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Lifestyle | 14.02.2019

Hallo Amor – hier bin ich!

Für die einen eine bloße Erfindung unserer Konsumgesellschaft, für die anderen der romantischste Tag im Jahr: Der Valentinstag am 14. Februar spaltet die Geister.

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Foto: Shutterstock

Ein Strauß roter Rosen, natürlich langstielige ohne Dornen, eine Schachtel Pralinen und ein Abendessen im teuersten Restaurant der Stadt – am besten noch mit einem funkelnden Diamantenring im Prosecco-Glas am Ende des Abends: Zahllose Hollywood-Filme und kitschige Romane vermitteln uns, dass genau so der Valentinstag ablaufen soll, und wecken in uns, egal ob gerade glücklich vergeben oder Langzeit-Single,  die höchsten Erwartungen an diesen einen Tag im Jahr, der sich eigentlich, rein objektiv betrachtet, nicht wirklich von den 364 anderen Tagen des Jahres unterscheidet – auch wenn sich die Floristen freuen, die Umsätze für Schokolade steigen und in den Restaurants dieser Tage einige Reservierungen mehr entgegengenommen werden. Aber warum dreht sich gerade am 14. Februar alles um die Liebe? Werden wir eigentlich weniger geliebt, nur weil unser Liebster den Tag schlicht und einfach vergessen hat?

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Valentin, wer bist du? Ein grundlegender Fakt zu allererst: Nein, es gibt ihn nicht, diesen einen Heiligen Valentin. Zwar wurde um das Jahr 469 der Gedenktag eines Heiligen Valentinus vom damaligen Papst eingeführt. 1.500 Jahre wurde dieser allerdings wieder aus dem offiziellen Kirchenkalender gestrichen. Auch in den griechischen oder römischen Mythologien sucht man die Geschichte des Valentin vergebens. Vielmehr gibt es eine große Anzahl von Vermutungen und Mythen, die sich darum ranken, wie der Tag der Liebenden entstand: Der mittelalterliche Glaube, dass viele Vögel am 14. Februar mit der Paarung beginnen, ist eine Erklärung. Möglich wäre auch, dass der Valentinstag mit dem normannischen Wort „Galantin“ in Verbindung steht, das so viel wie Frauenliebhaber heißt. Es ranken sich aber auch viele Geschichten um den Märtyrer Valentin von Rom, der im Mittelalter lebte. Dieser soll um 200 unerlaubte christliche Trauungen durchgeführt und Verliebten Rosen geschenkt haben. Historisch ist das allerdings weder belegt noch nachprüfbar.


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Thanks, darling! Warum wir uns also am 14. Februar beschenken, kann so genau nicht mehr rekonstruiert werden. Was wir allerdings wissen ist, woher der Brauch, Grußkarten zu verschicken, kommt. Dieser fand seinen Ursprung im angelsächsischen Raum. Bereits um das Jahr 1800 wurden in England die ersten kommerziellen Grußkarten hergestellt. Später schenkten sich die Liebenden auch Blumen oder Schokolade. Britische Besatzungssoldaten brachten den Brauch dann im Zweiten Weltkrieg nach Österreich.

Auf’s Herz gehört. Seit mehr als 80 Jahren dreht sich nun in Österreich am 14. Februar also alles um eins – um die ganz große oder auch kleine Liebe: Wir wollen unserer besseren Hälfte zeigen, dass sie uns am Herzen liegt, und ja, natürlich wollen wir auch, dass uns jemand zeigt, dass er an uns denkt. Doch brauchen wir dafür wirklich die teure Flasche Champagner in dem exklusiven Restaurant oder rührt uns ein kleines Geschenk, das wirklich von Herzen kommt, nicht viel mehr? Schenken Sie Zeit, hören Sie zu und überlegen Sie, womit Sie Ihrem Herzblatt wirklich Freude bereiten können. Und wenn die bessere Hälfte vom Valentinstag so gar nichts hält oder schon wieder mal einfach nicht dran denkt: Da hilft nur tief durchatmen und ehrlich sein: Eigentlich ist der 14. Februar auch nur ein Tag wie jeder andere und seine Liebe und Verbundenheit kann man auch an jedem anderen Tag zelebrieren – und dann ganz ohne Zwang.