traum erfüllen zu können. Die meisten greifen daher auf herkömmliche Topfpflanzen zurück, um auch in den eigenen vier Wänden nicht auf das Grün der Natur verzichten zu müssen. Eine ganz spezielle Ausprägung der konventionellen Pflanzenhaltung in Innenräumen erlangt allerdings in letzter Zeit immer mehr Aufmerksamkeit: Flaschengärten. In einem Glasbehälter werden verschiedene Pflanzen (meist aus einem gemeinsamen Ökosystem) in ein Substrat gesetzt. Unterschieden wird generell zwischen geschlossenen und offenen Flaschengärten, wobei die Kunst bei der geschlossenen Variante im Austarieren des Feuchtigkeitsgehalts liegt. Ist dieser gut dosiert, entsteht mit den richtigen Pflanzen nämlich ein in sich geschlossenes Öko- und Klimasystem, dass oftmals sogar mehrere Jahre ohne weitere Zugabe von Wasser oder Dünger auskommen kann. In „Gärten im Glas – Exotische Landschaften in Miniatur“ finden sich zahlreiche interessante Zusammensetzungsideen aus aller Welt. Detaillierte Anleitungen machen die Gestaltung der einzelnen Minibiome ansprechend und leicht nachzubauen. Auch auf die Pflege der Gärten und etwaige Probleme wird eingegangen. Für Anfänger wie Flaschengarten-Profis ein schönes und praktisches Inspirations- und Nachschlagewerk.

Bild GF_Fougères_01.jpg
Foto: Rebecca Genet

Popocatépetl

In dieser Zusammensetzung spielen Pflanzen aus semiariden Zonen wie dem Gebiet um den mexikanischen Vulkan Popocatépetl die tragende Rolle.

Material

  • Glaskugel zum Aufhängen (ca. 20 cm Durchmesser)
  • Messbecher oder 300-ml-Tasse
  • Sprühflasche oder neuer Schwamm
  • kleine Schere


Bestandteile

  • 3 unterschiedliche Sedum-Arten
  • 500 ml Puzzolan
  • 400 ml Substratmischung (1 Teil Grünpflanzenerde, 1 Teil
  • Flusssand) 3 Handvoll feiner schwarzer Kies
  • 3 Handvoll mittelgrober weißer Kies
  • 2 Handvoll grauer Schotter
  • 2 Granitkiesel
  • 2 Tassen Mineral- oder filtriertes Wasser (150 ml)

Anleitung:

  1. Glasbehälter innen und außen sorgfältig reinigen. Wurzelballen der Fetthennen 5 Minuten in filtriertes Wasser legen, damit sie sich gut vollsaugen können. 
  2. Puzzolan gleichmäßig auf dem Boden des Glases verteilen, ohne das Glas zu beschädigen.
  3. Die Hälfte des schwarzen und weißen Kieses sorgfältig so am Innenrand des Behälters verteilen, dass sie von außen wie zwei Schichten aussehen.
  4. Die Substratmischung in den Behälter füllen. Sie sollte auf dem Puzzolan und Kies eine etwa 3 Zentimeter dicke Schicht bilden.
  5. Ausreichend tiefe Pflanzlöcher für die Wurzelballen in das Substrat graben. Ballen durch Lösen von Wurzeln lockern, dann in die Pflanzlöcher setzen, leicht andrücken und Erde nachfüllen, um die Wurzeln zu bedecken.
  6. Den Ansatz der Pflanzen mit filtriertem Wasser wässern, dazu eine Sprühflasche verwenden oder einen Schwamm tränken und über dem Substrat ausdrücken.
  7. Den übrigen weißen und schwarzen Kies auf dem gesamten Substrat verteilen. Den Schotter und die Granitkiesel hinzufügen.
  8. Das Terrarium einige Tage stehen lassen.
Bild GF_Sedum_001.jpg
Foto: Rebecca Genet

Schwarzwald

Als Inspiration für diese Komposition diente der Schwarzwald, eine der am dichtesten bewaldeten, romantischsten Regionen Deutschlands. Wir haben für diese Miniaturlandschaft eine Reihe europäischer Farne und einen Efeu gewählt.

Material:

  • Glasbehälter (Durchmesser ca. 26 cm, Höhe ca. 44 cm) mit Abdeckung
  • Messbecher (oder 300 ml Tasse)
  • Sprühflasche oder neuer Schwamm
  • kleine Schere

Bestandteile:

  • 2-3 Arten Wurmfarne (Dryopteris) oder Streifenfarne (Asplenium), je nach Größe des Glasbehälters
  • 1 Efeu (Topfdurchmesser 6-9 cm)
  • 800 ml Puzzolan
  • 1,5l Substratmischung (2Teile Moorbeeterde, 1 Teil Kokosfasersubstrat)
  • 1 Handvoll feiner hellgrauer Kies
  • 1 Handvoll feiner dunkelgrauer Kies
  • 1 Handvoll feiner weißer Kies
  • 1 großes Stück Schiefer
  • 5 Stücke Waldmoos
  • 1 dünner Zweig (Durchmesser 1 cm, Länge 25 cm) eingige Rindenstück
  • 3 Tassen Mineral- oder filtriertes Wasser (200 ml)

Anleitung

  1. Glasbehälter innen und außen reinigen. Die Pflänzchen gegebenenfalls zuschneiden, damit ihr Laub nicht die Innenwände des Behälters berührt. Wurzelballen der Pflänzchen 5 Minuten in filtriertes Wasser legen – sie müssen sich gut vollsaugen.
  2. Puzzolan gleichmäßig auf dem Boden des Glasbehälters verteilen, einige Steinchen jedoch als Dekor für die Substratoberfläche zurücklegen.
  3. Die Hälfte der feinen Kiese schichtweise am Innenrand des Behälters verstreuen, sodass sie von außen wie mehrere verschiedenfarbige Schichten aussehen.
  4. Substratmischung einfüllen. Rund 5 cm tiefe Pflanzlöcher in das Substrat graben. Abstand zwischen ihnen halten – die Farnwedel dürfen sich anfangs nicht berühren.
  5. Wurzelballen lockern. Zuerst die Farne, dann den Efeu in die Pflanzlöcher pflanzen.
  6. Den Zweig neben dem Efeu bis zum Boden des Glasbehälters in die Erde drücken, damit die Pflanze an ihm hochranken kann.
  7. Die Moosstücke zu einem Drittel im Substrat versenkt im Behälter verteilen, dann die Rindenstücke mit hineinlegen. So drapieren, dass das Arrangement einem Waldboden ähnelt.
  8. Den übrigen Kies zwischen den Moosstücken und anderen Pflanzen verteilen. Die Schieferplatte und die Puzzolansteinchen auf den hellen Kies streuen.
  9. Die gesamte Oberfläche mit filtriertem Wasser aus der Sprühflasche wässern oder einen getränken Schwamm darüber auspressen
  10. Das Terrarium 2 Tage lang bei gedämpftem Licht stehen lassen.

Bild Cover_Buchblock.jpg

ZUM NACHLESEN.

„Gärten im Glas exotische Landschaften in Miniatur“ von Anna Bauer & Noam Levy

Dorling Kindersley Verlag

ISBN: 978-3-8310-3614-1

€ 17,50