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Lifestyle | 08.05.2019

My Home is My Stage

Grau-violette Wände, eine schwarz lackierte Anrichte, sorgfältig drapierte Trockenblumen. In Sophies trautem Heim spürt man die Liebe und Mühe, die die Interior-Designerin in die Gestaltung ihrer vier Wände investiert. Mit der TIROLERIN hat sie über den Beruf als Home Stagerin und den Gedanken der Nachhaltigkeit gesprochen.

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Foto: Martin Vandory

Wenn Sophie Barrezeele ein leeres Zimmer betritt, scannt sie es automatisch von oben bis unten, saugt jedes Detail – von geschätzten Quadratmetern über Bodenbeschaffenheit bis zum Lichteinfall – ein und lässt ihrer Kreativität freien Lauf. Diese spinnt sich dann sofort weiter und lässt in ihrem Kopf erste Bilder entstehen, die nicht nur weiße Wände füllen, sondern einen Raum zum Leben erwecken.

 

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Foto: Martin Vandory

Entwicklungsstufen. Sophie hat vor 20 Jahren Visual Merchandising studiert und eine Malerausbildung absolviert. Die gebürtige Belgierin wollte im Bereich Interior-Design arbeiten, rutschte dann jedoch in den Bereich Handel und Vertrieb. In Belgien bereits als Store-Managerin tätig, arbeitete sie auch in Innsbruck bis zu ihrer Karenz als Filialleiterin von G-Star. Als sie vor über 15 Jahren nach Tirol kam, begann sie bereits, sich nebenberuflich wieder vermehrt mit Interior-Design auseinanderzusetzen, und machte vor Kurzem den entscheidenden Schritt.

Back to Interior. „Man richtet meist bei verschiedenen Familienmitgliedern ein bisschen ein und berät sie allgemein bei der Inneneinrichtung“, reflektiert die Interior-Designerin über die Anfänge in Tirol. „Diese leiten es dann weiter und bewerben es mündlich. Bis mich vor zwei Jahren jemand gefragt hat, warum ich das eigentlich nicht beruflich machen würde.“ Nun hat sich Sophie Barrezeele mit ihrer Firma „Nook Home Staging & Styling“ selbstständig gemacht. Sie wollte aber nicht eine von vielen sein, die erneut zu Inneneinrichtung berät, sondern direkt in eine neue Kerbe schlagen.

 

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Foto: Martin Vandory

Vorreiter. Das Konzept des Home Stagings wurde bereits in den 1990er- Jahren in den Vereinigten Staaten entwickelt und gehört bei jedem Verkauf eines Hauses dazu. „In den USA wird kein Haus ohne vorhergehendes Home Staging verkauft, das ist gang und gäbe“, erklärt Sophie. „Der beste Vergleich ist der Verkauf eines Gebrauchtwagens. Den putzt man auch, bevor er angeboten wird. Eine unsaubere und unaufgeräumte Wohnung ist nicht ansprechend und bietet wenig Raum für Vorstellung.“

Definitionssache. Beim Home Staging wird eine Immobilie für den Verkauf professionell aufbereitet. Die Räume werden mit Leihmöbeln ausgestattet und dekoriert, um eine möglichst große Gruppe an potenziellen Käufern zu begeistern. Durch eine individuelle Inszenierung sticht ein Objekt aus der Masse hervor und optimale Fotos schaffen bereits bei Verkaufsstart einen idealen Eindruck. Bei der Besichtigung generiert eine konzeptionierte Einrichtung ein Wohlfühlgefühl, das direkt auf die Interessenten wirkt. Möbel und Dekoration bleiben bis zum Verkauf in der Wohnung, die dann leerstehend übergeben wird.

 

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Foto: Sophie Barrezeele

Umdenken. „Bei gewissen Wohnungen muss man einfach ein bisschen nachhelfen. Wenn zum Beispiel eine alte orangefarbene Küche aus den 1960er-Jahren drinnen ist, lohnt es sich, die Fronten weiß zu streichen oder auszutauschen. Dies erhöht den Wert einer Wohnung nicht nur finanziell, sondern auch emotional“, weiß Sophie aus Erfahrung. Weshalb sie sich vor einem Jahr endlich selbstständig gemacht hat und nun das Konzept vermehrt nach Tirol bringen möchte – auch um auch die Annahme, dass eine Wohnung nur aufgrund der hohen Nachfrage sowieso verkauft werde, zu ändern.

Effektivität. In Tirol betreibt Sophie das Home Staging aktuell vor allem in Zusammenarbeit mit Immobilienmaklern, die den Service buchen und meist selbst dafür aufkommen. Denn beim Home Staging soll das Beste aus einem Raum herausgeholt werden. Neben Dimensionen werden vor allem Atmosphäre und ein Gefühl von Zuhause vermittelt, so Sophie. Ihr werde da immer völlig freie Hand gewährt. Die Gestaltung hält sie dann eher schlicht und nimmt keine groben Veränderungen an den Räumlichkeiten vor, stimmt aber Einrichtung, Materialien, Farbe und Beleuchtung genauestens auf das Objekt ab. „Ziel ist es, in diesem Fall Interessenten Proportionen sowie mögliche Funktionen der einzelnen Räume aufzuzeigen“, erklärt Sophie. Als Home Stager müsse man den Raum so effektiv und einladend wie möglich gestalten.

 

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Foto: Maria Kirchner

Breite Palette. Neben Home Staging bietet Sophie auch Home-Styling an. Hier gibt es viele unterschiedliche Facetten der Ausführung. „Viele kommen zu mir und wollen lediglich ein paar Ideen und Tipps, wie sie ihr Haus liebevoller gestalten können, alles Weitere machen sie selbst. Andere möchten gemeinsam shoppen gehen oder überlassen überhaupt alles mir, von Auswahl bis Aufbau. Wichtig ist mir, dass ich die Gestaltung sehr persönlich mache, egal um welchen Auftrag es sich handelt“, erklärt uns Sophie. Ihre Kunden sind dabei nicht nur Privatpersonen, auch Hoteliers, Store-Inhaber oder Ärzte kommen auf sie zu und möchten Beratung zu einer neuen Inneneinrichtung. „Das Tolle an meiner Arbeit ist auf jeden Fall das Zusammenkommen mit so unterschiedlichen Menschen“, strahlt Sophie über beide Ohren.

Naturnah. Inspiration zum Staging und Styling holt sich Sophie auf diversen Online-Plattformen. Sie liebt es aber – ganz altmodisch, wie sie sagt –, in ihren Büchern zu schmökern. Auch diverse Stoff-Samples animieren die Belgierin immer wieder zu neuen Farb- und Stoffkombinationen. Sie bereitet für sich selbst ebenso wie für Kunden gerne sogenannte Moodboards vor – Stimmungstafeln, auf denen sie Ideen in Form von Bildern und Materialien sammelt. Für ein Haus im Wald wählt Sophie beispielsweise lebendige Grün- oder warme Brauntöne, Holz ist dabei oft ebenso zentraler Bestandteil von Accessoires wie alles, was naturverbunden ist. Bei einer modernen Wohnung in der Stadt bleibt die Gestaltung meist sehr clean und schlicht. Da Geschmäcker jedoch verschieden sind, fragt Sophie vorher selbstverständlich die Wünsche der Kunden ab und verbindet diese in der Umsetzung mit ihrem eigenen Vintage-Stil.

 

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Foto: Maria Kirchner

Alte Freunde. Vintage ist für Sophie ein wichtiges Thema, denn damit verbunden ist auch das Upcycling, wie man in ihren eigenen vier Wänden sieht. Liebevoll arrangierte, teilweise selbst umgestaltete Elemente von Vintage- und Second-Hand-Märkten zieren Wohn- und Essbereich. Hier etwas absägen, da etwas anmalen. Sophie gestaltet Dinge gerne um und werkelt im Keller oder Wohnzimmer vor sich hin. „Auch nur ein einziges Vintage-Stück kann dem Raum Charakter verleihen“, schwärmt sie und ihre Augen leuchten. „Möbel können sehr gut wiederverwertet werden, es muss nicht alles immer neu sein. Vor allem in unserer Zeit sollte – als Gegenbewegung zur Wegwerfgesellschaft – Nachhaltigkeit ernst genommen werden.“ Ihre Designklassiker im Esszimmer beispielsweise, zwei originale vom Architektenpaar Charles und Ray Eames designte Stühle aus den 1950er-Jahren, erfüllen Sophie nach Jahren der Verwendung immer noch mit Freude. Informationen und Inputs zu ihrer Arbeit findet man auf der Homepage www.nook-home.com.

Auf Sendung. Seit 3. April läuft auf ProSieben Austria jeden Mittwoch um 21.15 Uhr die neue Interior-Design-Show „Design Dream“. Hier treten sechs Interior-Designer im Wettbewerb um den Titel „bester Interior-Designer Österreichs“ gegeneinander an. Sophie war eine von zahlreichen Bewerbern, die sich für die Teilnahme an dem für Österreich völlig neuen Fernsehformat durchsetzen konnten. In fünf Episoden müssen sie und ihre Konkurrenten ein reales Wohnproblem innerhalb kürzester Zeit lösen und gleichzeitig auf diverse Ansprüche und Wünsche eingehen. Mehr durfte uns Sophie zum Zeitpunkt des Interviews noch nicht verraten. Das große Finale sehen wir dann am 8. Mai auf ProSieben Austria.


Interiortipps von Sophie

Bauchgefühl!
Jede Farbe weckt eine bestimmte Emotion in uns. Wenn man kein Rot mag, sollte man auch nichts davon in der Wohnung haben. Es muss aber nicht gleich eine knallige Wand sein. Farben, die gut gefallen, können irgendwo im Raum in Form von einzelnen Dekoelementen integriert werden.

Trau dich!
Ein besonderes Vintage-Stück vom Flohmarkt oder aus Omas Dachboden kann aufgepeppt werden: lackieren, sägen, zweckentfremden: Der Fantasie sind in der Gestaltung keine Grenzen gesetzt. So zaubert man mit ein paar Handgriffen etwas ganz Persönliches.

Fachmännisch!
Und wenn der zündende Gedanke noch nicht gekommen ist, man Ideen oder Hilfe braucht, am besten direkt beim Profi nachfragen.

Inspiration bietet Sophie Barrezeele übrigens auch auf ihrem Instagram-Channel.

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