Loading…

Gernot SchreierBlog über Frauen, Männer und ihre alltäglichen Herausforderungen

Gernot Schreier | 17.01.2017

Vom Matrosen zum Kapitän

Wie anpassungsfähig bist du?

Bild shutterstock_558001075.jpg
Foto: Shutterstock

Wie oft ist es dir schon so ergangen, einer hat etwas entschieden und du musstest es ausbaden? Kommt immer wieder einmal vor. Besonders im beruflichen Alltag ist das mühsam. Warum muss ich das jetzt so oder so machen? Nur weil sich der Chef das so einbildet?

Leider ist diese Frage nur mit ja zu beantworten. Er / Sie entscheidet und Er / Sie trägt die Verantwortung dafür. Der dumme Witz von: „1. Der Chef hat immer recht usw.…“ ist gar nicht so dumm solange Er / Sie wirklich die Verantwortung trägt. Wie ist das im privaten Bereich? Wie oft hört man: „Schatz, mir ist egal was wir am Wochenende machen ich habe jetzt wichtigeres zu denken.“ Und genau derjenige der das sagte sitzt dann am Sonntag mit langem Gesicht beim Frühjahrskonzert der Standschützen. So erging es jedenfalls einem meiner Klienten.

 

Ein Beispiel aus der Praxis:

Eben dieser oben angeführte Klient war ein Musterbeispiel dafür, wie man die Entscheidungen in seinem Leben abgeben konnte. Er ließ alle privaten Dinge von seiner Frau und den Kindern entscheiden. Ihm war es „egal“ was es zu essen gab, wohin es in den Urlaub ging und im Endeffekt sogar, wie das eigene Haus auszusehen hatte. Da begann es sich dann etwas zu spießen. Eigentlich wollte er sein Haus eher im ländlichen Stil eingerichtet haben, seiner Frau und den Kindern gefiel aber der moderne Stil besser. Aber auch hier antwortete er auf die Frage, ob er denn Zeit hätte Möbel auszusuchen mit nein. Natürlich suchte seine Familie die Möbel nach deren Geschmack aus und er wurde immer unglücklicher. Irgendwann verschlug es ihn zu mir, weil seine Frau der Meinung war, er brauche eine psychosoziale Beratung.

Wir arbeiteten einige Zeit miteinander und er verstand nicht immer gleich, warum seine Familie nicht so entschieden hatte, wie er es gerne gesehen hätte. Aber mit der Zeit veränderte er sich. Er mischte sich in Entscheidungen ein und behauptete auch seinen Standpunkt, wenn er ihm wichtig war. Er wurde nicht zu beherrschenden Ego, aber man begann auch ihn wieder in die Entscheidungsfindungen seiner Familie einzubinden, weil er was zu sagen hatte außer „mir egal“.

Im beruflichen Leben geht es nicht immer, dass man seine Wünsche durchsetzen kann, weil eben ein anderer die Verantwortung trägt und daher auch das letzte Wort in der Entscheidungsfindung hat. Aber privat darf man die Kapitänsmütze schon aufsetzen. Nur Matrose auf dem eigenen „Lebensschiff“ zu sein ist einfach zu wenig.

 

Erklärung:

Alle Veröffentlichungen sind, aufgrund des besonderen Vertrauensverhältnisses zwischen Berater und Klienten, mit den handelnden Personen abgesprochen und von Ihnen freigegeben. Des Weiteren sind Orte, Alter und Daten, die ein Erkennen der Personen ermöglichen würden, verfälscht.