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People | 28.10.2016

Mutig und tough

Mit Leidenschaft. Marlene Krüger hat früh den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Die Juristin im Talk über Courage, nötige Selbstvermarktung und ihr Engagement für Frauen.

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Mutig und tough: Marlene Krüger. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft (2008) und der Gerichtspraxis (2009) arbeitete die Rechtsanwältin in namhaften Kanzleien, ehe sie sich 2015 selbstständig machte. © Arman Rastegar

Derzeit gibt es in Österreich 290.000 sogenannte EPUs, also Einzelunternehmen. Auch Marlene Krüger ist eine One-Woman-Show. Noch. Durch ihre vielseitige Ausbildung und ihr großes Engagement läuft ihre Mini-Kanzlei sehr gut. Die gebürtige Oberösterreicherin, die sich in Wien selbstständig machte, wird sicher keine Einzelkämpferin bleiben. Im Karriere-Talk spricht die Magistra über das wichtigste Attribut dieses Schrittes, nämlich eine gehörige Portion Mut, über neue Wege der Vermarktung und über die Leidenschaft zu ihrem Beruf.

Marlene Krüger IM TALK:

Was hat Sie an diesem doch sehr trockenen Studium fasziniert?

Marlene Krüger: Ja, das Studium ist supertrocken, aber sehr interessant. Man muss auch in diese Sprache erst hineinkommen. Ab dem 3. Semester habe ich nebenbei in einer großen Wirtschaftskanzlei gearbeitet und wusste, das ist es, was ich machen will. Aber ich wollte keine Vertragsjuristin werden, sondern ich will  mit Menschen zusammenarbeiten. Nach dem Studium fing ich bei einer Rechtsanwältin an, die eine richtige Einzelkämpferin war. Das war toll.

Was benötigt man, um sich als Rechtsanwältin selbstständig zu machen?

Krüger: Man benötigt die Rechtsanwaltsprüfung und fünf Jahre Praxis, aber keinen Gewerbeschein. Und man braucht den Mut. Ich kenne viele, die den Schritt nicht gewagt haben. Meine Studienkollegen gingen das Risiko nicht ein.

Sie sind u. a. auf Familienrecht und Scheidungen spezialisiert. Stellt dies auch eine psychische Belastung dar?

Krüger: Ja, weil man mit menschlichen Schicksalen zu tun hat. Es kommen viele Frauen zu mir, die mir erzählen, dass sie z. B. 24 Jahre verheiratet sind, aber der Mann jahrelang eine Nebenbeziehung pflegte. Am Anfang tut man sich schwer, aber man wird nicht zum Menschenhasser. Aber Freunde von mir meinten, ich hätte mich verändert, bin kritischer geworden, aber jeder verändert sich doch.

 

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Wie sehr spielt sich Ihr Job vor Gericht ab?

Krüger: Momentan bin ich selten im Büro, denn ich habe oft zwei, drei Verhandlungen pro Tag – und das nicht nur in Wien, ich habe auch eine Geschäftsstelle in Oberösterreich. Es ist ein zeitintensiver Job. Manchmal mit Überraschungen. Man bereitet sich oft intensiv auf eine Verhandlung vor und vor Gericht nimmt der Fall dann eine plötzliche Wende. -Generell versuche ich einvernehmliche Lösungen zu finden und das Beste für meine Mandanten herauszuholen.

Wie vermarkten Sie sich?

Krüger: Ich bin stark in den sozialen Medien aktiv und habe einen eigenen Blog. Viele meiner Klienten kommen tatsächlich über Facebook auf mich, und ich werde von zufriedenen Mandanten weiterempfohlen. Das ist eine schöne Bestätigung -dafür, dass man seine Arbeit gut macht. Die Anwaltsbranche ist immer noch männerdominiert und als Frau muss man sich noch mal mehr beweisen.

ZUR PERSON:

Marlene Krüger. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft (2008) und der Gerichtspraxis (2009) arbeitete die Rechtsanwältin in namhaften Kanzleien, ehe sie sich 2015 selbstständig machte.

MK-Kanzlei, Reisnerstraße 40/1, 1030 Wien

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