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Lifestyle | 17.05.2019

Ideen mit Köpfchen

Wie wir unsere Konzentration steigern können und was uns auf Dauer wirklich klüger macht.

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Foto: Shutterstock

Fördert Traubenzucker vor einer Prüfung wirklich unsere Konzentration? Wirkt sich regelmäßige Bewegung nicht nur auf unseren Körper, sondern auch auf unseren Geist aus? Und hilft uns klassische Musik dabei, dass wir uns schneller mehr merken können? Wir sind diesen Aussagen auf den Grund gegangen und verraten Ihnen, was sich wirklich positiv auf unser Denkvermögen auswirkt.

Weisheit zum Löffeln? Sogenanntes Brainfood liegt derzeit voll im Trend. Bestimmte Lebensmittel sollen sich positiv auf unsere Gehirnaktivität auswirken und Konzentrationsproblemen entgegenwirken. Doch was steckt dahinter und können wir uns wirklich klug essen? Tatsächlich zeigten bereits mehrere Studien, dass die richtige Ernährung einen positiven Einfluss auf unsere Gehirnleistung haben kann. Der Grund dafür ist schnell erklärt: Wer konzentriert arbeiten will, muss sein Gehirn mit Energie versorgen. Wichtig ist dabei, für eine gleichmäßig hohe Energiezufuhr zu sorgen. Ideal sind sogenannte komplexe Kohlenhydrate. Diese sind unter anderem in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Gemüse enthalten. Positiv auf unser Gehirn wirken sich aber auch gewisse Öle, wie Lein- oder Rapsöl, sowie Nüsse aus.

 

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Süßer Versuch. Traubenzucker hingegen hilft nur bedingt. Der Blutzuckerspiegel wird zwar schnell in die Höhe getrieben, allerdings ist die Energie, die uns ein Stück Traubenzucker liefert, auch rasch wieder verbraucht und wir fallen in ein Tief. Ähnliches gilt auch für Süßigkeiten wie Schokoriegel. Besser beraten sind wir, wenn wir häufiger am Tag kleine Mahlzeiten zu uns nehmen und darauf achten, uns ausgewogen mit viel Obst und Gemüse zu ernähren.

Lauf dich schlau. Nicht nur Ernährung, sondern auch Bewegung soll uns die Möglichkeit geben, die Leistung unseres Gehirns zu erhöhen. Eine Runde Laufen würde also nicht nur unseren Körper trainieren, sondern auch unser Denkvermögen steigern. Doch wie viel Wahrheitsgehalt steckt in dieser Annahme? Immer mehr Studien zeigen, dass Sport tatsächlich unser Gehirn beeinflusst. So untersuchten kanadische Forscher Erwachsene, die zweimal pro Woche ein intensives Intervalltraining absolvierten. Nach vier Monaten hatten die Probanden nicht nur eine deutlich bessere Kondition, auch ihre geistige Leistungsfähigkeit hatte sich erhöht, wie die Tests bewiesen.

 

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Helle Freude. Sport bewirkt also auch etwas im Kopf: Kurzfristig wird unser Gehirn durch die Bewegung mit mehr Sauerstoff versorgt und besser durchblutet. Langfristig beeinflussen regelmäßige körperliche Aktivitäten unseren Hormonhaushalt, indem sie dazu führen, dass der Botenstoff Dopamin weniger schnell abgebaut wird. Dopamin wirkt nicht nur als Stimmungsaufheller, es hilft uns auch dabei, aufmerksam und konzentriert zu bleiben. Regelmäßig Sport zu betreiben kann also dazu beitragen, dass unser Gehirn bessere Leistungen vollbringen kann.

Klassische Hilfe. Immer wieder hören wir, dass sich auch Musik positiv auf unser Lernverhalten auswirken kann. Klassische Musik soll nicht nur helfen, dass wir uns bestimmte Sachverhalte besser merken können, sie soll auch bereits bei Ungeborenen einen positiven Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns haben. Doch was passiert wirklich im Kopf, wenn wir Musik hören? Die Wissenschaft geht dieser Frage schon lange auf den Grund und hat dem Phänomen bereits einen Namen gegeben: der Mozart-Effekt. Dieser besagt, dass klassische Musik, insbesondere Stücke von Mozart, unsere Intelligenz steigert. Aber stimmt das wirklich?

 

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Taktgefühl. Fest steht: Wenn wir Musik hören, hat das Auswirkungen auf unser Gehirn. Ein deutscher Neurowissenschaftler will bewiesen haben, dass fröhliche Musik die Konzentration unseres Stresshormons im Blut verringert – einer der vielen Gründe, warum Musik immer häufiger in der Medizin angewandt wird. Bei Therapien nach einem Hirntrauma oder einem Schlaganfall lernen Menschen häufig am Klavier, ihre Bewegungen zu koordinieren. Die richtige Musik kann helfen, sich an Vergessenes zu erinnern oder bei Alzheimer oder Demenz Verhaltensstörungen zu mildern. Auch bei Depressionen wird Musik als Heilmittel erprobt. Doch feste Therapievorgaben können derzeit noch nicht abgeleitet werden. Und auch der Mozart-Effekt, eine Hypothese, die in den 1990ern aufgestellt wurde, wurde in den letzten Jahren häufig widerlegt.

Genau hingehört. Ob uns also das bloße Hören von Musik intelligenter macht, konnte wissenschaftlich nicht bewiesen werden. Dennoch geben beispielsweise Sportler an, einen gewissen Song als Motivator zu verwenden, und auch wir selbst kennen wahrscheinlich das Gefühl, wenn ein Song ganz bestimme Gefühle in uns hervorruft. Deshalb lohnt es sich, buchstäblich auf sich selbst zu hören und im Selbstversuch herauszufinden, welche Wirkung mit Musik erzeugt werden kann.