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Lifestyle | 20.04.2018

Voulez-vous Velour?

Samt oder Velour? Eine Frage, die oft nur noch mehr Fragen aufwirft. Worin liegt also der kleine, aber feine Unterschied?

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Foto: Shutterstock

Jeder kennt ihn, viele lieben ihn. Zu Recht: Samt ist einer der geschichtsträchtigsten und edelsten Stoffe der Welt. Bereits im Osmanischen Reich zierte er Möbel und Gewand der oberen Gesellschaftsschicht. Seine weiche Haptik erhält er durch die sogenannte dritte Dimension. Heißt? Samt ist ein Gewebe mit einem darüberliegenden, eingearbeiteten Fadenflor. Dieser Flor besteht aus senkrecht nach oben stehenden Fäden, die – Sie ahnen es schon – auch die Strichrichtung bestimmen. Je nachdem, ob mit oder gegen den Strich verändern sich Optik und Haptik. Streng genommen beschreibt die Bezeichnung „Samt“ also weniger den Stoff per se als die Webart. Samt an und für sich kann nämlich aus jeder Faser gewebt werden. Früher griff man dafür gern zu Seide, heute wird der Stoff hingegen oft aus Baumwolle oder synthetischen Fasern hergestellt. So viel dazu. 

 

 

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Foto: Shutterstock

Den Ursprung des noblen Stoffes vermuten Forscher im Orient. Der Name, da ist man sich einig, leitet sich vom griechischen „hexamitos“ ab und bedeutet so viel wie „sechsfädig“. Wie so vieles andere gelangte auch diese Technik schlussendlich nach Europa: Die erste Samtweberzunft wurde im 13. Jahrhundert in Italien gegründet.  Potenziellen Millionenshow-Kandidaten sei gesagt: Die Bezeichnung „Samt“ ist nur bis zu einer Florhöhe von maximal zwei Millimetern gültig.

 

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Foto: Shutterstock

Und Velour? Beide, Samt und Velour, sind dreigliedrige Fadensysteme, die nach dem Weben aufgeschnitten werden. Dadurch entsteht ein mehr  oder weniger weicher Flor. Und hier liegt auch schon der kleine, aber feine Unterschied: Velour bezeichnet einfach alle Flors, die länger als zwei Millimeter und dementsprechend weicher und flauschiger sind. Der Begriff ist aber generell verwechslungsanfällig: Zum einen ist Velour das französische Wort für Samt. Zum anderen spannt der Begriff einen weiten Bogen zwischen alle weichen, samtartigen Oberflächen – siehe: Velourleder.