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People | 19.03.2018

Romy - Die wahre Geschichte

Der Film „3 Tage in Quiberon“ mit Marie Bäumer als Romy Schneider erzählt von dem legendären Treffen mit der unvergessenen Film-Ikone kurz vor ihrem Tod im Mai 1982.

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Ein Bild von einer Frau. Modern, unabhängig, zart, stark und ein Jahrhundert-Talent. Romy Schneider (1938–1982). © Getty Images

Im März 1981 verbringt Weltstar Romy Schneider drei Tage mit ihrer besten Freundin Hilde in dem kleinen bretonischen Kurort Quiberon, um zur Ruhe zu kommen. Um von Alkohol und Tabletten loszukommen. Genau dort und zu diesem Zeitpunkt willigt sie in ein Interview mit dem „Stern“-Reporter Michael Jürgs und dem Fotografen Robert Lebeck ein. Zwischen der Ausnahmekünstlerin und den Reportern entspinnt ein nervenaufreibendes Psycho-Duell, das drei Tage dauert. Das „Stern“-Interview als auch die Fotos sind legendär und bis heute unvergessen. Zum Auftakt sagt sie: „Ich bin eine unglückliche Frau von 42 Jahren und heiße Romy Schneider.“

 

 

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"Manchmal glaube ich, dass ich so ruhig uns so schön und so unbeschmutzt daliege und schlafe wie ein armes Kind... Aber ich muss doch wieder aufwachen." - Romy Schneider. © Filmladen Filmverleih

Lebens-Essenz. Kürzlich feierte „3 Tage in Quiberon“ auf der Berlinale Weltpremiere. Regisseurin Emily Atef hat aus dem Treffen in Frankreich eine Art Kammerspiel – in Schwarz-Weiß-Optik – gestaltet. Der Film ist eine intensive Momentaufnahme aus dem bewegten Leben der Romy Schneider. Marie Bäumer spielt die verzweifelte, zerrissene und dann wieder überdrehte, lebenslustige Schneider spektakulär gut. Dass sie physiognomisch der Filmikone frappant ähnelt, ist zudem atemberaubend.

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Im April startet „3 Tage in Quiberon“ mit Marie Bäumer als Romy Schneider im Kino. Erzählt wird das legendäre Treffen des Filmstars mit dem Stern-Reporter Michael Jürgs. © Filmladen Filmverleih

„3 Tage in Quiberon“ waren im ­Leben und sind im Film die Essenz einer Jahrhundertkünstlerin, die mit Anfang 40 eigentlich am Ende ist. Den Entzug in Frankreich, den macht sie für Sohn David. „Er will nicht mehr mit mir leben.“ Und: „Ich will ihm beweisen, dass ich es kann“, erzählt sie dem Journalisten Michael Jürgs. Als David dann aber anruft, in diesen drei Tagen in Quiberon, lässt sie sich verleugnen. Zugedröhnt mit Pillen und Chablis. „Ich kann nicht“, diktiert sie ins Aufnahmegerät. „Es ist nichts mehr da.“

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" Meine Haxen sind krumm, aber mit meiner Fresse reiße ich alles wieder raus" - Romy Schneider. © GAMMA / GAMMA/picturedesk.com
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Lebensschmerz. Im Juli 1981 stirbt Romys Sohn David beim Klettern über einen Metallzaun. Sie folgt ihm im Mai 1982 in den Tod. Ihr Herz hatte versagt ... © Getty Images

Hoffnungslos. Denn zu diesem Zeitpunkt ist ihre zweite Ehe gescheitert, das Geld weg und der Gesamtzustand mehr als marod. Nur vier Monate nach Schneiders Besuch in Quiberon stirbt ihr über alles geliebter Sohn David tragisch beim Überklettern eines Metallzauns. Diesen Tod und ihr Versagen als treusorgende Mutter wird sie nie verkraften. Im Mai 1982, David ist zehn Monate tot, stirbt Schneider selbst an Herzversagen.„3 Tage in Quiberon“ ist die Momentaufnahme tiefsten Unglücks. Es kommt zu der Szene, in der Romy Schneider betrunken und zusammengekrümmt am Boden des Hotelzimmers liegt. Der Fotograf, über sie gebeugt, drückt ab wie wild. Romy Schneider, dieses Ausnahmetalent. Sie war sich selbst schutzlos ausgeliefert.