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Beauty | 10.08.2018

Schönheitstrends...

aus dem Internet

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© Shutterstock/Sehmen Kuzmin

Die Kosmetikbranche ist eine der ältesten der Welt. Schönheit und Wohlbefinden standen schon zu Cleopatras Zeiten mit ihrem Eselsmilchbad und den kohlumrandeten Augen hoch im Kurs.

Doch wo einst die Beautyredaktion in den Hochglanzmagazinen und die Kosmetikerin am Parfümeriestand Trends setzten, kommen sie inzwischen aus dem Internet. Wenn ein Star ein Instagram-Foto postet, eine Beautybloggerin ein YouTube-Tutorial ins Netz stellt oder ein sympathisches Foto in den Social Media veröffentlicht, ist Aufmerksamkeit.

Als Top-Influencer gelten inzwischen auch hausgemachte Blogger, ohne berühmten Namen oder ein berühmtes Gesicht. Je natürlicher und glaubwürdiger sie wirken, desto größer ist die Bereitschaft, von ihnen benutzte Produkte zu kaufen. Emotionale Nähe, Authentizität und vor allem ein toller Look sind entscheidende Argumente. Schönheit, die auch ohne privaten Stylisten, Weichzeichner und fünf Stunden in der Maske im Filmstudio erreicht werden kann, ist überzeugender als ein Photoshoot mit einem Supermodel.

Gekauft wird oft auch dort, wo die Trends herkommen, nämlich im Internet. Das haben inzwischen auch die Marktriesen im stationären Geschäft eingesehen. Branchenplatzhirsch Douglas bemüht sich seit jüngstem aktiv um Neukunden und hat dafür den Internet-Versender Parfumdreams übernommen.

Andere Branchen haben sich längst auf die digitale Revolution eingestellt. Reiselustige suchen im Internet auf Vergleichsplattformen nach den günstigsten Flügen, den besten Hotels und Informationen rund um das Reiseziel. Vergleichsplattformen gibt es auch für die immer beliebter werdenden Online-Casinos, mit ihren dauernden Innovationen und dem schnellen Spielerlebnis rund um die Uhr und von jeder digitalen Plattform aus.

Gerade in der Beautyindustrie, die erst langsam auf die veränderte Einkaufs- und Erlebniswelt reagiert hat, sind die Folgen umso umwälzender. Weil sich Informationen rasend schnell verbreiten, werden manche Namen von heute auf morgen fester Bestandteil der Beautywelt.

Die Beautybloggerin Emily Weiss war mit ihren Tipps und Empfehlungen für Produkte die halten, was sie versprechen, so erfolgreich, dass sie darauf die Marke „Glossier“ aufgebaut hat. Ihr Ethos „Skin first, Makeup second“, in der es darum geht, sich nicht hinter dicken Grundierungs- und Puderschichten zu verbergen, sondern nur dezent zu betonen, kommt an.

Make-Up-Königin und Stylistin für Hollywood-Prominenz und andere A-Lister ist Charlotte Tilbury. Sie macht ihre Erfahrungen und ihre Produkte aber auch längst normalen Frauen zugänglich. Weil nicht jede Dame mühelos mit Eyeliner und Konturpinsel umgehen kann, veröffentlicht sie leicht nachzuvollziehende Tutorials auf YouTube. Darin wird Schritt für Schritt der Weg zu Smokey Eyes und zum Katzenauge gezeigt, oder wie binnen weniger Minuten das Tagesmakeup Party-tauglich gemacht wird.

Allerdings setzt sich nicht jedes im Internet oder Fernsehen gezeigte Produkt durch. Die japanisch Lächelhilfe mit dem Entenschnabel-Mundstück oder das Oktopus-Kopfhautmassagegerät, Augenbrauenstempel und temporäre Lippen-Tattoos sind eher sonderbar als wunderbar.

Mehr als 75.713 Millionen Euro werden in diesem Jahr für Kosmetik und Körperpflege voraussichtlich in Europa ausgegeben. Den größten Anteil daran haben seit Jahren Hautpflege, Düfte und Haarpflege, aber dekorative Kosmetik, also Lidschatten und Co., holen auf.

Noch liegt der Online-Anteil erst bei rund 15 Prozent, aber auch er legt Jahr für Jahr zu.