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Beauty | 14.06.2021

From Tip to Toe

Wir verraten, was Sie für die perfekte “Mani-Pedi“ brauchen.

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© Shutterstock

Wir finden ja, das manikürte Nägel fast schon eine therapeutische Wirkung haben. Sie machen gute Laune, wenn wir einen Blick darauf werfen (und das passiert ja mehr oder weniger ständig), sie werten jeden noch so faden Look sofort auf und sie werden eigentlich auch nie langweilig, weil die Gestaltungsmöglichkeiten quasi unendlich sind. Vom Digital-Detox-Effekt ganz zu schweigen: Weil unsere Hände bei der bewussten Pflege unserer Nägel nämlich durchwegs beschäftigt sind, lassen wir das Smartphone ausnahmsweise links liegen. Und wenn das Kunstwerk gelingen soll, verlangt uns das auch Einiges an Konzentration und Geduld ab. Klingt fast schon meditativ, oder?

Zeit nehmen

Das ist es auch: Der wohl wichtigste Faktor für eine gelungene Mani- oder Pediküre ist nämlich Zeit. Wer hudelt, wird keine Freude mit dem Ergebnis haben. Die Konsequenzen der fatalen Entscheidung, sich morgens vor dem 9-Uhr-Termin noch schnell die Nägel zu lackieren und dann mit akrobatisch abgespreizten Fingern in die Hose zu zwängen, haben wohl die meisten von uns bereits schmerzlich erfahren. Für ein ausgiebiges Nagelpflegeritual sollte man in etwa eine Stunde einplanen (und ein bisschen „Me-Time“ sollte im Kalender sowieso immer Platz haben).

 

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Ruhe oder Beschäftigung?

So, nun haben wir uns die Stunde freigeschaufelt – aber wie gehen wir das Prozedere nun am besten an? Vorab: Wem die reine Hingabe zu diesem – man möchte fast schon sagen „Kunsthandwerk“ – zu wenig ist, darf sich natürlich auch nebenher mit Netflix & Co. beschäftigen. Ein Programm ohne Untertitel ist allerdings dringend anzuraten, da der Blick sonst dauernd auf den Bildschirm wandert. Auch Snacks sind erlaubt – zumindest, solange sie nicht allzu arg bröseln. Profi-Tipp: Wer die Nüsse oder Chips schon vorher in eine Schüssel füllt, spart sich später den riskanten Griff in die Tüte.

Lack ab

Sobald die idealen Rahmenbedingungen geschaffen sind, kann es auch schon mit dem Nagelpflegeritual losgehen. Sollten Sie noch alten Nagellack (oder die abgeknabberten Reste davon) auf Ihren Nägeln tragen, so müssen diese zunächst entfernt werden. Das ist erstmal keine große Kunst: Ein herkömmlicher Nagellackentferner und ein Wattepad reichen, um die Farbspuren restlos zu entfernen. Anschließend sollten Sie Hände und Füße gründlich waschen – aber bitte (noch) nicht eincremen, da das die Haftung des Nagellacks beeinträchtigen kann.

Knipsen und feilen

Nun, da Hände und Füße sauber sind, geht es ans Nägelschneiden. Der altmodische Nagelknipser leistet hierbei schnelle und saubere Dienste. Wichtig ist, dass der Knipser scharf und von guter Qualität ist: Nur  dann hinterlässt er nämlich glatte Kanten, die das Feilen oftmals sogar erübrigen. Wer dennoch gerne zur Feile greift, sollte statt der Metallfeile lieber eine biegsame Sandfeile verwenden. Gefeilt wird übrigens nur in eine Richtung – das Hin- und Her“sägen“ kann nämlich den Nagel ruinieren. Eine rechteckige Nagelform erfordert nicht viel Übung und ist für Anfänger gut geeignet, spitz geformte Nägel erfordern etwas mehr Fingerfertigkeit.

Nicht übertreiben

Wenn Sie schon einmal eine professionelle Mani- oder Pediküre in Anspruch genommen haben, kennen Sie wahrscheinlich auch den Prozess des Nagelhaut-Zurückschiebens, der ein besonders sauberes Erscheinungsbild bedingen soll. Dafür wird die Nagelhaut zunächst mit einem speziellen Nagelhautentferner bestrichen und anschließend mit einem Rosenholzstäbchen vorsichtig (!) zurückgeschoben. Diese rein kosmetische Methode sollte allerdings nur von geübten Damen und Herren zuhause durchgeführt werden: Immerhin schützt die Nagelhaut das Nagelbett vor äußeren Einflüssen – wer zu viel davon entfernt, riskiert Verletzungen oder Entzündungen.

 

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All about that base

Sind die Nägel geschnitten und in Form gefeilt, dürfen wir endlich in den Farbtopf greifen. Naja, noch nicht ganz: Zuvor sollten Sie unbedingt einen transparenten Unterlack auftragen, sonst erleben Sie beim nächsten Ablackieren eine böse Überraschung! Dunklere Nagellacke können nämlich auf den Naturnagel abfärben und unschöne Flecken hinterlassen. Zumindest müssen wir beim Unterlack noch nicht so perfektionistisch vorgehen – immerhin ist er ja durchsichtig, Patzer sieht man also zum Glück nicht. Mit speziell formulierten Unterlacken können Sie übrigens auch gleich gezielt Problemchen wie Rillen oder weichen Nägeln entgegenwirken.

Farbwahl

Nach ein paar Minuten sollte der Unterlack getrocknet sein: Zeit, um sich für eine Farbe zu entscheiden. Wenn Sie sich beim Lackieren nicht besonders geschickt anstellen, sollten Sie auf eine breite Pinselform achten, so gelingt das Auftragen leichter. Ansonsten können Sie sich nach Lust und Laune austoben – ob klassisches Rot, zartes Pastell, ob Glitter, matt, glänzend, metallic oder jeden Nagel in einer anderen Farbe …

Zeichenstunde

Ist die Farbwahl getroffen, ziehen Sie den Pinsel aus dem Fläschchen und streifen die überschüssige Farbe am Flaschenrand ab. Der Pinsel sollte niemals tropfen! Dann zeichnen Sie drei Striche: links, mittig und rechts. Halten Sie dabei großzügigen Abstand zum Nagelrand: Das sieht nicht nur besser aus, sondern mindert auch das Risiko für Patzer. Lassen Sie die Farbe einige Minuten trocknen und wiederholen Sie den Vorgang, um eine satte Farbdichte zu erreichen. Für ein sauberes Ergebnis sind zügige Streichbewegungen das A und O.

Schutzschicht

Nach etwa zehn Minuten sollten die Farbschichten getrocknet sein. Für ein glänzendes Finish und eine besonders lange Haltbarkeit greifen wir nun zu einem transparenten Überlack. Um den Versiegelungseffekt zu verstärken, können Sie ruhig über die Ränder des farbigen Lacks in Richtung Nagelbett hinausmalen. Wenn Sie ein paar Mal übers Ziel hinausgeschossen sind, lassen sich Patzer am besten mit einem speziellen Korrekturstift oder einem in Nagellackentferner getränkten Wattestäbchen entfernen.

Finish

Jetzt dürfen Sie noch etwa 20 Minuten lang entspannen, bis der Lack komplett getrocknet ist. Zu guter Letzt gönnen wir unseren geforderten Händen und Füßen noch eine reichhaltige Feuchtigkeitscreme oder etwas Pflegeöl – schon sind die Samtpfoten wieder bereit für neue Abenteuer.

 

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SOS: Erste Hilfe für Nägel

Nägelkauen
… ist ein weit verbreitetes Problem, das bekanntlich vor allem psychische Ursachen hat. Die meisten Betroffenen haben wahrscheinlich schon jegliche bitterschmeckenden Tinkturen auf dem Markt erfolglos durchgetestet. Daher lautet unser Rat: Lassen Sie sich in einem Nagelstudio wirklich schöne Gelnägel (Shellac) machen. Die sind nämlich so hart, dass Nägelkauen fast unmöglich wird. Noch dazu sehen sie so toll aus, dass Sie es sich bestimmt zweimal überlegen werden, ob es das Zerbeißen wert ist.

Eingerissene Nägel
Ein eingerissener Nagel sollte möglichst schnell behandelt werden, um weitere Verletzungen zu verhindern. Ist die Ursache, dass Ihre Nägel von Natur aus sehr weich sind, sollten Sie Ihre Fingernägel generell eher kurz halten und regelmäßig einen Nagelhärter auftragen. Wenn es sich jedoch um einen unglücklichen Unfall handelt und der Riss noch klein ist, können Sie ihn mit Gelnagellack oder einem speziellen Nagelkleber provisorisch zusammenhalten. Bei einem größeren Riss hilft leider nur: in den sauren Apfel beißen und abschneiden.

Rillen
Nagelrillen sind zwar nur ein kosmetischer, aber dennoch lästiger Makel. Meist sind sie genetisch bedingt, weshalb sie auch leider immer wiederkehren. Oberflächliche Rillen lassen sich beispielsweise mit Polierfeilen glätten oder mit speziellen Nagellacken auffüllen.

Abgebrochener Fingernagel
Bei einem komplett abgebrochenen Fingernagel hilft eigentlich nur Kürzen. Es gibt zwar spezielle Nagelpflaster, die zwar kurzzeitig funktionieren, auf Dauer sparen Sie sich aber viel Ärger, wenn Sie sich geschlagen geben – und sich einfach mal für einen hübschen Kurznagelschnitt entscheiden.

 

Splitternde Nägel
Meist sind splitternde Nägel besonders trocken, weshalb ein pflegendes Nagelöl hier Wunder wirken kann. Für zwischendurch, besonders nach dem Händewaschen, kann auch eine reichhaltige Handcreme helfen.

Raue Nagelhaut
bitte keinesfalls schneiden, auch wenn es verlockend ist! Stattdessen sollten Sie hier lieber zu ölhaltigen Pflegeprodukten greifen.

Farbe blättert zu schnell ab
Damit der Nagellack möglichst lange hält, ist primär die Qualität des Produkts entscheidend. Aber auch die Verwendung eines guten Unter- und Überlacks kann einen großen Unterschied machen. Zudem sollten Sie darauf achten, den Farblack nicht zu dick aufzutragen.

Brüchige Nägel
Gegen brüchige Nägel hilft am besten ein härtender Lack mit Kalziumgehalt, den Sie vor dem farbigen Lack auftragen. Diesem Problem kann aber auch ein Nährstoffmangel zugrunde liegen – hier kann ein Blutbild Klarheit schaffen.

Glitterlack lässt sich nicht entfernen
Zwar plagen wir uns mit diesem Phänomen vor allem zur Weihnachts- und Neujahrszeit herum, aber wir geben Ihnen den Tipp trotzdem jetzt schon mit: Um sich die stundenlange Knibbelei zu sparen, tauchen Sie einfach ein Wattepad in einen acetonhaltigen Nagellackentferner und drücken Sie ihn zehn Sekunden lang auf den Nagel – dann sollte sich der Lack mit Wischbewegungen gut entfernen lassen.