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Fashion | 28.06.2017

Plus-Size-Trend: Darum fördern Bilder von kurvigen Models unser mentales Wohlbefinden

Plus-Size-Mode ist ganz groß im Kommen: Im Rahmen der Body-Positivity-Bewegung hat der Trend auch die wissenschaftliche Erforschung von Plus-Size-Mode und -Models sowie deren Effekt auf die Psyche vorangetrieben: Jüngste Studienergebnisse zeigen jetzt, warum uns Bilder von kurvigen Models glücklicher und zufriedener machen.

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Jede Frau ist schön. (Foto: Shutterstock)

Schluss mit vermeintlichen Schönheitsidealen

Jede Frau ist schön. Punkt. Mehr muss kaum gesagt werden, doch vermeintliche Schönheitsideale wollen uns leider nur allzu oft vorschreiben, was und wer schön ist. Nicht nur Medien mit Vorbildcharakter kommunizieren solche Vorstellungen, die sich fest im Kopf der Betrachter verankern: Wir haben dem Thema bereits vor einiger Zeit einen Artikel gewidmet und unter anderem gezeigt, dass Disneys Prinzessinnen stets extrem dünne Taillen haben – Figuren mit Vorbildfunktion für Kinder. Ein Experiment hat gezeigt, dass diese aber auch mit Kurven bezaubern können. Ein Umdenken in dieser Hinsicht gab es im Zuge des Plus-Size-Trends zumindest bei Mattel – dem Hersteller der berühmten Barbiepuppen, die einen ebenso großen Einfluss auf Mädchen haben. Denn Generationen von Frauen sind mit diesem Bild von Schönheit aufgewachsen: Spindeldürr, groß, sportlich, Kleidergröße 32 – im Fall von Barbie und vieler älterer Disney-Prinzessinnenfilme auch blond und hellhäutig.

Doch damit ist jetzt Schluss: Barbies gibt es inzwischen in allen Hauttönen und Formen. Sogar Plus-Size-Superstar Ashley Graham gibt es inzwischen als Barbiepuppe. Graham selbst setzt sich schon seit längerem für ein vielfältigeres Schönheitsideal und kurvigere Frauen ein. Als erstes Plus-Size-Modell mit Konfektionsgröße 48 schaffte sie es 2016 sogar auf das Cover der Bademode-Ausgabe des US-Magazins "Sports Illustrated" und rief Frauen mit einer ähnlichen Körperstatur dazu auf, sich selbstbewusster zu zeigen – ein echtes Vorbild also! Mit der stärkeren medialen und popkulturellen Aufmerksamkeit geht auch einher, dass sich um die Mode für kurvigere Frauen ein größerer Markt entwickelt hat – spezialisierte Shops wie Ulla Popken legen beispielsweise ihren Schwerpunkt auf Plus-Size-Mode und beweisen dabei echtes Stilbewusstsein.

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Foto: Shutterstock

Body-Positivity durch Anblick von Plus-Size-Models

Dieser verstärkte Fokus auf Plus-Size-Models und den möglichen Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die eigene Körperwahrnehmung von Frauen haben jetzt Forscher der Florida State University untersucht. Ihr Ergebnis: Die Studienteilnehmerinnen zeigten die größte Zufriedenheit beim Betrachten von Plus-Size-Models und verspürten demgegenüber den größten Druck beim Anblick superschlanker Models. Die Studie belegt, dass das Betrachten unrealistischer, womöglich mit Photoshop nachbearbeiteter und stark geschminkter Körper einen gesellschaftlichen Druck auf die Betrachterinnen ausübt, der in letzter Konsequenz Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper hervorruft. Ob sich die Modebranche die Ergebnisse dieser Studie zu Herzen nehmen und noch mehr auf realistische Körperformen und weniger Nachbearbeitung setzen wird, bleibt abzuwarten. Sicher aber ist, dass der Plus-Size-Trend in der Modebranche einen wichtigen Beitrag zur Body-Positivity-Bewegung leistet und die Zufriedenheit von Frauen mit ihrem Körper stärkt.