Loading…

Editor's Mind Angelica Pral-Haidbauers Kolumne

Editor's Mind | 03.06.2019

60, straff & faltenfrei!

Barbie, geliebt und gehasst, ein Phänomen mit Kultstatus.

Bild shutterstock_1171669444.jpg
(© Shutterstock)

„Ich bin Lilli, ganz aus Plastik“, ließ uns einst jenes erste, kunststoffgewordene It-­Girl nach der Comicfigur von Reinhard Beuthien, welche ab der ersten Ausgabe der BILD im Jahr 1952 fixer Bestandteil der Zeitung war, wissen. Jene „Bild-Lilli“, in welche sich Ruth Handler aus Kalifornien bei einem Deutschlandbesuch mit einem Blick ins Schaufenster verliebte. Zurück in den USA erfolgte am 9. März 1959 in Elliot und Ruth Handlers Firma Mattel die Geburt der berühmtesten Modepuppe der Welt: „Barbie“.  Ein ikonisches Mannequin, welches heuer seinen 60. Geburtstag feiert. Faltenlos und ohne Cellulite, ein Sinnbild ewiger Jugend, mit von Wissenschaftlern umgerechneten Körpermaßen von 99-46-84, was einem Body-Mass-Index von unter 16 entspricht, in Wirklichkeit also nicht lebensfähig wäre. Das alles tut aber der Beliebtheit keinen Abbruch, da statistisch gesehen, weltweit drei Barbie-Puppen pro Sekunde verkauft werden und durchschnittlich jedes Mädchen sieben Barbies besitzt. Denn Barbie blieb am Puls der Zeit. So wollte Ruth Handler mit den „Karriere-Barbies“ kleine Mädchen motivieren, nach „den Sternen zu greifen“: Barbie als Role-Model mit Doktorhut, als Ärztin, Pilotin, Astronautin oder jüngst als Serie mit 19 „inspirierenden Frauen“ zum Weltfrauentag 2018. Um der Diversität gerecht zu werden, gibt es Barbie figur­adaptiert und in allen Hautfarben, für Inklusion steht Barbie im Rollstuhl oder mit Prothese. Barbie, geliebt und gehasst, ein Phänomen mit Kultstatus.

Bild shutterstock_377020573.jpg
(© Shutterstock)

Hand aufs Herz, wie viele Barbies hattet Ihr? In meiner Familie wurde Barbie ein kurzes Dasein gegönnt, unsere Kinder waren mehr in der Abteilung „Barbie-Traumpferd“ zu Hause. Als aber – auf einem durch Kinderhand angelegten Reitplatz im Garten – die schöne Reiterin wie auch ihr Freund Ken mangels ausreichendem Schenkel­drucks beim Antraben dauernd vom Pferd fielen, fristete Barbie ihre Tage als Zuseherin im Gras neben dem Sandplatz – und mutierte zum langmähnigen Gartenzwerg mit Modelmaßen. Für Ken kauften wir stylishe Beachwear und ein Surfbrett. Einige Zeit saß er noch als smarter Cali-Boy am Badewannenrand, bis er irgendwann verschwand. Wohin weiß heute keiner mehr. Überlebt haben die Pferde, die über die Jahre zur Herde angewachsen sind, von der jüngsten Generation eifrig gestriegelt und aufgezäumt werden, bereit für das nächste Turnier ...     

Worum geht es also bei Barbie & Ken, den begehrten Spielzeugpuppen? Um Idealbilder, Träume, Projektionen, um die immerwährende Sehnsucht nach Schönheit? Aber wie definiert man „Schönheit“? Diese Frage beantwortete uns die gerade zur Schönsten im Lande gekürte „Miss Niederösterreich“, Noemi Hartig: „Schönheit ist für mich eine Mischung aus Geschmack, guten Genen und Ausstrahlung. Dazu kommt noch die Schönheit des Verhaltens und der Einstellung.“ Was für eine kluge Antwort! Lest mehr über diese vielfältige, junge Frau in unserer Coverstory (druckfrisch in eurer Trafik oder Friseurin Eures Vertrauens oder in den Ordis Eures Vertrauens … ;)). Viktória Kery-Erdélyi traf Wolfgang Thiem, den Vater unseres Tennisstars, zum Talk über Familie und Erfolg. Dominic Thiem, ein echtes Role-Model für die sportbegeisterte Jugend!
Übrigens: Aus der Vintage-Serie „Barbie & Ken Tennis Stars“ 1988 gibt es noch einige Sets zu ersteigern ;-)

Herzlichst,
Eure Angelica Pral-Haidbauer,
Chefredakteurin

AUS DER REDAKTION:
Bild 1906_N_Edi_Tegetthoff_IMG_71.jpg
„Fabelhaft!es Dorf“ Bad Schönau. Viktória Kery-Erdélyi mit Erzähler Folke Tegetthoff und Bürgermeister Ferdinand Schwarz ...
Bild 1906_N_Edi_Mathilde Graf_IMG.jpg
... und mit Schauspielerin Mathilde Graf bei ihrem Geburtshaus in Kasten