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Lifestyle | 22.11.2018

Tansanias ungestörte Tierwelt

Nirgendwo sonst begegnet der Reisende einer solchen Fülle frei und natürlich lebender Tiere wie in Tansanias weitläufigen Nationalparks.

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© Martin Duschek

Die Pavian-Großfamilie sitzt ungerührt mitten auf der Sandpiste. Die Tiere schauen nicht einmal auf, machen völlig unbeeindruckt ihr Ding weiter: fressen, lausen und balgen sich, gönnen uns keinen Funken Aufmerksamkeit. Erst als der Chauffeur den schweren Jeep langsam weiterrollen lässt, trollen sie sich widerwillig an den Straßenrand, um das motorisierte Ungetüm passieren zu lassen. „Wie kann das sein?“, fragen wir unsere obligatorischen Begleiter im Nationalpark. „Von anderen Ländern kennen wir die Affen nur als lästige Plage, die auf Autos klettern, Taschen plündern und alles, was nicht niet- und nagelfest ist, mitgehen lassen. Aber hier?“ Die Antwort lässt aufhorchen: „Hier in Tansania, in unseren geschützten Parks, wissen die Tiere noch nicht, dass Menschen eine potenzielle Futterquelle darstellen. Wir sind für sie praktisch unsichtbar.“

 

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© Martin Duschek

Abenteuer Afrika. Die sechs Nationalparks des „Northern Safari Circuit“ in Tansania zählen zu den heiligsten Flecken unberührter Natur. Nirgendwo sonst auf dem afrikanischen Kontinent ist die Dichte an Säugetieren höher als hier. Von den endlosen Savannen der Serengeti über die Oldupai-Schlucht, die Wiege der Menschheit, über den spektakulären Ngorongoro-Krater, das East African Rift Valley und den alkalischen Lake Manyara bis hin zum Tarangire-Nationalpark mit seinen gewaltigen Baobabs – Affenbrotbäumen – und den Trockensavannen der Massai erstreckt sich hier jenes Bilderbuch-Afrika, das einschlägige Disney- oder Meryl-Streep-Filme vermitteln.

 

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© Martin Duschek

Tourismus. Tansania hat sich erst in den 90ern des vorigen Jahrhunderts, viele Jahre nach der Unabhängigkeit von Großbritannien, dem Tourismus geöffnet. In der zentralstaatlichen Präsidialrepublik geht man bewusst mit den Naturressourcen des Landes um. So konnte auch die Artenvielfalt gut erhalten bleiben. Rund 20 Prozent aller großen Säugetiere Afrikas leben heute in dem ostafrikanischen Staat, der circa elfmal so groß ist wie Österreich. Vor allem im Luxus-Reise-Segment machte sich Tansania einen Namen: Die Naturräume werden höchst sensibel erschlossen, die Zugänge sind restriktiv und die Inszenierung authentisch – quasi als Luxus-Erlebnis-Öko-Tourismus. Tagespreise von 800 bis 1.200 US-Dollar pro Person sind in den exklusiven Lounges in den Nationalparks weniger die Ausnahme als die Regel. Dabei bleibt ein guter Teil der Wertschöpfung im Land. So trägt der Tourismus zur Entwicklungshilfe bei, ohne die Natur auszubeuten. Fabia Bausch, Schweizer Pächterin der edlen Chem Chem Safari Lodge zwischen dem Lake Manyara und dem Tarangire-Nationalpark, rechnet vor: „Wir haben gerade einmal acht teilgemauerte Luxuszelte und 80 Angestellte. Jeder unserer Mitarbeiter ernährt mit seinem Verdienst acht bis elf Personen in seinem unmittelbaren Umfeld!“ Ihre Lodge liegt in einer sogenannten Wildlife-Protection-Area, wo unter ähnlich strengen Bestimmungen wie im Nationalpark die ursprüngliche Fauna wiederhergestellt wird. Zu ihren Aufgaben gehören auch der Betrieb einer Grundschule und die medizinische Basisversorgung der Menschen.

 

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© Martin Duschek

Luxussavanne. Für das eingesetzte Urlaubsbudget bekommt der Gast maximale Qualität geboten. Dazu gehören exklusive Picknicks an den schönsten Aussichtspunkten der Nationalparks inklusive freier Sicht auf Zebras und Elefanten. Butlerservice, Stoffservietten, Silberbesteck, Kristallgläser und gut gekühlter südafrikanischer Chardonnay unterstreichen die gehobene Gastfreundschaft und lassen ein Gefühl von „Out of Africa“ aufkommen.

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© Martin Duschek

Tierparadies. Drei Tage lang erforschen wir im Luxus-Range-Rover den Tarangire- und den Lake-Manyara- Nationalpark, stets begleitet von einem gut ausgebildeten Ranger. Nebst Tausenden wunderschönen Wildtieren laufen uns auch vier der sogenannten Big Five vor die Linse: Löwe, Leopard, Büffel und Elefant. Nur das Nashorn fehlt in der Sammlung, das gilt leider als fast ausgestorben. Der eindeutige Liebling meiner Begleitung sind jedoch die Zebras: „Welch himmlische Ästhetik, welch vollendete Laune der Natur, dieses Spiel von Schwarz und Weiß“, schwärmt sie. Übrigens: Wussten Sie, dass jedes Tier seine eigene unverwechselbare Zeichnung hat und ein rasiertes Zebra ganz schwarz wäre?

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© Martin Duschek