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Lifestyle | 24.11.2017

London calling

Etwa zwei Flugstunden von Tirol entfernt wartet die Heimat von Adele, Alfred Hitchcock, Christopher Lee, H. G. Wells und Kate Moss auf ihre Entdecker. Die Stadt voller Geschichte, Architektur und Lifestyle bietet für jeden etwas und dann mehr davon: London ist mehr als Madame Tussauds, Trafalgar Square und Hyde Park.

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© Werner Thiele

Das Wetter macht London alle Ehre: Grau in grau hängt der Wolkenhimmel über den teils altehrwürdigen, teils hochmodernen Gebäuden und ein leichter Nieselregen bringt den Asphalt zum Glänzen. Die Menschen, die sich in Londons Straßen trotz des schlechten Wetters tummeln, leuchten dafür umso bunter. Männer mit bunten indischen Turbanen, Damen im Businesskostümchen und High-Heels, Jogger in neonfarbener Sportkleidung, Jugendliche in allen nur denkbaren Aufmachungen – London trägt noch heute die Spuren des Zentrums des ehemaligen „British Empire“ in sich, das zu Zeiten seiner größten Ausdehnung im Jahre 1922 immerhin ein Viertel der damaligen Weltbevölkerung umfasste. Jeder dritte heutige Einwohner von London wurde ursprünglich im Ausland geboren. Neben den vielen Einheimischen stechen vor allem vor den großen Sehenswürdigkeiten wie dem London Tower, dem Buckingham Palace, dem London Eye oder St. Paul’s Cathedral die vielen Touristen ins Auge. Jedes Jahr zieht es über 16 Millionen Besucher in die vermutlich im Jahre 47 nach Christus von den Römern als „Londinium“ gegründete Stadt.

Konzerthalle. Uns zieht es in die Royal Albert Hall, jenem einem Amphitheater ähnelnden, runden Gebäude, das Königin Victoria zu Ehren ihres geliebten Mannes Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha errichten ließ. Der dortige Konzertsaal fasst inklusive Stehplätze unfassbare 9.500 Besucher. An diesem Abend findet die berühmte von BBC in viele Länder übertragene „Last Night of the Proms“ statt, der festliche Abschluss einer vielgerühmten Reihe von hochkarätigen Konzerten. Wir sind entsprechend gespannt, denn es war gar nicht einfach, an die hochbegehrten Konzertkarten zu gelangen. Der Anblick im Inneren des Konzertsaals ist faszinierend – ringsum zieht sich Reihe um Reihe an Logen in die Höhe. In der Mitte des Saals befinden sich – völlig ungewöhnlich für ein klassisches Konzert – Stehplätze. Von der berühmten „stiff British upper lip“ ist hier nichts zu spüren – das Konzertpublikum schwenkt ausgelassen Flaggen. Angesichts des „Brexit“ sind einige Flaggen der Europäischen Union zu sehen, die blaugelb aus den vielen „Union Jacks“ hervorstechen. Auf den Stehplätzen wird ohrenbetäubend in Tröten aller Art geblasen und man lässt Luftballons steigen. Sehr gewöhnungsbedürftig für uns mitteleuropäisch disziplinierte Konzertbesucher, die sich im Normalfall sogar ein trockenes Husten trotz drohender Erstickungsgefahr während der Darbietung verkneifen würden.

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© Werner Thiele

Kulinarisches London. Das Bier im typisch englischen Pub am nächsten Vormittag schmeckt dafür wie erwartet – herb, malzig und erfrischend britisch. So gestärkt schafft man auch einige Kilometer entlang der Themse – hier hat man einen guten Blick auf das eine oder andere Wahrzeichen der Stadt. Während man mit begeistertem „Ah“ und „Oh“ diverse Gebäude bestaunt und brav im Reiseführer abhackt, fällt der Blick auf ein in der Themse verankertes Kriegsschiff: Mitten in London liegt die HMS Belfast vor Anker. Der leichte Kreuzer der Royal Navy wurde zum Museumsschiff umgebaut, und wir beschließen spontan, das 187 Meter lange Schiff zu erkunden.

Sehenswürdigkeit. Ganz in der Nähe befindet sich die berühmte Tower Bridge. Von ihr aus kann man den Ruderern auf der Themse zuwinken, die  sich zwischen den vielen Ausflugsbooten flussaufwärts kämpfen. Die Ausflugsboote sind angesichts des Nieselregens besonders verlockend – den zweiten Teil der Besichtigungstour bewältigen wir im angenehm beheizten Innenraum hinter Panoramaglasfenstern. Während das Boot gemütlich die Themse entlanggleitet, ziehen das London Eye und die in der Ferne sichtbare Kuppel der St. Paul’s Cathedral an uns vorbei. Und schon heißt es aussteigen, denn die Houses of Parliament wollen wir uns genauer ansehen. Big Ben ist leider größtenteils wegen Umbaus verhüllt. Dahinter ragt jedoch bereits Westminster Abbey hervor. Um ehrlich zu sein: Allein die beeindruckende frühgotische Architektur sollte Grund genug sein, dem ehrwürdigen Gebäude einen Besuch abzustatten, doch eigentlich will man jene Kirche sehen, in der Kate und William ihre Märchenhochzeit feierten. Royals sind uns auf unserem Stadtbummel leider keine über den Weg gelaufen. Aber das kann ja noch werden. Ein Wochenende ist schließlich viel zu kurz, um auch nur annähernd einen Eindruck dieser Millionenmetropole zu gewinnen. Und außerdem hatte ich noch nicht die Chance, der Queen aus der Ferne zuzuwinken. Was sein muss, muss sein. Der Regen wird gerade stärker. Kein Wunder, dass Queen Elizabeth stets Hut trägt.

Grau in grau und doch bunt: LONDON
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© Werner Thiele