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Uschi Fellnerlook into my life

Uschi Fellner | 15.06.2020

Kennen Sie schon das neue „Grüß Gott“ und „Servus“?

Darf ich fragen: Wie begrüßen Sie Personen, die nicht mit Ihnen im Haushalt leben? Stoßen Sie mit den Ellbögen aneinander? Mit den Schuhspitzen? Wackeln Sie wie Wauzi, pardon, freudig mit dem Steiß? Bussi-Bussi fällt ja weg, was ein Segen ist, auch die herzhafte Umarmung stößt beim Gegenüber nicht auf Gegenliebe. Meine neuen Begrüßungs-Rituale orientieren sich deshalb an den Sitten jener Länder, in die zu reisen derzeit fordernd ist. Japan, zum Beispiel. Die japanische Begrüßung sieht einfach aus, ist aber relativ komplex: Man verbeugt sich optimalerweise mit dem gesamten Oberkörper voreinander und verharrt sekundenlang in der Verbeugung. 
Je länger und tiefer, desto mehr Respekt zollt man dem anderen. Vorteil: macht mächtig Eindruck, dem Gegenüber verschlägt es gleich zu Beginn die Sprache. Noch eleganter ist die Thai- Begrüßung: Die Hände werden quasi zum Gebet gefaltet und auf Brusthöhe geführt, durch sanftes Nicken wird signa­lisiert: Das ist ein „Servus“ und kein „Vater Unser“. Nachteil: Man wirkt ein wenig wie UHBP, wenn er sich nach 23 Uhr verplaudert hat. Für meinen Geschmack zu selten wird hierzulande ein tibetisches Begrüßungsritual praktiziert: Tibeter, die einander wohlwollend gesonnen sind, zeigen sich die Zunge. Ich finde das nicht uncharmant. 
Darf ich Sie bitte tibetisch begrüßen? „Bähhh!“ Denken Sie nichts Böses, das war ein herzhaftes „Grüß Gott!“, begleitet durch ­kräftiges Hände­schütteln.

IHRE HERAUSGEBERIN,  

Bild uschi signature.bmp
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