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People | 07.05.2017

Wir sind Song Contest!

Er ist die Hoffnung Österreichs beim Eurovision Song Contest: der Tiroler Nathan Trent. Wir haben ihn auf die Couch gebeten und erfahren, wie der junge Sänger diese aufregende Zeit meistert.

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Fotos: Martin Vandory

Nathan Trent, ein Name, der inzwischen in aller Munde ist. Er ist es nämlich, der Österreich im Mai beim Eurovision Song Contest in Kiew vertreten wird. Was seine Sprache nicht mehr offensichtlich verrät: Nathan ist gebürtiger Tiroler und hat seine Kindheit in Innsbruck verbracht. Hier haben wir den Künstler kürzlich auch anlässlich der Gala „Wider die Gewalt“ getroffen und ihn zum Gespräch über seine Musik und die aufregende Zeit vor dem ESC gebeten. 

TIROLERIN: Wie kamst du eigentlich zur Musik?

Nathan Trent: Es gab für mich im Grunde kein einschneidendes Ereignis, das mich zur Musik gebracht hat. Ich wurde aber eigentlich genau hier, wo wir jetzt sitzen, im Landestheater in Innsbruck, groß. Mein Papa spielt hier im Orchester die erste Geige und meine Mama war mit mir eigentlich die ganze Zeit hier. Ich habe bald auch angefangen, selbst auf der Bühne zu stehen, und der Wunsch, Sänger zu werden, wurde immer größer. Im Musicalstudium habe ich den Beruf lieben gelernt, habe aber immer schon, seit ich elf bin, selber Songs geschrieben.

Wo kommen die musikalischen Einflüsse her? An wem orientierst du dich?

Es gibt so wahnsinnig viele Künstler, die ich interessant finde. Als Teenie war Craig David mein Idol, der jetzt übrigens sein Comeback feiert. Generell schätze ich jene Künstler, die eine Message haben und diese durch ihre Songs vermitteln, die Spaß an der Musik haben und die es lieben, auf der Bühne zu stehen. Genauso wie ich.

Und mit dieser Einstellung hast du es zum ESC geschafft. Hast du dich einfach dafür beworben?

Naja, eigentlich wurde ich sozusagen beworben. Ich habe meine Single „Like it is“ veröffentlicht und bekam zwei Tage danach von Eberhard Forcher ein E-Mail, ob ich denn interessiert wäre, an der Vorentscheidung mitzumachen. Und ich dann sofort: „Ja, absolut!“ Damit hat dann der ganze Prozess angefangen, ein wirklich langer und kreativer Prozess. Ich war ja noch mit anderen Leuten in einer Auswahl, die sich ständig verkleinerte. Ich habe insgesamt fünf Songs für den ESC geschrieben und der fünfte wurde dann schließlich auserwählt. Der fünfte, „Running on air“ war der etwas andere und passend für den Song Contest.

Findest du, der ESC hat im Jahr 2017 noch eine Daseinsberechtigung?

Ja, auf jeden Fall. Ich finde das Prinzip des Contests super und liebe die Positivität der Show. Es geht wirklich darum, dass jedes Land sich mit einem Lied präsentiert, und es ist ein freundschaftlicher Wettbewerb. Im Endeffekt gewinnt dann schließlich der, der den Geschmack der Zeit trifft.Ich finde den ESC auch eine großartige Plattform für junge Künstler und finde es gut, dass es einen Anlass gibt, an dem Musik regelrecht zelebriert wird und bei dem man auch merkt, wie viele Menschen durch Musik überhaupt verbunden werden. Beim ESC sind immerhin etwa 200 Millionen Menschen mit dabei.

 

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Wie wirst du Österreich in Kiew repräsentieren?

Conchita hatte ein sehr großes und wichtiges Statement eingebracht, das hat sie großartig gemacht. Ich möchte mit meiner Art zeigen, dass Österreich multikulti ist, ich bin etwa zweisprachig aufgewachsen. Ich möchte einfach für Offenheit und Freiheit einstehen und Österreich als offenes Land repräsentieren.

Der letztjährige Sieger, die Ukraine, gewann mit einem durchaus politischen Song. Glaubst du, Musik muss heute politisch sein?

Ich glaube, Musik prägt Generationen und kann durchaus politisch sein. Manchmal ist sie es mehr und manchmal weniger. Auch wenn wir uns zurzeit in einer Art Umbruch befinden, gehe ich nach Kiew, um zu singen, um Spaß zu haben und um Österreich gut zu repräsentieren. Mein Beitrag ist weniger politisch als vielmehr persönlich.

Wie können wir uns als Außenstehende die Vorbereitungszeit vor dem ESC vorstellen - nur stressig?

Ich habe ein großartiges Team hinter mit, das mich bei der Vorbereitung tatkräftig unterstützt. Aber natürlich bleibt es eine aufregende Zeit: Wir gehen auf Promotour nach Amsterdam, London, Tel Aviv und vielleicht noch in andere Städte. Dann steht auch die psychologische Vorbereitung an, ich werde außerdem noch ein paar vocal lessons absolvieren, um mich in Kiew sicher zu fühlen. Ich habe bis im Mai also noch einige Möglichkeiten, den Song live zu performen. Wie unter anderem auch heute hier auf der Gala in Innsbruck, wo ich ihn zum ersten Mal vor Publikum singen werde.

Und dann warten 200 Millionen auf dich. Wie schätzt du deine Chancen ein?

An das Drumherum denke ich im Moment noch gar nicht. Ich konzentriere mich auf meine Performance und möchte mich nicht mit den anderen Teilnehmern vergleichen. Jeder macht seine Sache und dann treffen wir uns in Kiew und haben Spaß.

Und sahnen vielleicht von möglichst vielen Ländern zwölf Punkte ab. Was wäre deine Reaktion auf den möglichen Sieg?

Auch daran denke ich im Moment überhaupt nicht. Ich wäre wohl einfach komplett geschockt, natürlich im positiven Sinn. Ich kann und will es mir aber auch noch gar nicht vorstellen, zuerst gilt es, ins Finale zu kommen,  und dann schauen wir mal weiter.

Was kommt nach dem ESC?

Ich würde sehr gerne ein Album machen. Es gibt auch schon Pläne dafür und ich würde mich freuen, wenn sich hier etwas konkrektisiert. Auch in Richtung Schauspiel oder Musical, wie ich es ja schon gemacht habe, ist bei mir alles offen. Im Moment denke ich aber nur an meine anstehende Performance, möchte mich konzentrieren, um dann richtig abliefern und mit meiner Musik begeistern zu können.

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