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Beauty | 23.05.2022

Schön (auf)essen

Wie Ernährung unser Hautbild beeinflusst – und warum Schokolade vor UV-Strahlung schützt.

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Foto: Shutterstock

Eine Portion kleine Poren, glatte Haut und einen Schuss extra Glow zum Mitnehmen, bitte! Hach, wäre es doch nur so einfach... Aber ganz abwegig ist diese Aussage nicht: Denn dass Schönheit von innen kommt, trifft bei unserer Haut in mehrfacher Hinsicht zu. Wir verraten, was auf den Teller kommen sollte, damit Ihr größtes Organ gesund und frisch bleibt.

Energiespeicher.
Wussten Sie, dass Ihre Haut rund um die Uhr auf Hochtouren arbeitet? Während eines Monats wird die äußere Hautschicht (Epidermis) sogar komplett erneuert. Praktisch, oder? Alles, was wir dafür tun müssen, ist, ihr die nötige Energie zu liefern. „Unser Körper und speziell die Haut benötigt rund ein Dutzend unterschiedlicher Vitamine und ähnlich viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Hinzu kommen acht essenzielle Eiweißbausteine, die der Organismus nicht selber synthetisieren, und noch mal zehn, die er notfalls selber zusammenbauen kann – wenn wir ihm die Ausgangsmaterialien zur Verfügung stellen“, erklärt Dermatologin Michaela Axt-Gadermann in ihrem Ratgeber „Natürlich! Schöne Haut!“. Die Eiweißbausteine seien für unsere Haut besonders wichtig, weil sie die Fasern des Bindegewebes bilden und die Hyaluronsäureproduktion ankurbeln. Aber dazu später mehr.

 

 

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Foto: Shutterstock

Kettenreaktion.
Idealerweise nehmen wir alle nötigen Nährstoffe über die Mahlzeiten zu uns – und zwar so viel, dass unsere Speicher immer gut gefüllt bleiben. Weil viele Abläufe in unserem Körper aber Kettenreaktionen sind, bei denen Enzyme und Hormone eng zusammenarbeiten, reicht schon ein schwaches Glied, um das System ins Wanken zu bringen: „Fehlen beispielsweise Nährstoffe, die an zentraler Stelle benötigt werden, dann arbeitet unser Körper unzuverlässiger, es können womöglich nicht mehr alle Fehler repariert und nicht alle Funktionen auf einem optimalen Niveau gehalten werden“, führt Axt-Gadermann aus. Nach einiger Zeit werden diese Defizite sicht- und spürbar. Denn leider steht eine strahlende Haut aus Sicht unseres Körpers nicht an erster Stelle, wenn es um die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen geht: Die lebenswichtigen Organe haben Vorrang. Deshalb sieht man Menschen eine „schlechte“ Ernährung auch schnell im Gesicht an – etwa durch einen fahlen Teint, durch Pickel oder sogar Ekzeme. Doch was soll man nun eigentlich essen, um das zu verhindern?

Slow-Aging-Food.
Wer seine Haut etwa im Slow-Aging-Prozess unterstützen möchte, der setzt am besten auf Vitamin-C-reiche Mahlzeiten mit wenig Fetten und Kohlenhydraten. Aus welcher Quelle das Vitamin C stammt, ist dabei grundsätzlich egal. Frische Früchte haben allerdings den Vorteil, dass sie zusätzlich sekundäre Pflanzenstoffe liefern – und die sorgen wiederum für eine Extraportion Glow (außerdem schmecken sie besser). Gut zu wissen: Nimmt man Vitamin C in Form von Nahrungsergänzungsmitteln ein, sind mehrere niedrig dosierte Tabletten am wirkungsvollsten: Denn wenn mehr als 200 Milligramm des Vitamins auf einmal im Darm landen, kann es nicht mehr vollständig verarbeitet werden.

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Grundlichtschutz.
Wie gemeinhin bekannt, ist UV-Strahlung einer der größten Übeltäter in Sachen Hautalterung. Und obwohl eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor durch nichts zu ersetzen ist, können bestimmte Lebensmittel die UV-Resistenz – den sogenannten „Grundlichtschutz“ – unserer Haut stärken: Dazu zählen beispielsweise Tomaten und Karotten, Olivenöl und Hülsenfrüchte, aber auch dunkle Schokolade. Als Beispiel: Wer täglich 40 Gramm Tomatenmark zu sich nimmt, baut nach zehn Wochen einen Lichtschutzfaktor von vier auf – und kann damit immerhin ein Drittel der UV-B-Strahlen absorbieren. Die roten Früchtchen können aber noch mehr: Der in Tomaten enthaltene Wirkstoff Lycopin schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ist zudem ein echter Glow-Booster, der gegen freie Radikale wirkt, oxidativem Stress vorbeugt und die Hautzellen schützt. Untersuchungen haben bereits bewiesen: Je mehr Lycopin im Körper nachgewiesen wird, desto strahlender und geschmeidiger ist auch das Hautbild. Grund genug also, Tomatensaft nicht nur im Flugzeug, sondern auch mal zuhause zu trinken.

Ei, ei.
Ein etwas unerwartetes Beauty- Ass ist das Ei. Das versorgt Ihre Haut nämlich ebenfalls mit wertvollen Schutzstoff en, wobei dessen Herkunft einen deutlichen Unterschied macht: Eier von freilebenden, ausgewogen gefütterten Hühnern enthalten doppelt so viele Antioxidantien wie ihre Artgenossen aus Käfighaltung. Schon nach einer Woche regelmäßigen Bio-Eier-Konsums steigt der schützende Carotinspiegel, der für einen gesunden, frischen und sonnengeküssten Teint sorgt, um 20 Prozent an. Freilandhaltung macht demnach nicht nur die Tiere glücklich, sondern lässt auch uns strahlen! Selbiges gilt übrigens für Milch- und Fleischprodukte.

 

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BUCH-TIPP: Natürlich! Schöne Haut – von Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann

Proteinspeicher.
Eiweißmangel treibt die Hautalterung voran: Auch das ist ein Fakt. „Proteine beziehungsweise die daraus gewonnenen Aminosäuren sind wichtige Bestandteile der elastischen und kollagenen Fasern der Haut. Sie sind notwendig für den Aufbau und die Erneuerung der Körperzellen sowie für die Hormonproduktion“, erklärt Michaela Axt-Gadermann. Wer auf eine ausreichende Eiweißzufuhr achtet, kann den Alterungsprozess nicht nur aufhalten, sondern die entstandenen Schäden teilweise sogar umkehren. Als Faustregel gilt: Das Körpergewicht ergibt den Eiweißbedarf in Gramm pro Tag. Bei einem Gewicht von 60 Kilogramm sollten Sie also täglich circa 60 Gramm Proteine zu sich nehmen. Tierische Produkte braucht es dabei gar nicht unbedingt, denn auch pflanzliche Alternativen wie Nüsse und Hülsenfrüchte sind tolle Eiweißlieferanten.

Stay hydrated.
Die wohl wichtigste Hautpflegeprotagonistin ist allerdings Hyaluronsäure: Sie sorgt dafür, dass unsere Haut schön prall bleibt – deshalb ist sie auch in nahezu sämtlichen Slow-Aging-Produkten zu fi nden. Der körpereigene Wirkstoff bindet Wasser, lässt Linien aufgefüllter erscheinen und erzeugt einen jugendlich frischen Teint. Um die Hyaluronsäureproduktion unseres Körpers zu unterstützen, eignen sich glutaminhaltige Nahrungsmittel. Dazu zählen beispielsweise Fisch und Meeresfrüchte wie Garnelen, Muscheln, Krabben oder Hummer – Vegetarier:innen können auf Käse, Topfen, Haferflocken, Sojaprodukte oder grünen Tee zurückgreifen. Alternativ gibt es auch Hyaluronsäure in Kapselform zu kaufen: Bei einer Dosis von 120 bis 240 Milligramm pro Tag verbessern sich der Feuchtigkeitshaushalt und die Geschmeidigkeit der Haut bereits nach zwei Wochen.

Auf zum Kaffeekränzchen.
Wer jetzt mit einem Anflug von Verzweiflung an die eigenen Lieblingsgerichte denkt und feststellt, „Also wirklich hautfreundlich sind die aber nicht!“, dann haben wir jetzt vielleicht gute Neuigkeiten – zumindest, wenn Sie gerne Kaff ee trinken. Das oftmals verrufene Genussmittel enthält nämlich ähnlich viele Antioxidantien wie Gemüse und ist dadurch ein hervorragender Radikalfänger. Wer sich also täglich die ein oder andere Tasse (am besten schwarz) gönnt, entwickelt weniger schnell Pigmentflecken und darf sich über einen strahlenden Teint freuen. Na, das bekommen wir doch hin, oder?

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SPICKZETTEL SKINFOODS:

  • Vitamin-C-haltige Früchte (etwa Beeren, Hagebutte, Guave, Brokkoli, Kohl)
  • Meeresfrüchte (Garnelen, Muscheln, Krabben, Hummer)
  • Sojaprodukte
  • Grüner Tee
  • Tomaten
  • Karotten
  • Nüsse
  • Schwarzer Kaffee