Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 27.10.2017

Aus unserer Serie "Vom Leben gelernt"

Weltenbummler mit Herz: Jeden Monat besuchen wir Menschen aus Tirol, die schon viel erlebt haben, und schreiben ihre schönsten Geschichten von damals auf. Diesmal waren wir zu Gast bei Johann Neuner aus Leutasch.

Bild neuner2.jpg
Viel gereist. Erich von Däniken und Johann Neuner auf ihrer Reise in Ägypten.

Im Jahr 1944 in Pfaffenhofen geboren, erlebte Johann „Johnny“ Neuner eine sehr zwanglose Kindheit. Sein Vater arbeitete in der Schuhfabrik, seine Mutter bewirtete eine Pension in Gerlos und war während den Saisonen deshalb auch nicht zuhause. Nach der Schule begann Neuner eine Ausbildung in der Schuhfabrik – für die Eltern ein fixer Job, der ihm selbst jedoch nie zusagte. Schon immer musizierte der junge Mann mit Leidenschaft, spielte Gitarre und jodelte auf Bällen. Als seine Schwester ihm zu einer Ausbildung im Innsbrucker Hotel Theresia verhalf, gefiel ihm diese neue Welt von Anfang an. Später arbeitete er im Bacchus-Keller, einem angesehenen Restaurant in Innsbruck. In den Pausen musizierte er und war schon bald als singender Kellner bekannt. Dort lernte er auch die Band „Nilson Brothers“ kennen, die ihn in den nächsten Saisonen zu ihren Engagements nach Deutschland und in die Schweiz mitnahmen.

Auf in die weite Welt.

In Davos lernte Neuner den Autor Erich von Däniken kennen, der eine Forschungsreise plante. Gemeinsam machten sich die beiden auf nach Ägypten. Die Erlebnisse wie die Besichtigung der Keops-Pyramide, die Reise durch das noch komplett unerschlossene Ägypten waren unvergessliche Eindrücke. Nach einer weiteren Saison in Davos begaben sich die beiden erneut auf Reisen. Von 1965 bis 1967 bereisten Erich von Däniken und Johann Neuner Süd-, Zentral- und Nordamerika, aber auch Indien. „Diese Reisen werden für mich immer unvergessen sein: Die Gespräche mit der NASA in Florida, die atemberaubenden Stätten der Maya in Südamerika oder auch die unglaublichen Eindrücke, die Indien hinterlassen hat“, erinnert sich der heute 74-Jährige. Hintergrund ihrer Reisen waren Recherchearbeiten zum Buch „Erinnerungen an die Zukunft“, das 1968 erschien und für großes Aufsehen sorgte.

In der Heimat angekommen.

Nach seinen Reisen kehrte Neuner zurück nach Tirol und arbeitete zuerst im Klosterbräu in Seefeld. Dort bekam er auch den Spitznamen „Johnny“. 1971 heiratete er seine Frau Brigitte: „Mit meiner Frau kannst du nicht untergehen. Sie packt überall an und ist so eine starke Frau“, schwärmt Johann Neuner. 1973 eröffnete Neuner mit seiner Frau die Weidachstube in Leutasch. Durch seine offene Art, beeinflusst durch die vielen Reisen, und seine musikalische Ader wurde er rasch Teil der Dorfgemeinschaft. Als er nach einem schweren Schlaganfall 2006 halbseitig gelähmt war, musste er in den Rollstuhl. Tapfer kämpfte er sich wieder zurück ins Leben und ist zu Recht stolz darauf, dass er heute auch wieder Autofahren kann.

Bild neuner_klein2.jpg
Johann Neuner heute (Fotos: Privat)

Kennen Sie auch eine Dame oder einen Herren, die/der viel zu erzählen hat? Melden Sie sich bei Anja Venier unter 0512 / 55 16 00-2025 oder [email protected]

Diskutiere mit uns und deinen Freundinnen diesen Beitrag:
powered by Disqus